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Justizirrtum: Mann in Italien nach 33 Jahre Haft freigesprochen

Justizirrtum: Mann in Italien nach 33 Jahre Haft freigesprochen

Es ist einem hartnäckigen Anwalt zu verdanken, dass in Italien einer der größten Justizirrtümer des Landes aufgedeckt wurde. Der neue Anwalt übernahm den alten Fall 2017 und begann sich durch die Aktenberge zu wühlen, in denen er auf einige Ungereimtheiten stieß.

Der sardische Hirte Beniamino Zuncheddu war 26 Jahre alt, als 1991 in Sinai, einer Gemeinde in der Nähe von Cagliari, ein dreifacher Mord verübt wurde. Das vierte Opfer, das mit Verletzungen überlebte, beschuldigte Zuncheddu damals. Vor allem aufgrund dieser Zeugenaussage wurde Zuncheddu zu lebenslanger Haft verurteilt - trotz wiederholter Unschuldsbeteuerungen.

29 Jahre später wurde das Verfahren 2020 aufgrund neuer Erkenntnisse wieder aufgenommen. Der Wendepunkt im Verfahren kam, als der Hauptzeuge seine Aussage änderte.

Ein Polizist hätte ihn damals gezwungen, den Verdächtigen zu belasten, gestand der Hauptzeuge. Der Polizist hatte im damals ein Fotos des Verdächtigen gezeigt. In Wirklichkeit hatte er das Gesicht des Angreifers aber niemals gesehen. "Ich habe den Fehler gemacht, auf die falsche Person zu hören", so der Zeuge heute.

Das Gericht setzte die Strafe aus und Beniamino Zuncheddu kam nach 33 Jahren Haft im November frei. Ob er eine Entschädigung vom italienischen Staat bekommen wird, stand zuletzt noch nicht fest. Auch nicht, was mit dem Polizeibeamten geschehen wird und warum er den Zeugen gezwungen hat, Zuncheddu zu belasten.