Nach Kritik: ARD räumt Fehler bei der Berichterstattung zu Beirut ein

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Bei der Explosion in Beirut wurden am vergangenen Dienstag etwa 5.000 Menschen verletzt, mehr als 135 kamen ums Leben. Die "Tagesschau" berichtete dennoch erst ganz am Ende der Sendung über die Katastrophe. Nun räumt die Chefredaktion ihren Fehler ein.

"Es waren Bilder, die verstörend waren: eine Explosion. Blutüberströmte Menschen. Glassplitter auf den Straßen. Staubwolken, die ein ganzes Stadtviertel unter sich begraben." Mit diesen Zeilen beginnt das Statement der Chefredaktion von ARD-aktuell zur Berichterstattung über das Unglück in der "Tagesschau" und bei den "Tagesthemen" im Ersten.

Am vergangenen Dienstag hatten die beiden Nachrichtensendungen zwar über die Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut und die Toten und Verletzten berichtet. Allerdings kam der Beitrag in der "Tagesschau" um 20.00 Uhr erst ganz am Ende der Sendung. In den späteren "Tagesthemen" wurde die Katastrophe nur in einem Kurzbericht im Nachrichtenblock behandelt. Dies sei "eine journalistische Fehleinschätzung" gewesen, wie die Chefredakteure von ARD-aktuell Marcus Bornheim, Helge Fuhst und Juliane Leopold nun in einem Online-Statement einräumen.

"Über Social Media haben wir schnell reagiert und ausführlich berichtet, aber hätten wir dieses Ereignis nicht auch im klassischen Fernsehen besser abbilden müssen?" Diese Frage stellen die drei Redakteure zu Beginn und antworten zugleich: "Ja, hätten wir." Im Nachhinein sei es schwierig zu erklären, warum das Geschehen am Dienstag nicht ausreichend behandelt worden ist, heißt es weiter. "Es sind marginale Details, die am Ende zu einer Fehlerkette führen", erklärt die Chefredaktion. Inzwischen würden sich die Teams von "Tagesschau" und "Tagesthemen" für ihren Fehler "grämen", heißt es weiter.

"So ein Abend wie gestern nagt an unserem Selbstverständnis." Anschließend verweisen die Verfasser des Statements erneut auf ihren Auftritt in den sozialen Medien: "Unser Social-Media-Team hat schnell reagiert und einen sehr erfolgreichen Livestream gebaut, sodass man dort ab 19 Uhr tatsächlich zum Augenzeugen werden konnte und auch der Chef vom Dienst bei tagesschau.de hat die Live-Bilder aus Beirut in den Artikel gesetzt." Am Ende steht die Erkenntnis: "Dieser Abend hat uns eines gezeigt: Wir müssen immer wieder an uns arbeiten, damit wir besser werden."

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