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Eine Lebensgeschichte wie ein Hollywoodfilm: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

Als erster schwarzer Polizist in Sachsen hat es Sam (Malick Bauer) nicht leicht. (Bild: The Walt Disney Company)
Als erster schwarzer Polizist in Sachsen hat es Sam (Malick Bauer) nicht leicht. (Bild: The Walt Disney Company)

Die unglaubliche Lebensgeschichte von Sachsens erstem schwarzen Polizisten und der nimmermüde Morgan Freeman in einem berührenden Drama: Welche Streaming-Highlights die kommende Woche bereithält, verrät die Übersicht.

Der Siebenteiler "Sam - Ein Sachse" - die erste deutsche Disney-Serie überhaupt - erzählt die unglaubliche Lebensgeschichte von Sam Meffire. Er wurde als erster Schwarzer in der DDR Volkspolizist, diente nach der Wende als Gesicht einer Kampagne gegen rechte Gewalt - und kam später in den Knast. Was Netflix, Prime Video und Co. in den nächsten Tagen sonst noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

Lügen haben bei Charlie (Natasha Lyonne) keinen Zweck. (Bild: 2022 Peacock TV LLC)
Lügen haben bei Charlie (Natasha Lyonne) keinen Zweck. (Bild: 2022 Peacock TV LLC)

"Sam - Ein Sachse", Disney+

Die erste deutsche Disney-Serie "Sam - Ein Sachse" erzählt die unglaubliche, aber wahre Lebensgeschichte von Sam Meffire, dessen Vater aus Kamerun in die DDR zum Studieren kam - und dort unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Meffires (Malick Bauer) Ziel ist, sein Vaterland zu schützen: Er will sich bei der Eliteeinheit der Volkspolizei bewerben.

Diese Idee und sein aufbrausendes Wesen, das mit vielen rassistischen Erfahrungen in Sams Leben, einer schwierigen Mutter und einem eventuell umgebrachten Vater zu tun hat, stürzen die Beziehung von Sam und seiner Freundin Antje (Luise von Finckh) in eine schwere Krise. Trotzdem erfüllt sich Sam seinen Traum und wird als Gesicht einer Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit in seiner Heimat berühmt. 1994 quittiert er dennoch den Dienst, rutscht selbst in die Kriminalität ab.

In "Sam - Ein Sachse" (ab 26. April, Disney+) erlebt das Publikum eine Wende- und Postwende-Geschichte aus dem Blickwinkel eines schwarzen Deutschen, die man so noch nicht gesehen hat. Es ist eine emotionale Erzählung über offenen und versteckten Rassismus, Ausgestoßensein und der schwierigen Suche nach Identität und Orientierung.

Nach einem verhängnisvollen Unfall verliert Allison (Florence Pugh) völlig den Halt im Leben. (Bild: Sky UK / Union Square Productions Inc.)
Nach einem verhängnisvollen Unfall verliert Allison (Florence Pugh) völlig den Halt im Leben. (Bild: Sky UK / Union Square Productions Inc.)

"Poker Face", WOW

Nach den hochgelobten "Knives Out"-Filmen versucht sich Regisseur Rian Johnson nun im Serienfach: In der Crime-Serie "Poker Face" (ab 25. April, Sky) schickt der Showunner Natasha Lyonne auf eine Roadtrip-Odyssee durch die USA. Während ihrer Reise ist bei seltsamen Kriminalfällen das besondere Talent von Charlie (Lyonne) gefragt: Sie erkennt direkt, wenn jemand lügt. Gepaart mit ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und der Fähigkeit, mit Menschen umzugehen, versucht sich die Ex-Kellnerin als Detektivin.

"Poker Face" ist eine Krimiserie vom alten Schlag, will heißen: Das Publikum erwarten keine Sherlock-Holmes-haften, genialistischen Ermittlungsmethoden. Stattdessen gibt Lyonne eine Art modernen Columbo. Doch auch wenn die Fälle oft geradlinig verlaufen und die Episoden nach ähnlichem Schema aufgebaut sind, machen die Geschichten der knorrigen Eigenbrötlerin mit ihrer getönten Fliegerbrille und der nicht zu bändigenden Haarpracht mächtig Spaß. Eine ganz eigene "Lonely Woman"-Ästhetik, klassische Krimielemente, ein toller Soundtrack und prominente Gastdarsteller um Oscar-Gewinner Adrien Brody - mit "Poker Face" startet am 24. April ein echtes Streaming-Highlight bei WOW.

Wird von seiner Vergangenheit eingeholt: Mason (Richard Madden). (Bild: Amazon Studios)
Wird von seiner Vergangenheit eingeholt: Mason (Richard Madden). (Bild: Amazon Studios)

"A Good Person", WOW

Allisons (Florence Pugh) Leben scheint perfekt zu sein. Das liegt vor allem an Nathan (Chinaza Uche), mit dem sie eine Beziehung wie aus dem Bilderbuch führt. Doch kurz vor der geplanten Hochzeit kommt es zur Katastrophe: Auf dem Weg zum Brautmodenladen verursacht Allison einen verhängnisvollen Unfall, bei dem Nathans Schwester und deren Ehemann versterben.

In der Folge zerbricht im Sky Original "A Good Person" zunächst Allisons Beziehung zu Nathan, dann verfällt sie einem Sog aus Selbstmordgedanken und Tablettensucht. Auf Bestreben ihrer Mutter Diane (Molly Shannon) ringt sich die gebrochene junge Frau dazu durch, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen. Dort findet sie überraschend in Nathans Vater Daniel (Morgan Freeman), einem trockenen Alkoholiker, einen Zuhörer. Doch der Greis, der auf seine Weise um seine tote Tochter trauert, hat auch sein Päckchen zu tragen - und muss für seine Enkelin Ryan (Celeste O'Connor) sorgen.

Trotz bisweilen eingestreuter humoristischer Elemente beweist Regisseur Zach Braff ("Scrubs - Die Anfänger") im feinfühlig erzählten und behutsam inszenierten Drama "A Good Person", dass er auch anders kann. Besonders die groß aufspielenden Hauptdarsteller Morgan Freeman und Florence Pugh überzeugen auf ganzer Linie. "A Good Person" gibt es ab 29. April bei WOW zu sehen.

"The Woman King" erzählt von einer rein weiblichen afrikanischen Elite-Kampfeinheit im 19. Jahrhundert. In der Hauptrolle: Oscar-Preisträgerin Viola Davis (Bild).  (Bild: Sony Pictures)
"The Woman King" erzählt von einer rein weiblichen afrikanischen Elite-Kampfeinheit im 19. Jahrhundert. In der Hauptrolle: Oscar-Preisträgerin Viola Davis (Bild). (Bild: Sony Pictures)

"Citadel", Prime Video

Mit üppigen Budgets kennen sich Anthony und Joe Russo aus. Die Regisseure und Produzenten hantierten bei den "Avengers"-Filmen bereits mit Summen jenseits der 300 Millionen. Doch viel Geld ist keine Qualitätsgarantie: Der Netflix-Film "The Gray Man" blieb trotz 200-Millionen-Dollar-Geldspritze des Streamingdienstes hinter den Erwartungen zurück. Nun wollen es die Russo-Brüder bei Prime Video besser machen. Schlappe 250 Millionen Dollar flossen in die Thrillerserie "Citadel", die am 28. April beim Streamingdienst von Amazon ihr Debüt feiert.

Die titelgebende und unabhängig von Staaten operierende Geheimeinheit ist zu Beginn der sechsteiligen Miniserie aber bereits Geschichte. Aus den eigenen Reihen heraus verraten, wurden die Erinnerungen der einstigen Agenten an ihre Tätigkeit zu ihrem eigenen Schutz bereinigt. Doch für Mason (Richard Madden) nimmt alles eine verhängnisvolle Wende, als sein Ex-Kollege Bernard (Stanley Tucci) Mason nach Hilfe fragt - und ihn über seine Vergangenheit aufklärt.

"Citadel" trumpft mit einer Agentenhandlung der alten Schule auf. Will heißen: Atemlose Action trifft auf weltumspannende Verschwörung und gefährliche Geheimnisse. Doch wie Mason schon seiner Verbündeten Nadia (Priyanka Chopra Jonas) näherbringt: Die Erinnerung an die Vergangenheit ist der Schlüssel, um die Zukunft zu retten.

"The Woman King", WOW

Sie erinnern ein wenig an das Bild der Amazonen, sie kämpfen unerschrocken wie die Wikinger: Die Agojie, um die es in "The Woman King" geht, sind eine rein weibliche Elite-Kampfeinheit im westafrikanischen Königreich Dahomey. Sie leben in einem Palast, Außenstehende betrachten sie aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten als beinahe mythische Wesen. Diese Agonjie stehen im Jahr 1823 unter dem Kommando von Generalin Nanisca - eine geborene Anführerin, verkörpert von Oscar-Gewinnerin Viola Davis. Sie muss ihr Volk und deren Kultur vor ausländischen Invasoren und den verfeindeten Oyo-Kriegern beschützen.

"The Woman King" taucht tief ein in die afrikanische Geschichte und trumpft mit fein gezeichneten Charakteren auf. Zugleich bietet der Film Action-Kino auf höchstem Niveau - ein ambitioniertes Hollywood-Spektakel aus der Mitte Afrikas, das in einer Reihe stehen will mit Filmen wie "Der letzte Mohikaner" oder "Braveheart". "The Woman King" (ab 28. April bei WOW) ist darüber hinaus auch ein Werk mit stark feministischen Zügen. Inhaltlich, aber auch in der gesamten Entstehung: Die Idee zu dem Action-Drama entwickelte Produzentin Maria Bello, Regie führte Gina Prince-Bythewood, das Drehbuch verfasste Dana Stevens, für die Kameraarbeit war Polly Morgan verantwortlich.