Kein Sex wie in „Shades of Grey”

Um ihr Sexleben aufzupeppen, wollte eine 41-jährige Britin mit ihrem Ehemann Szenen aus dem Sadomaso-Bestseller „Shades of Grey“ nachspielen. Als ihr Gatte sich weigerte, wurde aus dem Spiel für die Frau ernst: Die Bankerin reichte die Scheidung ein.

Die Ehefrau hatte es mit Reizwäsche versucht und mit gutem Zureden, vergeblich. Sie konnte die erlahmte Libido ihres Gatten nicht neu entflammen. Dann las die Bankangestellte, die laut der Zeitung „Daily Mail“ mehr als 400.000 Britische Pfund pro Jahr verdient, den Bestseller „Shades of Grey“ von E.L. James. Und fand darin unverhoffte Inspirationen für ihr Liebesleben - nämlich in den expliziten Sadomaso-Szenen, für die das Buch so berühmt ist.

„Die Frau hatte das Buch gelesen und wollte ihr Liebesleben aufpeppen“, sagte Amanda McAlister, ihre Scheidungsanwältin, gegenüber der Zeitung „Daily Mail“. „Sie fand, dass ihr Sexleben in einen Trott verfallen war. Er dachte nie an den Valentinstag und machte ihr nie Komplimente wegen ihres Aussehens.“ Welche Frau wäre da nicht gefrustet?

Der Plan ging jedoch nicht auf, der Ehemann wollte die neuen Fantasien seiner Gattin nicht bedienen. Der Frau platzte schließlich der Kragen. „Sie sagte ihm, dass er eine langweilige Haltung gegenüber Sex habe und dass sie genug habe“, erklärte McAlister.

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In dem Scheidungsverfahren vor dem High Court plädiert ihre Mandantin darauf, dass diese langweilige Einstellung ihres Ehemanns zum Sex Beweis für unvernünftiges Verhalten sei, einer von fünf Gründen für eine Scheidung in Großbritannien. Der Mann erklärte sich für schuldig – wohl auch, um einem Verhör vor Gericht zu entgehen, in dem womöglich seine schwache Libido diskutiert worden wäre, vermutet die „Daily Mail“.

McAlister ist eine von Großbritanniens führenden Scheidungsanwältinnen, sie arbeitet für die Familienabteilung der Kanzlei Russell Jones & Walker. Nach ihrem Kenntnisstand sei der Fall sei der erste, in dem „Shades of Grey“ eine Scheidung ausgelöst habe. Aber die Zahl dieser Fälle werde ansteigen, so die Staranwältin in der „Daily Mail“. „Es gibt einen echten Wandel der Einstellung zu Sex“, sagte McAlister.

„Früher beschwerten sich immer die Männer, dass es im Schlafzimmer nicht wild genug zugehe. Aber jetzt sind es die Frauen, die ihre Männer langweilig nennen, nachdem sie Bücher wie ‚Shades of Grey‘
gelesen haben.“

Die Trilogie der Autorin E.L. James wurde weltweit mehr als 60 Millionen Mal verkauft, der erste Teil stand über Monate an der Spitze der Bestseller-Listen. Das Buch erzählt die Geschichte der sadomasochistischen Affäre zwischen dem Milliardär Christian Grey und der Literaturstudentin Anastasia Steele.


















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