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Das Leben in Kiew fernab von Luftschutzbunkern

Wenn in Kiew die Sirenen heulen und einen Luftangriff ankündigen, flüchten die Menschen in Schutzräume. Doch davon gibt es nicht genug für alle.

Familien suchen zu Hause Schutz und beten anstatt eine der städtischen Luftschutzbunker aufzusuchen. Oft sind sie zu weit weg.

Vor einigen Tagen starben bei einem Angriffe ein kleines Kind und seine Mutter vor der Tür eines geschlossenen Luftschutzraums. Seitdem gibt es Spannungen und Beschuldigungen zwischen den lokalen Behörden und der ukrainischen Regierung. Eine Inspektion zeigte, dass fast ein Viertel aller Schutzräume verschlossen oder unbrauchbar sind. Außerdem gibt es in der Stadt viel zu wenige davon.

Ranva lebt mit ihren zwei Kindern und einem kleinen Hund am Stadtrand in einer Wohnung im zwölften Stock - und zu weit weg vom nächsten Schutzraum.

"Hier haben hier zwei Wände", sagte Ranva, die auf ein provisorisches Nachlager auf dem Boden im Flur ihrer Wohnung zeigt. "Wenn die Fenster zerbersten, sind wir hier vor dem Glas geschützt."

Wenn es allerdings eine Rakete sei, die einschlägt, so Ranva, dann wäre das tödlich. Es ist sicher nicht leicht, unter solch dramatischen Umständen einzuschlafen, aber das Leben geht weiter und in den vergangenen Wochen gab es fast jeden Tag russische Bombardierungen.

Ranva sagt: "Ich schaue nicht alle fünf Minuten die Nachrichten, sonst werde ich verrückt.“ In den Nachrichten können die Ukrainer:innen verfolgen, ob gerade aktute Gefahr droht. Dort heißt es dann zum Beispiel, dass sechs Flugzeuge Russland verlassen haben und auf dem Weg in die Ukraine sind.