"Dein Körper ist dein Tempel": Pfarrer gibt wieder Fitnesstipps auf Instagram

Im bürgerlichen Leben heißt er Oskar Arngarden und ist Krankenhausseelsorger in Uppsala, nördlich von Stockholm. Doch in den sozialen Netzwerken verwandelt sich der 38-jährige Schwede unter dem Decknamen "crossfitpriest" in eine wahre Dampfmaschine, um seine Community auch digital zu erreichen.

Auf Instagram hat der lutherische Pfarrer über 30 Tausend Follower, die seine Fitnesstipps und spirituellen Empfehlungen befolgen. Dafür postet Arngarden regelmäßig Videos von seinen Work-outs.

JONATHAN NACKSTRAND/AFP
Der Crossfit-Pfarrer checkt ein Video auf seinem Smartphone. - JONATHAN NACKSTRAND/AFP

Etwas mit Kugelhanteln, Cardio, alles, was die Herzfrequenz erhöht

"Viele Leute fragen mich nach meinen Routinen und Trainingsprogrammen, also versuche ich, nach jeder Trainingseinheit etwas zu veröffentlichen, das die Leute verfolgen können, wenn sie wollen. Normalerweise etwas mit Kugelhanteln, Cardio-Training, alles, was die Herzfrequenz erhöht.

Dabei geht es dem Crossfit-Pfarrer, geht es um körperliche und geistige Gesundheit.

"In der Bibel heißt es, dein Körper ist dein Tempel. Und ein Teil davon ist auch, darüber nachzudenken, wie wir diesen Tempel behandeln. Denn wir haben nur ein Leben. Wie also kann ich mir selber auf die beste Weise Gutes tun?"

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"Es geriet außer Kontrolle"

Sein erstes 2019 eröffnetes Instagram-Konto erfreute sich so großer Beliebtheit, das Oskar Arngarden völlig davon überfordert war. "Es geriet außer Kontrolle", erinnert er sich. "Innerhalb weniger Monate hatte ich 160.000 Abonnenten und fühlte mich nicht mehr wohl".

Viele Kommentare konzentrierten sich auf sein Aussehen, seine Tätowierungen und seine Ähnlichkeit mit dem australischen Schauspieler Chris Hemsworth. Der Pfarrer stürzte ab in eine Depression und schloss seinen Account.

Eine Form der Interaktion mit Gott

2020 nahm er seine Instagram-Aktivitäten wieder auf, diesmal "mit einer klareren Vorstellung" von der Botschaft, die er insbesondere seinen Followern in Schweden, einem Land, in dem es immer wenige Gläubige gibt, vermitteln möchte.

"Wir müssen Wege finden, wie die Kirche auf die Menschen zugehen kann, um sie zu treffen. Und wo sind die Menschen? In den sozialen Medien. Also müssen wir in den sozialen Medien präsent sein."

Die sozialen Netzwerke hätten etwas Spirituelles, meint der Pfarrer. Man könne er mit der ganzen Welt interagieren, Informationen erhalten, sie besser verstehen. Crossfit ist für den Krankenhausseelsorger eine Form der Interaktion mit Gott.

"Gott ist Teil jedes Aspekts meines Lebens. Wenn ich Krafttraining mache, ist es in gewisser Weise auch eine Interaktion, ein Gebet zu Gott. Dieser Teil von mir, der Glaube, ist ständig bei mir, egal was ich tue. Ich kann ihn nicht vom Rest trennen".