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Live-Ticker zum Israel-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen

Nach dem beispiellosen Angriff der islamistischen Hamas auf Israel gehen die Kämpfe weiter. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.

Die aktuellen Entwicklungen im Israel-Krieg im Live-Ticker.
Die aktuellen Entwicklungen im Israel-Krieg im Live-Ticker.

Der Ticker ist für heute beendet. Sie können hier die wichtigsten News des Tages nachlesen.

  • Hamas reklamiert tödlichen Anschlag in Jerusalem für sich

  • Diplomatische Krise: Israel ruft Botschafterin aus Madrid zurück

  • Armee: Zwei Geiseln im Gazastreifen dem Roten Kreuz übergeben

  • Blinken fordert von Israel Schritte gegen gewalttätige Siedler

  • Seit Feuerpause über 1000 Lkw mit Hilfen im Gazastreifen angekommen

  • Baerbock: Aus Feuerpause Brücke für politischen Prozess schlagen

  • Israel erhält Liste: Weitere Geiseln sollen freikommen

  • Drei Tote bei Anschlag in Jerusalem - Zwei Attentäter erschossen

  • Israel: Ein Tag Feuerpause für zehn Geiseln

+++ Hamas reklamiert tödlichen Anschlag in Jerusalem für sich +++

Inmitten der Feuerpause im Gaza-Krieg hat die islamistische Hamas einen Anschlag mit drei Toten in Jerusalem für sich reklamiert. Zwei palästinensische Attentäter hatten am Donnerstagmorgen an einer Bushaltestelle in Jerusalem das Feuer auf dort wartende Menschen eröffnet. Der Anschlag sei unter anderem eine «Reaktion auf die Verbrechen der (israelischen) Besatzung mit der Tötung von Kindern und Frauen im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland», teilte die Hamas in einer Stellungnahme mit.

Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir forderte daraufhin ein Ende der Feuerpause im Gaza-Krieg. «Mit einer Hand unterschreibt die Hamas eine Feuerpause, und mit einer anderen Hand schickt sie Terroristen, um Juden in Jerusalem zu ermorden», schrieb der Minister auf der Plattform X, vormals Twitter. «Wir müssen die Deals mit dem Teufel beenden und sofort mit großer Kraft zum Kampf zurückkehren, um das höchste Ziel des Kriegs zu erreichen: die vollständige Zerstörung der Hamas (...).»

Seit vergangenem Freitag gilt eine Feuerpause im Gaza-Krieg, während der in den Gazastreifen verschleppte Geiseln und palästinensische Gefangene aus Israel ausgetauscht wurden. Die Kampfpause wurde zuletzt um einen Tag bis Freitagmorgen verlängert.

Tödlicher Anschlag in Jerusalem.
Tödlicher Anschlag in Jerusalem.

Die beiden Attentäter in Jerusalem, die mit einem Fahrzeug zum Tatort kamen, wurden nach Polizeiangaben von Soldaten und einem bewaffneten Zivilisten erschossen. Sie hätten ein Sturmgewehr und eine Pistole bei sich gehabt. Laut Rettungsdienst wurden weitere Menschen zum Teil schwer verletzt.

+++ Diplomatische Krise: Israel ruft Botschafterin aus Madrid zurück +++

Israel hat nach Kritik des spanischen Regierungschefs Pedro Sánchez am militärischen Vorgehen im Gazastreifen seine Botschafterin in Madrid zu Konsultationen nach Jerusalem zurückbeordert. Zudem wies Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Außenminister Eli Cohen an, die spanische Botschafterin in Israel für einen Protest gegen «beschämende» Äußerungen von Sánchez in das Außenministerium einzubestellen, wie das Büro des Regierungschefs mitteilte.

Eine Einbestellung ist in der Diplomatie ein mittelschwerer Protest, der zwischen befreundeten Staaten jedoch eher selten ist. Der meist nur zeitweilige Rückruf eines Botschafters zu Konsultationen ist schon eine schärfere Form der Missbilligung.

(deutsch: Nach den empörenden Äußerungen des spanischen Premierministers, der erneut unbegründete Anschuldigungen wiederholte, beschloss ich, unseren Botschafter in Spanien zu Konsultationen in Jerusalem zurückzurufen. [...])

Sánchez hatte in einem Interview mit dem staatlichen TV-Sender RTVE Israel erneut aufgefordert, beim Kampf gegen die islamistische Hamas im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht vorzugehen. «Angesichts der Bilder, die wir sehen, und der wachsenden Zahl an Menschen, insbesondere der Kinder, die sterben, habe ich ernsthafte Zweifel, dass sie das humanitäre Völkerrecht einhalten», sagte der Regierungschef der viertgrößten Volkswirtschaft der EU. Cohen bezeichnete die Äußerungen von Sánchez als «empörend». Israel wahre das internationale Recht.

Die Beziehungen zwischen Israel und Spanien sind schon seit längerem gespannt. Die Regierung in Jerusalem hatte mit großer Verärgerung auf Kritik von Sánchez bei einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag am Grenzübergang Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten an der hohen Zahl ziviler Opfer in dem Küstenstreifen reagiert. Am Sonntag war die spanische Botschafterin deshalb schon ein erstes Mal in das Außenministerium in Jerusalem einbestellt worden. Israel warf Sánchez vor, den Hamas-Terror zu unterstützen. Daraufhin bestellte auch das spanische Außenministerium die Botschafterin Israels in Madrid ein.

+++ Bündnis plant Großdemo gegen Antisemitismus in Berlin +++

Als Zeichen gegen Antisemitismus plant ein Bündnis unter Schirmherrschaft von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) für den 10. Dezember eine Großdemonstration in Berlin. «Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, mitten in Berlin Gesicht zu zeigen für ein friedliches und respektvolles Miteinander und sich Antisemitismus, Hass, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenzustellen», hieß es in einer Erklärung.

Die Demonstration soll nachmittags von der Siegessäule zum Brandenburger Tor führen. Neben Bas sollen Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der Sänger Roland Kaiser, der israelische Botschafter Ron Prosor und der Publizist Michel Friedman sprechen. Das Motto der Veranstaltung lautet «Nie wieder ist jetzt». Bas betonte, es sei sehr wichtig, dass am 10. Dezember möglichst viele Menschen in Berlin für ein friedliches Miteinander zusammenstünden.

Hinter der Veranstaltung stehen etliche bekannte Persönlichkeiten sowie mehrere Unternehmen, die christlichen Kirchen, der Deutsche Fußballbund und andere.

+++ Soldaten bei Anschlag verletzt - palästinensischer Angreifer tot +++

Bei einer Auto-Attacke im Westjordanland sind nach israelischen Angaben zwei Soldaten leicht verletzt worden. Der Fahrer des Wagens sei bei dem Anschlag an einem Kontrollpunkt von Soldaten beschossen und außer Gefecht gesetzt worden, teilte die Armee mit. Der 25-jährige Palästinenser wurde nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Ramallah getötet. Das Ministerium berief sich dabei auf israelische Angaben.

Seit den Massakern von Terroristen der islamistischen Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober hat sich die Sicherheitslage in dem von Israel besetzten Westjordanland massiv verschlechtert. Bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten, aber auch Attacken von israelischen Siedlern wurden seither 239 Palästinenser getötet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Seit Jahresbeginn wurden demnach im Westjordanland insgesamt schon 435 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen getötet.

+++ Armee: Zwei Geiseln im Gazastreifen dem Roten Kreuz übergeben +++

Im Gazastreifen sind zwei weitere israelische Geiseln der Armee zufolge dem Roten Kreuz übergeben worden. Sie seien auf dem Weg nach Israel, teilte das Militär mit. «In den nächsten Stunden sollen weitere israelische Geiseln an das Rote Kreuz übergeben werden», hieß es. Unklar war zunächst, wie viele weitere Geiseln am Abend freikommen sollten. Israelische Medien hatten zuvor von der bevorstehenden Freilassung von mindestens acht israelischen Geiseln berichtet. Zudem war demnach über die Aushändigung von drei Leichen verhandelt worden.

+++ Blinken fordert von Israel Schritte gegen gewalttätige Siedler +++

US-Außenminister Antony Blinken hat Israel aufgefordert, gewalttätige Siedler im Westjordanland zur Verantwortung zu ziehen. Bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Izchak Herzog in Jerusalem habe Blinken deutlich gemacht, dass die «Spannungen im Westjordanland» deeskaliert werden müssten, teilte das US-Außenministerium mit. Dazu müsse «Israel unverzüglich Schritte unternehmen, um Siedlerextremisten für die Gewalt gegen palästinensische Zivilisten zur Rechenschaft zu ziehen», hieß es weiter. Ähnlich habe sich Blinken in einem Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu geäußert. US-Präsident Joe Biden hatte gewalttätigen Siedlern zuletzt mit Einreisebeschränkungen in die USA gedroht.

Blinken und Herzog hätten auch über die anhaltenden Bemühungen um die Freilassung der verbleibenden Geiseln im Gazastreifen und über humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung gesprochen, hieß es weiter. Blinken traf bei seinem Besuch in Israel auch Netanjahu. Dabei habe Blinken deutlich gemacht, dass «es unbedingt notwendig sei, den humanitären und zivilen Schutzbedürfnissen im südlichen Gazastreifen Rechnung zu tragen, bevor dort militärische Operationen durchgeführt werden», so das US-Außenministerium. Er habe betont, dass die USA sich weiterhin «für konkrete Schritte zur Förderung eines palästinensischen Staates einsetzen».

Antony Blinken (links) und Izchak Herzog.
Antony Blinken (links) und Izchak Herzog.

+++ US-Außenminister Blinken in Israel - Gespräche über Gaza-Zukunft +++

US-Außenminister Antony Blinken will mit der israelischen Regierung über das weitere Vorgehen im Gazastreifen sprechen. Zu Beginn eines Treffens mit dem israelischen Präsidenten Izchak Herzog in Jerusalem sagte Blinken, die Freilassung vieler Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas sei «eine sehr positive Entwicklung». Man hoffe heute auf eine Fortsetzung. «Dies hat auch eine erhebliche Erhöhung der humanitären Hilfe für die unschuldigen Zivilisten im Gazastreifen ermöglicht, die sie verzweifelt brauchen.»

Blinken sagte: «Dieser Prozess bringt Ergebnisse, das ist wichtig, und wir hoffen, dass er weitergehen kann». Blinken will nach US-Angaben auch die weiteren Schritte zur Gründung eines palästinensischen Staates besprechen sowie die Notwendigkeit, eine Ausweitung des Konfliktes zu verhindern.

Blinken traf heute auch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Wegen der sehr hohen Zahl ziviler Todesopfer im Gazastreifen sowie schwerer Zerstörungen in dem Küstenstreifen steht US-Präsident Joe Biden in seinem Land und auch in der eigenen Partei unter Druck. Die «Washington Post» berichtete, Biden fordere von Israel mehr Rücksicht auf Zivilisten bei einer erwarteten Fortsetzung der Kämpfe.

Blinken bekräftigte bei dem Treffen mit Herzog, die USA unterstützten Israels Recht auf Selbstverteidigung «und den Versuch sicherzustellen, dass der 7. Oktober sich nie wiederholt».

Blinken äußerte sein Beileid für die Familien dreier Israelis, die am Morgen bei einem palästinensischen Anschlag in Jerusalem getötet worden waren. «Wir trauern um sie, so wie wir den Verlust jeden unschuldigen Lebens betrauern.»

Die USA sind der wichtigste Verbündete Israels, das nach der Terrorattacke der islamistischen Hamas vom 7. Oktober mit einer Bodenoffensive im Gazastreifen gegen die Organisation vorgeht. Es ist Blinkens dritter Besuch seit Konfliktbeginn.

+++ Ägypten und Katar bemühen sich weiter um Verlängerung der Feuerpause +++

Die Vermittler Ägypten und Katar bemühen sich nach ägyptischen Angaben um eine weitere Verlängerung der Feuerpause im Gaza-Krieg. Der ägyptische Staatsinformationsdienst (SIS) teilte mit, «dass es laufende ägyptisch-katarische Kontakte gibt, um die Waffenpause um weitere zwei Tage zu verlängern». Damit könnten mehr Gefangene und Geiseln freikommen und mehr humanitäre Hilfe in den Gazastreifen gelangen.

+++ Seit Feuerpause über 1000 Lkw mit Hilfen im Gazastreifen angekommen +++

Seit Beginn der Feuerpause im Gaza-Krieg sind Helfern zufolge über 1000 Lastwagen mit Hilfslieferungen im abgeriegelten Küstenstreifen angekommen. Der Palästinensische Rote Halbmond teilte mit, dass bis Mittwoch 1132 Lastwagen mit Hilfsgütern über den Grenzübergang Rafah in den Gazastreifen gefahren seien. Um welche Güter es sich handelte, wurde nicht näher ausgeführt.

(deutsch: Seit dem Beginn des Waffenstillstands 24/11 bis gestern Abend haben die Palästinensischen Roten Halbmond-Truppen 1132 Lastwagen beladen mit humanitären Hilfe über den Rafah-Übergang erhalten.)

+++ Weltklimakonferenz in Dubai beginnt mit Schweigemoment für Gaza +++

In Dubai hat die diesjährige Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen mit einem Moment des Schweigens begonnen. Der Präsident der vergangenen Klimakonferenz, der Ägypter Samih Schukri, eröffnete das Treffen und rief das Plenum auf, in Gedenken an die Opfer des Gaza-Kriegs sowie einen verstorbenen renommierten Klimaforscher und Begleiter der Klimakonferenzen, Saleemul Huq, einen Moment lang aufzustehen und innezuhalten.

Schweigemoment in Dubai.
Schweigemoment in Dubai.

Erwartet werden in Dubai rund 70 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt - neben Staats- und Regierungschefs, Länderdelegationen, Journalisten und Beobachtern auch viele fossile Lobbyisten.

+++ Baerbock: Aus Feuerpause Brücke für politischen Prozess schlagen +++

Außenministerin Annalena Baerbock hat die Verlängerung der Feuerpause im Gaza-Krieg als «enorm wichtig» begrüßt und eine politische Lösung des Konflikts gefordert. «Klar ist, dass wir aus der Feuerpause hinaus eine Brücke zu einem politischen Prozess schlagen müssen», sagte die Grünen-Politikerin am Rande einer Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje.

Annalena Baerbock, Außenministerin, kommt zum Treffen des 30. Ministerrats der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in das Sports Centre Boris Trajkovski.
Annalena Baerbock, Außenministerin, kommt zum Treffen des 30. Ministerrats der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in das Sports Centre Boris Trajkovski.

Israel könne nur in Sicherheit leben, wenn die Palästinenser in Sicherheit leben - «genauso gilt, dass Palästinenserinnen und Palästinenser nur in Sicherheit leben können, wenn Israel sicher ist», sagte Baerbock. Mit Blick auf weitere Feuerpausen sei «genauso wichtig, dass die Terrororganisation Hamas sich nicht regruppiert», so die Ministerin. Zentral sei die Sicherheit für alle Menschen in der Region. «Das bedeutet auch, dass der Terrorismus keine Chance haben darf.»

Die weitere Feuerpause solle dafür genutzt werden, «dass Menschen, die auf brutalste Art und Weise als Geiseln verschleppt worden sind, endlich wieder zu ihren Familien zurückkehren», sagte Baerbock. Zudem sollten die Menschen in Gaza in der Zeit humanitäre Hilfe wie Wasser, Medikamente und vor allem medizinische Versorgung erhalten. Israel und die islamistische Hamas hatten sich praktisch in letzter Minute auf eine Verlängerung der Feuerpause um zunächst einen Tag verständigt.

+++ Israel erhält Liste: Weitere Geiseln sollen freikommen +++

Israel hat kurz vor Fristende der Feuerpause im Gaza-Krieg eine Liste mit den Namen weiterer Geiseln erhalten, die heute freikommen könnten. Eine Liste von Frauen und Kindern sei gemäß der Vereinbarung übergeben worden, daher werde die Feuerpause fortgesetzt, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Morgen mit.

Die Unterhändler hatten bis zur letzten Minute verhandelt. Das Kriegskabinett habe am Vorabend einstimmig beschlossen, dass die Kämpfe sofort wieder aufgenommen würden, wenn nicht bis Donnerstagmorgen 7.00 Uhr eine Liste, wie vereinbart, vorgelegt werde, erklärte das Büro des israelischen Regierungschefs. Am Morgen sei dann die Liste mit Frauen und Kindern eingegangen, hieß es.

+++ Wohnungen von Hamas-Sympathisanten durchsucht +++

Die Polizei hat am Morgen Wohnungen mutmaßlicher Hamas-Sympathisanten in Münster, im niedersächsischen Nordhorn und im belgischen Eupen durchsucht. Ermittlungen hätten zuvor ergeben, dass ein 46-Jähriger gewaltverherrlichende Posts über den Social-Media-Kanal TikTok abgesetzt haben soll, teilte die Polizei Münster mit.

Dabei sollen konkret die Terroranschläge der islamistischen Hamas vom 7. Oktober zelebriert worden sein. Weitere Ermittlungen führten zu einem 49 Jahre alten Tatverdächtigen. Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten elektronische Speichermedien in Form von Smartphones und Tablets sicher. Diese werden nun ausgewertet.

+++ Drei Tote bei Anschlag in Jerusalem - Zwei Attentäter erschossen +++

Zwei palästinensische Attentäter haben an einer Bushaltestelle in Jerusalem das Feuer auf dort wartende Menschen eröffnet. Drei Menschen seien dabei getötet worden, sagte ein Sprecher des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom. Weitere Menschen wurden demnach zum Teil schwer verletzt.

Die beiden Attentäter, die mit einem Fahrzeug zum Tatort kamen, wurden nach Polizeiangaben von Soldaten und einem bewaffneten Zivilisten erschossen. Sie hätten ein Sturmgewehr und eine PIstole bei sich gehabt.

(deutsch: Um 07:38 Uhr ging in der Notrufzentrale 101 des MDA in Jerusalem eine Meldung über einen Terroranschlag mit Schüssen auf den Weizmann-Boulevard in Jerusalem ein. MDA-Rettungskräfte und Sanitäter behandeln 6 Verletzte in mittelschwerem und schwerem Zustand. Updates folgen.)

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge am Stadteingang. Nach israelischen Medienberichten stammten die Attentäter aus dem arabisch geprägten Ostteil Jerusalems.

Fast genau vor einem Jahr waren bei einem Bombenanschlag an derselben Haltestelle ein 16-Jähriger getötet sowie elf Menschen verletzt worden. Bei einer Explosion an einer weiteren Haltestelle gab es damals einen weiteren Toten. Später wurde ein Einwohner von Ost-Jerusalem mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Islamischer Staat (IS) im Zusammenhang mit den Anschlägen festgenommen.

Die Nacht im Überblick

Die Feuerpause im Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas wird verlängert. Das gab das israelische Militär am Morgen unmittelbar vor Ablauf der Frist bekannt. Laut dem Emirat Katar, das in dem Konflikt vermittelt, gilt die Verlängerung zunächst nur für heute. Dies erklärte auch die Hamas. Man habe sich darauf geeinigt, die humanitäre Feuerpause «unter den bestehenden Bedingungen» um einen Tag zu verlängern, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majed Al-Ansari. Alle militärischen Aktivitäten müssten eingestellt bleiben und die Einfuhr von humanitärer Hilfe in den Gazastreifen weiter ermöglicht werden.

(deutsch: Die Feuerpause wird angesichts der Bemühungen der Mediatoren, den Prozess der Freilassung der Geiseln fortzusetzen, und vorbehaltlich der Bedingungen des Rahmens fortgesetzt.)

Israel: Ein Tag Feuerpause für zehn Geiseln

«In Anbetracht der Bemühungen der Vermittler, den Prozess der Geiselbefreiung fortzusetzen, und vorbehaltlich der Bedingungen des Abkommens, wird die operative Pause fortgesetzt», teilte die israelische Armee mit. Der Sicherheitsberater der israelischen Regierung, Mark Regev, sagte dem US-Fernsehsender CNN, wenn die Hamas zehn israelische Geiseln freilasse, werde die Feuerpause um einen Tag verlängert. Israel besteht darauf, dass es sich um lebende Geiseln handelt. Die Frage ist, ob die Hamas dieser Forderung tatsächlich nachkommen wird. Israel geht davon aus, dass noch 140 Geiseln im Gazastreifen sind.

Die Feuerpause galt seit vergangenem Freitag 0600 Uhr MEZ. Seither wurden von der islamistischen Hamas rund 100 in den Gazastreifen verschleppte Geiseln gegen palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen ausgetauscht. Unter den freigelassenen Geiseln sind auch 14 Deutsche. Die Kampfpause war zuletzt um zwei Tage verlängert worden. Nach der ursprünglichen Übereinkunft soll die Pause auf maximal bis zu zehn Tage verlängert werden können.

Die Terrororganisation hatte am Mittwoch weitere 16 Geiseln freigelassen. Es handelte sich wie schon in den Tagen zuvor um zehn Israelis, teilte die israelische Armee am Mittwoch mit. Darunter sind drei Deutsche, bestätigte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Im Gegenzug setzte Israel eine weitere Gruppe von 30 Palästinensern aus israelischen Gefängnissen auf freien Fuß, wie die israelische Gefängnisbehörde in der Nacht mitteilte.

Guterres fordert Waffenstillstand

Eine weitere Verlängerung der Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gaza-Krieg reicht nach Ansicht von UN-Generalsekretär António Guterres nicht aus. Er fordert einen «echten humanitären Waffenstillstand». Auf der Plattform X (vormals Twitter) schrieb Guterres am Mittwochabend: «Es laufen Verhandlungen über eine Verlängerung der Feuerpause – was wir sehr begrüßen –, aber wir brauchen einen echten humanitären Waffenstillstand.»

(deutsch: In den letzten Tagen haben die Menschen im besetzten Palästina-Territorium und in Israel in so viel Dunkelheit endlich einen Funken Hoffnung und Menschlichkeit gesehen. Es laufen Verhandlungen über eine Verlängerung der Feuerpause – was wir sehr begrüßen –, aber wir brauchen einen echten humanitären Waffenstillstand.)

Biden: wollen Freilassung aller Geiseln erreichen

US-Präsident Joe Biden dankte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, sowie Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi «für ihre fortgesetzte Partnerschaft in diesem Prozess und ihr andauerndes Engagement, alle Geiseln nach Hause zu bringen und mehr Hilfe für die unschuldigen Menschen in Gaza zu leisten».

(deutsch: Es macht mir Mut zu sehen, dass sich unter den in Gaza freigelassenen Geiseln auch ein weiterer Amerikaner befindet. Die Kampfpause hat Erfolge bei der Sicherung der Geiselfreiheit und der Bereitstellung humanitärer Hilfe für Gaza gezeigt – wir wollen, dass sie verlängert wird.)

Die USA blieben weiter «entschlossen, die Freilassung aller Personen zu erreichen, die von der Hamas während ihres brutalen Terrorangriffs auf Israel am 7. Oktober als Geiseln genommen wurden, erklärte der US-Präsident in der Stellungnahme weiter. Näher ging Biden auf eine mögliche Verlängerung der Feuerpause in der Erklärung nicht ein. Sein Außenminister Antony Blinken hatte zuvor zugesagt, «alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Pause zu verlängern». Er wird nach seinen eigenen Angaben heute erneut in Israel sein.

Israel: Werden Krieg gegen Hamas fortsetzen

Israels Ministerpräsident Netanjahu kündigte in einer Mitteilung an, die Kämpfe wiederaufzunehmen, wenn «diese Phase der Rückkehr unserer Geiseln vollendet ist». Auch Armeesprecher Spielman erklärte, man sei für den Fall, dass die jetzige Frist ablaufe, für die Fortsetzung der militärischen Operation zur völligen Vernichtung der Hamas bereit.

Im Westjordanland kam es unterdessen laut dem Roten Halbmond zu Zusammenstößen zwischen Soldaten und Menschen, die auf die Heimkehr der Palästinenser warteten. Dabei soll es Verletzte gegeben haben. Bei einem israelischen Anti-Terror-Einsatz waren zuvor mehrere Palästinenser im besetzten Westjordanland getötet worden.

Die bisherige Feuerpause habe die Bereitstellung von Hilfe für den Gazastreifen verbessert, erklärte UN-Generalsekretär Guterres. Doch die Menge der Hilfe reiche nach wie vor nicht aus, um den enormen Bedarf von mehr als zwei Millionen Menschen zu decken, schrieb Guterres auf X. Zivilisten benötigten einen kontinuierlichen Fluss lebensrettender humanitärer Hilfe in das und im gesamten Gebiet.

(deutsch: Die Pause hat es uns ermöglicht, die Bereitstellung von Hilfe im gesamten Gazastreifen zu verbessern. Doch die Menge der Hilfe reicht nach wie vor völlig nicht aus, um den enormen Bedarf von mehr als 2 Millionen Menschen zu decken. Zivilisten benötigen einen kontinuierlichen Fluss lebensrettender humanitärer Hilfe in und um das Gebiet herum.)