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Leichnam einer Nonne vier Jahre nach ihrem Tod noch nicht verwest

Ein kleiner Ort im US-Bundesstaat Missouri ist unerwartet zu einem Pilgerziel geworden. Dort wurde der Leichnam einer Nonne exhumiert, der mehrere Jahre nach dem Tod der Ordensgründerin nicht verwest ist.

Symbolbild: Getty Images
Symbolbild: Getty Images

Der im Bundesstaat Missouri exhumierte Leichnam einer Nonne des Benediktinerordens sorgt weit über die USA hinaus für Aufsehen. Die sterblichen Überreste der 2019 verstorbenen Schwester Wilhelmina Lancaster, Gründerin des Nonnenordens "Benediktinerinnen von Maria, Königin der Apostel", weisen keine Anzeichen von Verwesung auf.

"Uns wurde vom Friedhofspersonal gesagt, dass wir nur Knochen vorfinden würden, da Schwester Wilhelmina ohne Einbalsamierung und in einem einfachen Holzsarg beerdigt wurde", sagt eine namentlich nicht genannte Nonne des in Gower, Missouri ansässigen Klosters dem US-Magazin Newsweek.

Nach einem Bericht von Catholic Online wurde Schwester Wilhelmina Lancaster, geborene Mary Elizabeth Lancaster, an Christi Himmelfahrt ausgegraben, um zu ihrer letzten Ruhestätte in eine Klosterkapelle überführt zu werden. Die Ordensschwester war am im Mai 2019 im Alter von 95 Jahren gestorben.

Wie lässt sich das Phänomen erklären?

Der Fall hat weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Zahlreiche Gläubige sind ins Kloster des Nonnenordens gepilgert, um den Leichnam zu sehen. "Der Zustand der sterblichen Überreste von Schwester Wilhelmina Lancaster hat verständlicherweise großes Interesse hervorgerufen und wichtige Fragen aufgeworfen", teilte die Diözese von Kansas City-St. Joseph in einer von CNN zitierten Stellungnahme mit.

Es sei wichtig, die "Integrität" der sterblichen Überreste der Toten zu schützen, um eine gründliche Untersuchung des Falls zu gewährleisten", so die Diözese weiter. Der Bischoff der Einrichtung, James Johnston, bitte alle Gläubigen, "für Gottes Willen zu beten".

Im Katholizismus wird Unverweslichkeit den Heiligen zugeschrieben und als Zeichen göttlichen Wirkens angesehen. Laut Catholic News Agency wurden bisher mehr als 100 unverwesliche Leichen entdeckt. Mit Schwester Wilhelmina Lancaster sei zum ersten Mal eine Afroamerikanerin von dem Phänomen betroffen, wie Mutter Cecilia Snell, die Äbtissin des Klosters, vermutet.

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Aus wissenschaftlicher Sicht ist Unverweslichkeit indes kein Wunder. Studien konnten belegen, dass das Phänomen unter anderem durch mangelnden Sauerstoff und Feuchtigkeit in der Grabesstätte begünstigt wird. Vor diesen Hintergrund verortet Nicholas Passalacqua, Leiter der forensischen Anthropologie an der Western Carolina University in Cullowhee, North Carolina, entsprechend den Fall von Schwester Wilhelmina.

Im Allgemeinen dauere es etwa fünf Jahre, bis Leichen, die nicht in einem Sarg oder einem anderen Behältnis beerdigt wurden, bis aufs Skelett verwesen, so der Professor gegenüber CNN. Insofern finde er es persönlich "nicht allzu überraschend", dass die Überreste von Wilhelmina Lancaster noch gut erhalten seien, da die Nonne in einem Sarg beerdigt war.