Konservative gewinnen EU-Parlamentswahl in Kroatien

Die regierenden Sozialdemokraten in Kroatien haben bei der Wahl der Vertreter für das EU-Parlament einen Denkzettel verpasst bekommen: Die meisten Abgeordneten in Brüssel und Straßburg stellt die konservative Opposition. (Archivbild)

Die regierenden Sozialdemokraten in Kroatien haben bei der Wahl der Vertreter für das EU-Parlament einen Denkzettel verpasst bekommen: Zweieinhalb Monate vor dem EU-Beitritt des Balkanstaates erhielt die konservative HDZ mit knapp 33 Prozent die meisten Stimmen und stellt nun sechs der zwölf kroatischen EU-Abgeordneten, erklärte die Wahlkommission. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen lag die regierende SDP demnach bei einem Anteil von knapp 32 Prozent und ergatterte fünf Sitze. Der verbliebene Platz geht an die Arbeiterpartei.

In Umfragen bis zu der Wahl am Sonntag war der SDP noch eine klare Mehrheit prognostiziert worden. Nicht nur ihr Stimmanteil, auch die Wahlbeteiligung insgesamt lag aber deutlich unter den Erwartungen: Nur jeder Fünfte (20,79 Prozent) gab seine Stimme ab, obwohl die Regierung von Ministerpräsident Zoran Milanovic von einer "historischen Wahl" auf dem Weg des Landes in die EU gesprochen hatte.

Beobachter führten das schwache Interesse auf die schwierige wirtschaftliche Lage Kroatiens und auf die Krise in der EU zurück. Überdies wurden die Abgeordneten nicht für eine volle Amtszeit sondern nur für zwölf Monate bestimmt, weil im kommenden Jahr das gesamte EU-Parlament neu gewählt wird. Kroatien mit seinen 4,2 Millionen Einwohnern wird der EU zum 1. Juli als zweite der sechs ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken beitreten. Als erste wurde Slowenien 2004 EU-Mitglied, dort wurde auch schon der Euro eingeführt.