Lindenthaler Geschäftsleute: Die Einzelhändler suchen nach neuen Ideen

Ein neuer Vorstand führt die Einzelhändler in einer schwierigen Zeit.

Mit einem neuen Vorstand wird sich der Ring Lindenthaler Geschäftsleute den aktuellen Herausforderungen stellen.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des Vereins haben die Einzelhändler Georg Hempsch, Betreiber der Kölner Kaffeemanufaktur an der Dürener Straße, zum Vorstandsvorsitzenden gewählt. Michael Neffke, Inhaber der Lindenthaler Allianz Generalvertretung, ist sein Stellvertreter. Die Schriftführerin Sabine Eckart von der gleichnamigen Fleischerei und der Schatzmeister Michael Orgas, Leiter der Filialdirektion Lindenthal der Sparkasse Köln-Bonn, wurden in ihrem Amt bestätigt.

Henning Moeller nicht mehr zur Kandidatur angetreten

Der Wechsel an der Spitze der Lindenthaler Geschäftsleute war nötig geworden, weil der bisherige Vorstandsvorsitzende Henning Moeller nicht mehr für das Amt kandidierte. Nach vier Jahren im Amt hatte er er es vorgezogen, den Posten einem anderem Mitglied mit neuen Ideen zu überlassen.

Die Geschäftsleute sind mit der neuen Führung hochzufrieden und haben größtmögliche Unterstützung signalisiert. Gegenkandidaten gab es bei der Wahl nicht.

Die beiden neuen Vorstandsvorsitzenden Georg Hempsch und Michael Neffke möchten die Dürener Straße und die anliegenden Straßen in Lindenthal als Standort für den Einzelhandel stärken. Sie übernehmen die Vereinsgeschäfte in einer schwierigen Zeit.

Verdi wollte klagen

Die Stadtverwaltung hat auf Druck der Gewerkschaft Verdi die verkaufsoffenen Sonntage gestrichen. Verdi drohte, gegen die Veranstaltungen zu klagen.

Der Ring Lindenthaler Geschäftsleute veranstaltet aber seit vielen Jahren jeweils an verkaufsoffenen Sonntagen die „Streetgallery“,verschiedene Ausstellungen in den Geschäften und den Tag der Nostalgie, bei dem Kunden mit Deutscher Mark bezahlen und Oldtimer bewundern können.

Nun müssen die Händler ein neues Konzept entwickeln. So will der Ring statt des verkaufsoffenen Sonntags den Samstag noch stärker nutzen.

Der Ring Lindenthaler Geschäftsleute besteht aus rund 120 Mitgliedern aus Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie und Handwerk. An der Dürener Straße befinden sich größtenteils inhabergeführte Geschäfte.

Interview mit Georg Hempsch, dem neuen Vorsitzenden der Lindenthaler Geschäftsleute, über die Vorteile des Einzelhandels

Herr Hempsch, Sie sind neuer Vorstand des Rings Lindenthaler Geschäftsleute und ein relativ neues Gesicht an der Dürener Straße. Wann und warum haben Sie dort ihre Kaffeerösterei eröffnet?

Ich habe vor anderthalb Jahren mit meiner Frau unsere Kaffeemanufaktur an der Dürener Straße eröffnet. Ich bin Betriebswirt und habe zuletzt zwölf Jahre im Marketing und Vertrieb bei einem bekannten italienischen Nudelhersteller gearbeitet. Dann wollte ich einfach etwas eigenes machen. Das sollte angesichts unserer globalisierten Welt etwas Lokales sein. Ich bin ein Kaffeeliebhaber, so hat sich die Idee mit der Kaffeerösterei langsam entwickelt. Ich habe während einer beruflichen Auszeit eine Ausbildung zum Sommelier gemacht. Und als Sommelier hat man auch eine gute Nase für den Kaffee. Ich habe dann noch in der Rösterei eines Freundes in Hannover gearbeitet und Erfahrungen gesammelt.

Warum haben Sie sich entschieden, für das Amt des Vorstandsvorsitzenden des Rings Lindenthaler Geschäftsleute zu kandidieren?

Für mich als Einzelhändler ist der Standort an der Dürener Straße sehr wichtig. Wir vier Vorstandsmitglieder sind alle hochmotiviert und möchten die Dürener Straße und ihre Nebenstraßen als Standort für Einzelhandel und Dienstleistungen erhalten und stärken. Eine solche Gemeinschaft von Geschäftsleuten ist heute enorm wichtig. Sonst ziehen allzu leicht erst die Billigketten in die Ladenlokale und dann folgen die Leerstände.

Wie überlebt man denn heutzutage in Zeiten des Onlinehandels als Einzelhändler?

Wir müssen dem Kunden ein Einkaufserlebnis verschaffen. Im Internet können sie die Waren ansehen. In einem Laden können sie aber auch riechen, schmecken und fühlen. Wir Händler können den Kunden beraten, kennen ihn und kennen seine Wünsche. Wir können besonderen Service anbieten. Ich kenne hier in Lindenthal eine Apotheke, die liefert am gleichen Tag noch die Ware, die Sie benötigen, nach Hause. Wichtig sind auch Events wie die Street Gallery oder der Tag der Nostalgie.

Allerdings haben die bislang an verkaufsoffenen Sonntagen stattgefunden, die nun von der Stadt gestrichen wurden. Was werden Sie tun?

Wir werden diese Veranstaltungen einfach auf Samstage verlegen und dann die Geschäfte länger öffnen. Natürlich ist es wichtig, dass alle Geschäftsleute mitmachen. Ein Zusammenschluss von Geschäftsleuten ist heute viel wichtiger als vor einigen Jahren. Deswegen wollen wir viele Mitglieder gewinnen, indem wir die Händler persönlich ansprechen. Da müssen wir zur Not auch die Ochsentour machen.

Das Gespräch führte Susanne Esch

Georg Hempsch (42) ist verheiratet und hat ein Kind. Er hat nach dem Abitur in Düren in Paris eine Banklehre absolviert, dann in Münster Betriebswirtschaftslehre studiert. Seit anderthalb Jahren betreibt er die Kölner Kaffeemanufaktur an der Dürener Straße....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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