Kunstinstallation verwandelt Acker in Traumlandschaft

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Mit dem Kunstprojekt „Grow“ verbindet der niederländische Künstler Daan Roosegaarde Umweltschutz und Lichtdesign. Led-Leuchten verwandeln dafür ein Lauchfeld in eine Traumlandschaft.

Das Projekt Grow des niederländischen Künstlers Daan Roosegaardes sieht nicht nur schön aus, es soll vor allem Aufmerksamkeit schaffen für die Landwirtschaft und ihren Nutzen für die Menschheit. Foto: Daan Roosegaarde
Das Projekt Grow des niederländischen Künstlers Daan Roosegaardes sieht nicht nur schön aus, es soll vor allem Aufmerksamkeit schaffen für die Landwirtschaft und ihren Nutzen für die Menschheit. Foto: Daan Roosegaarde

Die Schönheit der Natur mit Kunst in Szene setzen: Das möchte der niederländische Licht-Artist Daan Roosegaarde mit seinem aktuellen Projekt „Grow“. Das hat er mit einer Imagefilm-Premiere auf Youtube, begleitet von zahlreichen Beiträgen auf weiteren sozialen Netzwerken, vergangene Woche vorgestellt.

Das Projekt sei, so heißt es in der zugehörigen Pressemitteilung, eine Hommage an die Faszination und Bedeutung der Landwirtschaft.

Roosegaarde inszeniert dafür mit „Grow“ 20.000 Quadratmeter Ackerfläche, auf der Lauchpflanzen angebaut werden, als „leuchtende Traumlandschaft“.

Dafür bestrahlt er Pflanzen in der Dunkelheit mit roten, blauen und ultravioletten Led-Leuchten, die sich wellenförmig bewegende Muster werfen. Das Licht sei, heißt es in der Projektbeschreibung, „poetisch“ und inspiriert durch die Photobiologie. Das ist eine Teildisziplin aus Biologie und Chemie, die Wechselwirkungen zwischen Licht und Organismen untersucht.

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Weniger Pestizide durch Lichtinstallation

Hinter „Grow“ steht also nicht nur Ästhetik, sondern ein wissenschaftlicher Ansatz: Das Licht soll Erkenntnissen der Photobiologie zufolge Wachstum und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen verbessern. Angeblich kann durch das Licht der Einsatz von Pestiziden um 50 Prozent gesenkt werden. Zudem entstammt der Strom für die Lichtinstallation Solaranlagen, womit die Kunst einen nachhaltigen Gedanken erhält.

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Das Projekt hat Roosegaarde erdacht, um den gigantischen landwirtschaftlichen Flächen, die weltweit der Ernährung der Menschheit dienen, mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Und den Erzeuger*innen dahinter. Eine Frage, die er deshalb stellt, lautet: „Wie kann man die Menschen in der Landwirtschaft zu Held*innen machen?“

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Agrar wird Kultur

„Grow“ ist in den vergangenen zwei Jahren entstanden unter der Leitung von Roosegaarde und seinem Team. Unterstützt wurden sie von der Universität Wageningen, wo vor allem im Bereich der Biowissenschaften geforscht und ausgebildet wird, und dem Weltwirtschaftsforum, das sich auch mit globalen Entwicklungen der Umweltnutzung beschäftigt.

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Roosegaarde bezeichnet sein Designbüro Studio Roosegaarde in Rotterdam als „social design lab“. Mit seiner Arbeit möchte er Mensch und Technologie durch Kunst verbinden, dadurch den Alltag verbessern und Hoffnung im Kampf gegen die Klimakrise spenden.

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