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"Ein Land ohne Landwirte ist ein leeres Land" - Bauern in Griechenland sehen ihre Existenz bedroht

In Griechenland protestieren Landwirte jetzt auch vermehrt in Thessaloniki, wo derzeit die Messe "Agrotica" stattfindet. Auf hunderten Traktoren zogen sie durch die zweitgrößte Stadt des Landes und forderten Hilfsgelder von der Regierung in Athen, aber auch von der Europäischen Union.

Viele sehen die Existenz ihrer Höfe bedroht

Viele Bäuerinnen und Bauern sagen, die Existenz ihrer Höfe sei bedroht.

Landwirtin Efi Tzotzopoulos fordert drastische Reformen. Und sie warnt eindringlich im Gespräch mit Euronews: "Sie müssen die EU-Agrarsubventionen ändern, damit die Landwirte arbeiten können, damit sie wissen, was sie anbauen können und was ihr Einkommen sein wird. Wenn diese Situation anhält und keine Maßnahmen ergriffen werden, wird der ganze Sektor ausgelöscht."

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, aber viele Landwirtinnen und Landwirte fühlen sich verhöhnt und fordern viel mehr.

Rizos Maroudas ist einer der Organisatoren der Straßenblockaden. Er sagt zu den Ankündigungen des Ministerpräsidenten: "Diese Maßnahmen entsprechen nicht der heutigen Situation, den hohen Produktionskosten und den erniedrigenden Preisen, zu denen wir unsere Produkte verkaufen, sowie der finanziellen Lage des Landes. Das Land hat das Geld, um die Landwirtschaft zu unterstützen."

"Ein Land ohne Bauern ist ein leeres Land"

Einige meinen sogar, sie müssten Griechenland verlassen, um zu überleben.

Landwirt Thomas Tsaltas warnt vor einer Welt ohne Bauernhöfe: "Wir wollen eine realistische Senkung der Produktionskosten. Wir wollen auf unseren Höfen, in unseren Häusern und in unserem Land bleiben, denn ein Land ohne Bauern ist ein leeres Land."

In Mittel- und Nordgriechenland wollen die Landwirte ihre Straßenblockaden aufrecht erhalten.

Euronews-Reporter Apostolos Staikos fasst zusammen: "Wenige Monate vor den Wahlen im Juni machen die europäischen Landwirte auf sich aufmerksam und gewinnen die Aufmerksamkeit der politischen Welt und der öffentlichen Meinung. An dem gemeinsamen Kampf beteiligen sich auch die griechischen Landwirte, die argumentieren, dass hohe Energiekosten und teure Rohstoffe sie zu der Entscheidung veranlassen, ihr Land aufzugeben".