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"Lied, das Stereotypen bricht": Spanischer Ministerpräsident verteidigt "frauenfeindlichen" ESC-Song

Nebulossa treten für Spanien beim Eurovision Song Contest 2024 an. Deren Song steht heftig in der Kritik, weswegen sich jetzt sogar der spanische Ministerpräsident äußert. (Bild: TVE)
Nebulossa treten für Spanien beim Eurovision Song Contest 2024 an. Deren Song steht heftig in der Kritik, weswegen sich jetzt sogar der spanische Ministerpräsident äußert. (Bild: TVE)

Die Vorwürfe gegen den spanischen ESC-Song "Zorra" wiegen schwer: Allein der Titel sei "frauenfeindlich" - von weiteren Textzeilen ganz zu schweigen. Nun klinkt sich erstmals der spanische Ministerpräsident in die Debatte mit ein, verteidigt das Lied und spricht von einem "lustigen Lied".

Anfang Mai geht der Eurovision Song Contest in die nächste Runde. Spanien tritt mit dem Duo Nebulossa - bestehend aus María "Mery" Bas und Mark Dasous - an. Ihr Lied "Zorra" steht vor allem wegen des Titels in Kritik. Denn das Wort "Zorra" bedeutet "Füchsin", wird umgangssprachlich allerdings eher als "Sch****e" verwendet. Nun schaltete sich sogar der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez in die Debatte ein und verteidigte den Song gegen jedwede Vorwürfe, dass es sich um "frauenfeindliche" Textzeilen handle. Das berichtet unter anderem die Zeitschrift "NME".

Übersetzt man die Lyrics von "Zorra" ins Deutsche, heißt es unter anderem: "Wenn ich alleine ausgehe, bin ich die Sch****e". Ursprünglich sei der Song als Kommentar zu der Doppelmoral, der Frauen ausgesetzt sind, gedacht gewesen. Denn wenn hingegen ein Mann als "Zorra" bezeichnet wird, wird das synonym zu "Schlingel" verwendet. Daran übte eine feministische Organisation aus Madrid Kritik: Das Lied beleidige "Frauen auf sexistische Weise". Es sei "absurd" zu behaupten, dass die "beharrliche Wiederholung" des Wortes Frauen "stärken" könne.

Unterstützung von höchster Stelle: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez kann die Kritik am spanischen ESC-Beitrag nicht nachvollziehen. (Bild: Carlos Alvarez/Getty Images)
Unterstützung von höchster Stelle: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez kann die Kritik am spanischen ESC-Beitrag nicht nachvollziehen. (Bild: Carlos Alvarez/Getty Images)

Vorwürfe, spanischer ESC-Song sei "frauenfeindlich"

Sanchez hingegen lobte "Zorra" als ein "lustiges Lied, das Stereotypen bricht". Der Politiker verteidigte die Songauswahl in der Sendung "Al Rojo Vivo" des Fernsehsenders La Sexta, wie die BBC berichtet: "Mir scheint, dass Feminismus nicht nur fair ist, sondern auch Spaß machen kann, und diese Art von Provokation muss aus der Kultur kommen", erklärte Sanchez demnach.

In der Zwischenzeit hat die EBU, die den Eurovision Song Contest organisiert, bestätigt, dass der Song mit ihren Regeln für Liedtexte übereinstimmt. "Die EBU ist sich bewusst, dass der Titel des Liedes viele Bedeutungen hat", heißt es in einer offiziellen Erklärung. "In Anbetracht des Kontextes des Textes und der Botschaft sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das Lied für die Teilnahme am Wettbewerb geeignet ist." Auch María "Mery" Bas von Nebulossa wies die Kritik zurück. "Wir sind keine 20 Jahre alt", konstatierte sie gegenüber spanischen Reportern. "Ich mache mir nichts daraus." Das große Finale des Wettbewerbs findet dieses Jahr am Samstag, 11. Mai, in Malmö, Schweden, statt.

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