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Live-Ticker zum Israel-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen

Nach dem beispiellosen Angriff der islamistischen Hamas auf Israel gehen die Kämpfe weiter. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.

Die aktuellen Entwicklungen im Israel-Krieg im Live-Ticker.
Die aktuellen Entwicklungen im Israel-Krieg im Live-Ticker.

Dieser Ticker ist beendet.

  • Berichte über zahlreiche Tote und Verletzte nach Luftangriff in Gaza

  • Israel bestätigt Berichte über geplante Gaza-Pufferzone

  • Israel: Verhandlungen über Gaza-Feuerpause in einer Sackgasse

  • Israels Armee meldet weitere Angriffe auf 400 Ziele im Gazastreifen - Sorge um Zivilisten

  • Berichte über schwere Kämpfe im Süden Gazas

  • Bericht: USA lieferten Israel bunkerbrechende Bomben

  • Israels Armee kämpft «so lange wie nötig»

  • Israel geht von noch 137 Geiseln aus

  • Palästinenser: Hilfslieferungen nach Gaza gestoppt

Die aktuelle Lage im Newsstream:

+++ Berichte über zahlreiche Tote und Verletzte nach Luftangriff in Gaza +++

Bei einem israelischen Luftangriff im Flüchtlingsviertel Dschabalia im Norden des Gazastreifens hat es nach Angaben einer Hamas-Behörde viele Tote gegeben. Dabei wurden der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde zufolge auch zahlreiche Menschen verletzt. Unter den Todesopfern sei auch der Präsident der Islamischen Universität in Gaza, Sufian Tajeh (52), hieß es am Samstag aus Hochschulkreisen. Ein israelischer Armeesprecher bestätigte, es habe Angriffe im Bereich von Dschabalia gegeben.

Die israelische Armee hatte die Islamische Universität bereits im vergangenen Monat mit der Begründung bombardiert, diese habe als Ausbildungszentrum für Ingenieure der islamistischen Hamas gedient.

Israel hat Aufrufe an die Bevölkerung im Gazastreifen bekräftigt, die Kampfgebiete zu verlassen und sich in ausgewiesene Gebiete im Süden des Küstenstreifens zu begeben.

+++ Israel bestätigt Berichte über geplante Gaza-Pufferzone +++

Israel will nach dem Gaza-Krieg eine Pufferzone im Grenzgebiet zum Gazastreifen einrichten. «Israel wird eine Sicherheitshülle brauchen», sagte der Sicherheitsberater der israelischen Regierung, Mark Regev, am Samstag vor Journalisten in Tel Aviv. «Es wird keine Situation mehr geben, in der sich Hamas-Leute an der Grenze aufhalten, die sie überqueren und unsere Zivilisten töten können.» Er nannte keine genaueren Details zu der geplanten Sicherheitszone. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese auf Kosten des Gazastreifens gehen dürfte.

Israel will nach dem Gaza-Krieg eine Pufferzone im Grenzgebiet zum Gazastreifen einrichten
Israel will nach dem Gaza-Krieg eine Pufferzone im Grenzgebiet zum Gazastreifen einrichten

Regev erklärte, Israel habe kein Interesse daran, den Gazastreifen erneut zu besetzen oder dauerhaft zu beherrschen. Gleichzeitig sagte er, Israel müsse nach dem Krieg die Kontrolle über die Sicherheit des Küstenstreifens bewahren. Er bekräftigte das Ziel, die Herrschaft der Hamas im Gazastreifen nach 16 Jahren zu beenden und die militärischen Fähigkeiten der Terrororganisation zu zerstören. Man wolle «eine neue Realität in Gaza schaffen, damit israelische Zivilisten nicht mehr in ständiger Angst vor der Hamas leben müssen, in Angst, dass sie über die Grenze kommen und ihre Kinder abschlachten». Regev gab zu, dass die Hamas noch lange nicht besiegt sei. «Sie schießen immer noch Raketen auf Israel und kontrollieren immer noch große Teile des Gazastreifens.» Israel habe noch «viel Arbeit vor sich».

+++ Israel: Verhandlungen über Gaza-Feuerpause in einer Sackgasse +++

Die Verhandlungen über eine erneute Feuerpause im Gaza-Krieg in Katar stecken nach Angaben Israels in einer Sackgasse. Der Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, habe deshalb sein Verhandlungsteam dazu aufgefordert, nach Israel zurückzukehren, teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Samstag mit. Israels Regierungschef habe die Anweisung erteilt. «Die Terrororganisation Hamas hat sich nicht an ihren Teil der Vereinbarung gehalten», hieß es in der Erklärung weiter. Konkret geht es demnach um Freilassung aller in den Gazastreifen entführten Kinder und Frauen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu

Israel vermutet, dass sich noch 20 Frauen und zwei Kinder in der Gewalt palästinensischer Terroristen im Gazastreifen befinden. Dabei zählt die israelische Regierung auch eine Frau und ihre beiden kleinen Söhne mit, die die islamistische Hamas vor wenigen Tagen als getötet angegeben hatte. Nach Angaben eines Militärsprechers ist ihr Tod jedoch nicht bestätigt.

Vorige Woche hatten Israel und die Hamas unter Vermittlung Katars, Ägyptens und der USA erstmals eine Feuerpause vereinbart, die zwei Mal kurz verlängert wurde. In der Zeit ließ die Hamas 105 Geiseln frei, darunter 14 Deutsche, und Israel im Gegenzug 240 palästinensische Häftlinge.

+++ Israels Armee meldet weitere Angriffe auf 400 Ziele im Gazastreifen - Sorge um Zivilisten +++

Das israelische Militär hat sein Bombardement im Gazastreifen fortgesetzt. Wie die Armee am Samstagmorgen mitteilte, seien im Verlauf des vergangenen Tages im gesamten Gazastreifen mehr als 400 «Terrorziele» angegriffen worden. Im Verlauf der Nacht zum Samstag hätten Kampfflugzeuge in der Gegend der Stadt Chan Junis im Süden des abgeriegelten Küstengebiets mehr als 50 Ziele bombardiert.

Die eigenen Truppen hätten zudem Terroristen und Infrastruktur der islamistischen Hamas in der Gegend von Beit Lahia mit Panzern und gezielten Luftschlägen attackiert, hieß es weiter. Israelische Marineeinheiten hätten ferner in der Nacht militärische Ziele der Hamas im Hafen von Chan Junis sowie in Deir al-Balah mit Präzisionsmunition angegriffen, hieß es. Dabei sei Infrastruktur und Ausrüstung der Marine-Streitkräfte der Terrororganistion getroffen worden. Auch im Norden Gazas nahmen Israels Streitkräfte den Angaben zufolge wieder am Boden und aus der Luft Ziele unter Beschuss.

Symbolbild
Symbolbild

Israels Armee veröffentlichte zwar am Freitag eine Karte für die Zivilbevölkerung, die das Gebiet in nummerierte Zonen einteilt - «in Vorbereitung auf die nächste Phase des Krieges». Dies solle Bewohnern ermöglichen, «sich zu orientieren, die Anweisungen zu verstehen und sich bei Bedarf von bestimmten Orten aus in Sicherheit zu bringen». Die heftigen Angriffe des israelischen Militärs am Samstag bieten jedoch erneut Anlass zur Sorge über Opfer unter der Zivilbevölkerung.

US-Außenminister Antony Blinken hatte vergangene Woche Israels Führung mit deutlichen Worten aufgefordert, die Zivilisten im Gazastreifen zu schützen. Die zahlreichen Todesopfer in der Zivilbevölkerung und die Vertreibung in dem Ausmaß, wie man sie im nördlichen Gaza gesehen habe, dürfe sich im Süden nicht wiederholen, mahnte er nach einem Treffen mit Regierungschef Benjamin Netanjahu.

+++ Berichte über schwere Kämpfe im Süden Gazas +++

Das israelische Militär hat auch in der Nacht zum Samstag Medienberichten zufolge Ziele der islamistischen Hamas und anderer Terrorgruppen im südlichen Gazastreifen massiv angegriffen. Aus dem Süden des abgeriegelten Küstengebiets wurden nach Berichten israelischer Medien schwere Kämpfe gemeldet. Sie konzentrierten sich auf die Gegend um Chan Junis. In der Stadt sollen sich Teile der Hamas-Führung aufgehalten haben, hieß es. Die Hamas hatte nach Ende der einwöchigen Kampfpause am Vortag eigenen Angaben zufolge erstmals wieder Raketen auf das Zentrum Israels abgefeuert. Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs wurden israelischen Angaben zufolge rund 10 000 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgeschossen.

Wie die Zeitung «The Times of Israel» in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf Bewohner des abgeriegelten Gazastreifens weiter berichtete, habe das israelische Militär in der Stadt Chan Junis Flugblätter abgeworfen, in denen die Bewohner aufgefordert worden seien, nach Rafah im Süden zu fliehen. Israels Armee hat nach eigener Darstellung seit Ende der Feuerpause Hunderte Ziele im Norden und im Süden des Gazastreifens angegriffen.

Nach Angaben der Armee soll auf Gebiete gezielt worden sein, die mit Sprengstofffallen versehen waren, sowie auf Schächte von Tunneln, Abschussrampen und Kommandozentralen der Hamas. Es wurden demnach Ziele im Norden, aber auch Ziele in Rafah im Süden des Gazastreifens attackiert. Die Angaben waren nicht unabhängig zu überprüfen.

+++ Bericht: USA lieferten Israel bunkerbrechende Bomben +++

Die USA lieferten Israel für den Krieg einem Bericht zufolge 100 Bunkerbrecher-Bomben sowie weitere Zehntausende andere Waffen. Wie die US-Zeitung «Wall Street Journal» am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf US-Beamte berichtete, wurden Israel nach dem beispiellosen Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober allein 100 Bunkerbrecher-Bomben bereitgestellt. Die Lieferung von zusätzlichen Waffen und Munition, darunter etwa 15 000 Bomben sowie 57 000 Artilleriegeschosse, habe kurz nach dem Hamas-Angriff auf Israel begonnen und sei in den vergangenen Tagen fortgesetzt worden.

+++ Israels Armee kämpft «so lange wie nötig» +++

Israels Armee hat sich nach Angaben eines Sprechers keine zeitliche Begrenzung für den Gaza-Krieg gesetzt. «Wir sind entschlossen, die Hamas so lange zu bekämpfen, wie es nötig ist», sagte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus in der Nacht zum Samstag und fügte hinzu: «Wir haben keine andere Wahl». Conricus bekräftige abermals das Kriegsziel seines Landes, die Terrororganisation vollends zu vernichten, damit sie künftig keine Gefahr mehr für Israel darstelle.

Israelische Soldaten
Israelische Soldaten

Der Sprecher reagierte damit auf Medienberichte, wonach US-Außenminister Antony Blinken bei seinen jüngsten Gesprächen mit der israelischen Führung angeblich von drei Wochen gesprochen habe, die Israel habe, den Krieg wie im bisherigen Umfang fortzuführen. Er sei sich nicht sicher, ob Israel die internationale Unterstützung haben würde, um länger mit der Intensität wie vor der Feuerpause weiterzukämpfen, wurde Blinken in israelischen Medien wiedergegeben.

+++ Leiche von Geisel geborgen +++

Israels Militär hat unterdessen nach eigenen Angaben die Leiche eines nach Gaza verschleppten Israelis geborgen. Sie sei vor kurzem entdeckt und zurück nach Israel gebracht worden, teilte die Armee am Freitagabend mit. Der Tote sei am Mittwoch identifiziert worden. Terroristen hatten den 27-Jährigen Medienberichten zufolge am 7. Oktober mit etwa 240 weiteren Menschen in den Gazastreifen entführt. Er hatte demnach mit Freunden das Supernova-Festival besucht.

Ein israelischer Militärsprecher bestätigte zudem den Tod von vier weiteren Geiseln der islamistischen Hamas. Medienberichten zufolge sollen sich die Leichen noch im Gazastreifen befinden. Das Militär bemühe sich weiterhin, mehr Informationen zum Zustand der restlichen im Gazastreifen verbliebenden Geiseln zu erhalten, sagte der Sprecher.

+++ Israel geht von noch 137 Geiseln aus +++

Ein Sprecher der israelischen Regierung hatte zuvor mitgeteilt, dass noch 137 Geiseln im Gazastreifen festgehalten würden. Unklar war zunächst, ob die Toten dazu zählen. Er gab die Zahl am Freitagabend mit 136 an, darunter 17 Frauen und Kinder. Seit Beginn des Kriegs gegen die Hamas hatten die israelischen Bodentruppen bereits mehrere israelische Leichen aus dem Gazastreifen geborgen.

+++ Palästinenser: Hilfslieferungen nach Gaza gestoppt +++

Seit Auslaufen der Feuerpause sind nach palästinensischen und ägyptischen Angaben keine Hilfslieferungen mehr im Gazastreifen angekommen. Ägypten sei bereit, Hilfe zu leisten, hieß es am Freitag aus Sicherheitskreisen. Dies sei aber wegen der israelischen Bombenangriffe im Gazastreifen nicht möglich. Israel will derweil die Vertreterin des UN-Nothilfebüros Ocha für die Palästinensergebiete, Lynn Hastings, los werden. Man sei von den israelischen Behörden darüber informiert, dass Hastings' im Dezember auslaufendes Visum nicht verlängert würde, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Freitag.

Im Zuge des Gaza-Krieges hatte Israel wiederholt sein Missfallen über Hastings geäußert. Ocha wiederum hatte immer wieder den mangelhaften Zugang für humanitäre Hilfe in den Gazastreifen kritisiert. Die Vereinten Nationen sind auf die Zusammenarbeit mit Israel angewiesen, um möglichst viele Lieferungen in das Kriegsgebiet bringen zu können.