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Krieg im Gazastreifen: Luftangriffe im Süden, Hungersnot im Norden

Krieg im Gazastreifen: Luftangriffe im Süden, Hungersnot im Norden

Bei einem israelischen Luftangriff auf die im Süden des Gazastreifens gelegene Stadt Chan Junis sind nach palästinensischen Angaben am Dienstag mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen.

Mehr als 30.000 Todesopfer seit Kriegsbeginn

Man führe gezielte Angriffe auf militärische Infrastruktur in Chan Junis aus und versuche, Zivilist:innen aus den betroffenen Gebieten zu evakuieren, teilte das israelische Militär mit.

Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen, das von der Hamas kontrolliert wird, hat seit Kriegsbeginn vor knapp fünf Monaten mehr als 30.600 Todesopfer vermeldet. Rund 72.000 Menschen seien seit dem 7. Oktober verletzt worden.

Erneute Luftlieferungen im Norden des Gazastreifens

Erneut haben die USA und Jordanien gemeinsam Hilfsgüter über dem Norden des Gazastreifens abgeworfen. Es ist bereits die zweite Luftlieferung seit Samstag.

Nach US-Angaben wurden am Dienstag 36.800 Mahlzeiten in der vom Hunger geplagten Region abgeworfen. Bis zu 300.000 Palästinenser:innen halten sich schätzungsweise weiter dort auf.

Hilfsorganisationen sahen sich aufgrund der chaotischen Umstände in dem Gebiet gezwungen, die Verteilung von Lebensmitteln dort einzustellen.

Die Luftlieferungen reichen den Angaben der Organisationen zufolge jedoch nicht aus, um den Hungernden zu helfen. Deshalb fordern sie weiter einen Waffenstillstand und Grenzöffnungen im Norden des Gazastreifens.

Kinder besonders betroffen von Hungersnot

Die Vereinten Nationen warnen, dass etwa ein Viertel der 2,3 Millionen Menschen im Gazastreifen hungern. Besonders junge Kinder leiden unter dem Mangel an Lebensmitteln.

Mindestens zehn Kinder sind nach UNICEF-Angaben im Norden des Gazastreifens an Dehydrierung und Unterernährung gestorben. Seit Monaten erreichen nur wenige Hilfsgüter die Region.

Adele Khodr, die regionale UNICEF-Direktorin für den Nahen Osten und Nordafrika, klagte in einer Stellungnahme am Montag: "Diese tragischen und fürchterlichen Tode sind menschengemacht, vorhersehbar und komplett vermeidbar."