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"Wird ja keiner gezwungen, hierher zu kommen“

Der Neustart von Toni Kroos beim DFB ist gelungen. Nach dem 2:0-Erfolg in Frankreich hat er klargestellt, dass es „falsch wäre, auf die Bremse zu treten“, sondern Euphorie zuzulassen. „Es ist das, nach was sich Fußball-Deutschland und auch die Mannschaft gesehnt hat - nach Erfolgserlebnissen“, erklärte er in seinem Podcast Einfach mal Luppen. Zwar sei es aktuell „tendenziell ein bisschen viel“ an Euphorie, aber: „Das sind Probleme, die wir vorher nicht hatten.“

„Dass wir gute Gegner besiegen können, wurde arg bezweifelt, zu Recht bezweifelt“, sagte Kroos über den Status Quo vor dem Spiel in Frankreich. Es sei allerdings „nur ein Testspiel“ gewesen, „das gilt es zu bestätigen. Man weiß, dass von außen versucht wird, eine gewisse Fallhöhe aufzubauen.“

Generell falle es dem deutschen Fußballfan schwer, eine ausgewogene und nüchterne Position zu vertreten. „Zwischen Vorrundenaus und Europameister gibt es nix mehr – und jetzt sind wir gerade wieder Europameister. Vor einer Woche waren wir noch bei null Punkten in der Vorrunde.“

Kroos: „Viele haben einen Unterschied gespürt“

Kroos stellte nach seinem starken Comeback klar, dass er vor seinem ersten Einsatz seit 2022 „gespannt“ gewesen sei, „was sich stimmungstechnisch verändert hat. Ich wollte maximal unbefangen reingehen.“ Er habe nicht feststellen können, „dass viele Personen einen Rucksack mitbringen mit schlechten Erinnerungen und Gefühlen.“ Dies begründete er auch mit den zahlreichen Kaderveränderungen von Julian Nagelsmann, unter anderem der Nominierung von gleich vier Stuttgart-Spielern.

„Ich habe rumgehört, wie es zuletzt war. Da haben viele bestätigt, dass sie einen Unterschied gespürt haben im Zusammensein, auch vom Training her.“ Er selbst habe diesen Vergleich zu den vergangenen Spielen natürlich nicht.

Nagelsmann kannte Kroos bisher nur vom Telefon. Nach den ersten gemeinsamen Tagen lobte er dessen „absolut klares“ Auftreten. „Eine Klarheit bei ihm im Kopf – in der Besprechung, bei der Verteilung von gewissen Rollen, in Trainingsideen und Spielideen und Anforderungen auf den jeweiligen Positionen.“ Dies helfe „einer Mannschaft, die aus einer gewissen Verunsicherung kommt, immer.“

„Du kannst ja immer noch sagen, das ist geil oder nicht“

Schlussendlich, so Kroos, gehe es nämlich immer darum, einen maximalen sportlichen Erfolg zu erreichen. „Dann kannst du ja immer noch sagen, das ist geil oder nicht. Da wird ja keiner gezwungen, hierherzukommen“, wird der Real-Star deutlich.

Gegen die Niederlande kann das DFB-Team am Dienstagabend (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) den positiven Eindruck aus Lyon bestätigen. „Das ist ja das, wonach wir nach Jahren wieder lechzen, dass wir eine gewisse positive Konstanz reinbekommen. Und die haben wir eben noch nicht.“