KI-Software schafft täuschend echte Partybilder

Im Internet sorgen Fotos von einer Party für Aufsehen. Was das Außergewöhnliche daran ist? Nichts an den Bildern ist echt, eine KI-Software hat sie geschaffen.

KI
Was können KIs alles leisten? (Symbolbild: Getty Images)

Es sind Bilder, wie sie junge Menschen schon unzählige Male gemacht haben. Bilder von einer Party. Junge Frauen sind darauf zu sehen, sie scheinen glücklich, haben Spaß. Ausgelassen lächeln sie in die Kameras, im Hintergrund sieht man ihre Freunde tanzen, sich unterhalten. Und doch! Das scheinbar Gewöhnliche ist in Wahrheit außergewöhnlich. Nichts an diesen Bildern ist echt, nichts greifbar. Alles ist digital, weil computergeneriert.

Der Schöpfer der Fotografien ist das künstlich intelligente Programm Midjourney des gleichnamigen Forschungslabors, wie der Software-Entwickler Miles Zimmerman auf dem sozialen Netzwerk Twitter schreibt. "Midjourney wird wahnsinnig mächtig", kommentiert er die Bilder, die er selbst hochgeladen hat. "Keines der Fotos ist echt und keine der Personen existiert."

Fehler in der Matrix

Wer das noch immer nicht glaubt: Es ist wohl tatsächlich so, weder Bilder noch ihre Inhalte sind Bestandteile der analogen Welt. Schaut man sich die Fotos genauer an, stellt man fest: So manche abgebildete oder besser, generierte Person, wirkt künstlich, eben wie ein Avatar. Auch gibt es einige Irritation, den einen oder anderen Illusionsbruch, Fehler sozusagen in der Matrix.

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Da ist zum Beispiel die junge Frau mit neun Fingern. Die Hand einer zweiten Frau muss ebenfalls mutiert sein. Überhaupt Finger, das scheint die Schwäche des Programms zu sein, seine Mission Impossible, nämlich eine realistische Hand, wahrheitsgetreue Finger und Fingernägel zu erzeugen. Oder sind… – jetzt kommt ein Bange machender Gedanke: Sind diese Fehler gar gewollt?

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Bedrohung durch lernende Computer

Hat die Software die Lücken und Löcher womöglich mit Absicht nicht gefüllt? Um uns Menschen nicht zu alarmieren? Sollen wir unbesorgt glauben, dass der Computer, die Maschinen und Roboter uns Menschen in Sachen Denken und Kreativität nicht das Wasser reichen können? Will Midjourney uns in Sicherheit wiegen, um sich Zeit zu verschaffen, in der es sich verbessern kann, um dann zuzuschlagen und die Herrschaft über die Welt zu erlangen? Wir sollten auf der Hut sein.

Nein, nein, das alles ist scherzhafte Spekulation. Und doch! Viele Menschen betrachten die Situation als bedrohlich. Ihnen gehen die Fähigkeiten von KI-Softwares wie Midjourney, Dall-E und Stable Diffusion zu weit. Die Programme und ihre Hersteller bewegten sich auch ethisch und gesetzlich in der Grauzone. In den USA hat sich die Kritik zu einer Sammelklage verdichtet. Der Vorwurf: Kunst und Text erzeugende Software lerne von den Werken menschlicher Künstler und Autoren, ihre Rechtebesitzer aber werden nicht entschädigt.

Im Video: Künstliche Intelligenz mit geistigen Fähigkeiten