Werbung

Live-Ticker zum Israel-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen

Nach dem beispiellosen Angriff der islamistischen Hamas auf Israel gehen die Kämpfe weiter. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.

Die aktuellen Entwicklungen im Israel-Krieg im Live-Ticker.
Die aktuellen Entwicklungen im Israel-Krieg im Live-Ticker.

Der Ticker ist für heute beendet.

  • Israel: Noch 137 Geiseln im Gazastreifen

  • Nach Ende der Feuerpause Raketenalarm im Zentrum Israels

  • Armee: Seit Ende der Feuerpause 200 Ziele im Gazastreifen angegriffen

  • Wieder heftige Kämpfe im Gazastreifen - Feuerpause verstrichen

  • Hamas: Israel hat Vorschläge für Feuerpausen-Verlängerung abgelehnt

  • UN-Nothilfebüro: Gazastreifen ist erneut «die Hölle auf Erden»

  • Baerbock setzt sich für Fortsetzung der humanitären Feuerpause ein

  • Katar: Erneute Kämpfe im Gazastreifen erschweren Verhandlungen

  • «New York Times»: Israel lagen Angriffspläne der Hamas lange vor

Die aktuelle Lage im Newsstream

+++ Israel: Noch 137 Geiseln im Gazastreifen +++

Im Gazastreifen werden nach Angaben eines israelischen Regierungssprechers noch 137 Geiseln festgehalten. Darunter seien 115 Männer, 20 Frauen sowie zwei Kinder, sagte Eylon Levy am Nachmittag. Dabei zählt die israelische Regierung auch eine Frau und ihre beiden kleinen Söhne mit, die die islamistische Hamas vor wenigen Tagen als getötet angegeben hatte. Nach Angaben eines Militärsprechers ist ihr Tod jedoch nicht bestätigt. Die Hamas hatte behauptet, sie seien bei israelischen Angriffen getötet worden - die israelische Armee erklärte daraufhin, die Angaben auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen.

Unter den Geiseln sind laut Levy 126 Israelis sowie 11 Ausländer. Bei den Ausländern handelt es sich demnach um acht Thailänder und jeweils einen Staatsbürger aus Nepal und Tansania. Eine Geisel habe zudem die französische sowie die mexikanische Staatsbürgerschaft. Nach Angaben der Familien haben acht israelische Geiseln auch den deutschen Pass.

Levy zufolge gelten sieben Menschen seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober weiter als vermisst. Tausende Terroristen der Hamas sowie anderer Gruppierungen hatten Israel überfallen und im Grenzgebiet ein Blutbad angerichtet. Rund 1200 Menschen wurden ermordet, der Großteil davon Zivilisten. Die Identifikation aller Leichen dauert auch acht Wochen später weiter an. Rund 240 Menschen wurden an dem Tag in den Gazastreifen verschleppt. In der vergangenen Woche kamen während einer Feuerpause zwischen Israel und der Hamas 105 Geiseln frei. Im Gegenzug entließ Israel 240 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen.

In den Wochen zuvor waren bereits vier Frauen freigelassen und eine Soldatin befreit worden.

+++ Angehörige einer Deutschen: Hamas-Geiselhaft vor allem mental hart +++

Der Deutsch-Israelin Yarden Romann geht es nach Worten ihrer Angehörigen nach ihrer Freilassung aus der Geiselhaft der Hamas den Umständen entsprechend gut. «Ihre Erfahrung war offensichtlich sehr hart, vor allem mental», sagte ihre Cousine Maya Romann der Deutschen Presse-Agentur. Yarden Romann war am Mittwoch von der Hamas im Rahmen eines Abkommens mit der israelischen Regierung freigelassen worden.

«Es geht ihr recht gut, wenn man bedenkt, was sie alles durchgemacht hat», sagte ihr Cousine weiter. Yarden sei eine extrem starke Frau. Die Zeit der Geiselhaft sei sehr gefährlich gewesen. Einzelheiten über die Erlebnisse ihrer Cousine während der Zeit könne Maya Romann aber nicht mitteilen. Es gebe eine entsprechende Anweisung der Armee.

Roni Romann, die Schwester der freigelassenen Yarden, sprach im Oktober mit den Medien.
Roni Romann, die Schwester der freigelassenen Yarden, sprach im Oktober mit den Medien.

Die 36-Jährige war nach Angaben ihrer Familie zu Besuch bei ihren Schwiegereltern im Kibbutz Beeri im Grenzgebiet, als sie, ihr Mann und ihre kleine Tochter dort beim Massaker am 7. Oktober von Terroristen in einen Wagen gezerrt wurden. Den dreien gelang es zunächst, auf dem Weg in den Gazastreifen zu fliehen, sie wurden jedoch auf der Flucht getrennt. Ihr Mann und ihre Tochter versteckten sich im Gebüsch und entkamen.

Romann wusste nach Angaben ihrer Cousine in den ersten drei Wochen ihrer Geiselhaft nicht, ob ihre kleine Tochter und ihr Mann überlebt haben. Sie erfuhr dies den Angaben nach erst aus dem Radio. Ein Verwandter habe nämlich ihrer bei den Terrorangriffen getöteten Schwiegermutter, ihrer ebenfalls entführten Schwägerin sowie Romann selbst ein Lied gewidmet. Da es keine weiteren Widmungen gab, habe sie gefolgert, dass ihr Kind und Mann am Leben sein müssen.

Die freigelassene Frau war nach Angaben ihrer Cousine heute mit ihrer Familie am Strand. «Sie möchte ein bisschen draußen sein, da sie so lange drinnen gewesen ist.» Das Wiedersehen mit ihrer kleinen Tochter und anderen Angehörigen sei sehr bewegend und glücklich gewesen. Ein dabei aufgenommenes Foto zeigt das Kind lächelnd in den Armen seiner Mutter.

+++ Nach Ende der Feuerpause keine Hilfslieferungen in Gaza angekommen +++

Seit Auslaufen der Feuerpause im Gaza-Krieg sind offiziellen Angaben zufolge keine Hilfslieferungen mehr über den Grenzübergang Rafah im abgeriegelten Küstenstreifen angekommen. Das bestätigte der palästinensische Sprecher des Grenzübergangs zwischen dem Gazastreifen und Ägypten der Deutschen Presse-Agentur . Aus Sicherheitskreisen in Ägypten hieß es, dass Ägypten bereit sei, Hilfe zu leisten. Dies sei aber wegen der israelischen Bombenangriffe im Gazastreifen nicht möglich, hieß es weiter. Zur Frage der Hilfslieferungen gab es aus Israel zunächst keine Reaktion.

+++ Nach Ende der Feuerpause Raketenalarm im Zentrum Israels +++

Die islamistische Hamas hat nach Ende der Kampfpause im Gazastreifen eigenen Angaben zufolge erstmals wieder Raketen auf das Zentrum Israels abgefeuert. Dort wurde Alarm ausgelöst, wie die israelische Armee mitteilte. Im Zentrum der Küstenstadt Tel Aviv waren aus der Ferne dumpfe Explosionen zu hören. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

(deutsch: Zentral-Israel steht unter schwerem Raketenbeschuss aus Gaza)

Zudem sei auch mehrfach Raketenalarm in Orten in der Nähe des Gazastreifens und dem Norden Israels ausgelöst worden. Die Armee berichtete, auch aus dem Libanon seien Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden.

+++ Armee: Seit Ende der Feuerpause 200 Ziele im Gazastreifen angegriffen +++

Israels Armee hat nach eigener Darstellung seit dem Ende der Feuerpause 200 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Die Angriffe der Boden-, Luft- und Seestreitkräfte seien im Norden sowie im Süden des abgeriegelten Küstengebiets erfolgt, teilte das Militär mit. Demnach wurden auch Ziele in den Städten Chan Junis sowie Rafah im Süden attackiert.

Nach Angaben der Armee soll auf Gebiete gezielt worden sein, die mit Sprengstofffallen versehen waren, sowie auf Schächte von Tunneln, Abschussrampen und Kommandozentralen der islamistischen Hamas. Die Angaben waren nicht unabhängig zu überprüfen.

(deutsch: Die Kämpfe im Gazastreifen wurden wieder aufgenommen; Ab 07:00 Uhr griff die Luftwaffe in Zusammenarbeit mit den kämpfenden Divisionen über 200 Terrorziele im Gazastreifen an [...])

Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden bei den Angriffen mindestens 109 Menschen getötet. Hunderte weitere seien verletzt worden, teilte der Sprecher Aschraf al-Kudra mit. Al-Kudra betonte, dass die medizinischen Kapazitäten im Gazastreifen weiter begrenzt seien. Nur wenige Krankenhäuser seien noch in Betrieb und könnten Verwundete aufnehmen. Die Lage sei «katastrophal».

Eine zwischen Israel und der Hamas vereinbarte Feuerpause war am Freitagmorgen ohne eine erhoffte Verlängerung ausgelaufen. Seither wurden Medien zufolge rund 50 Raketen aus dem Gazastreifen auf israelische Ortschaften abgefeuert.

+++ Wieder heftige Kämpfe im Gazastreifen - Feuerpause verstrichen +++

Die Feuerpause im Gaza-Krieg hat nicht gehalten. Israels Armee hat die Kämpfe gegen die islamistische Hamas wieder aufgenommen. Kampfflugzeuge seien gegenwärtig dabei, Ziele der Hamas im abgeriegelten Gazastreifen anzugreifen, teilte die Armee am Morgen nach Ablauf der einwöchigen Feuerpause mit.

Das Büro von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warf der Hamas einen Verstoß gegen die Vereinbarungen über eine Feuerpause vor. «Sie ist ihrer Verpflichtung, alle weiblichen Geiseln freizulassen, heute nicht nachgekommen und hat Raketen auf israelische Bürger abgefeuert», hieß es. Nach Informationen des US-Senders CNN gehen die Verhandlungen in Katar über eine Freilassung weiterer Geiseln dennoch weiter.

(deutsch: Erklärung des Büros des Premierministers: Die Terrororganisation Hamas-ISIS hat gegen die Leitlinien verstoßen. Sie ist ihrer Verpflichtung, heute alle weiblichen Geiseln freizulassen, nicht nachgekommen und hat Raketen auf israelische Bürger abgefeuert.)

Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira berichtete unter Berufung auf Augenzeugen von schweren Kämpfen in der Stadt Gaza und anderen Gebieten im Norden des abgeriegelten Gazastreifens. Im Zentrum des Küstenstreifens gebe es nahe der Flüchtlingslager Nuseirat und Bureidsch zudem Panzerbeschuss, hieß es. Die BBC meldete zudem unter Berufung auf die Hamas Luftangriffe auch im Süden des Gazastreifens. Eigene Quelle hätten dies bestätigt, berichtete der britische Sender.

Die Hamas erklärte nach Wiederaufnahme der Kämpfe, die internationale Gemeinschaft, angeführt von den USA, trage die Verantwortung für «die Fortsetzung des brutalen Krieges gegen Zivilisten, Kinder und Frauen». Das palästinensische Volk habe «das Recht, sich mit allen Mitteln zu verteidigen, und es hat das Recht, seine Freiheit und Unabhängigkeit zu erlangen, seinen palästinensischen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt zu errichten und die Besatzung (Israel) in Übereinstimmung mit internationalen und UN-Regeln vollständig aus seinem Land zu entfernen», heißt in der Erklärung der Hamas weiter.

Die israelische Regierung bekräftigte das Ziel, die Hamas zu zerstören. «Wir sind auf die nächste Phase der Operation vorbereitet», so Heinrich. «Die israelische Regierung ist entschlossen, die Ziele des Krieges zu erreichen: Die Geiseln freizulassen, die Hamas zu eliminieren und sicherzustellen, dass der Gazastreifen nie wieder eine Bedrohung für die Bewohner Israels darstellt», erklärte Netanjahus Büro am Freitagmorgen weiter.

(deutsch: Mit der Wiederaufnahme der Kämpfe betonen wir: Die Regierung Israels ist entschlossen, die Ziele des Krieges zu erreichen: die Geiseln freizulassen, die Hamas zu eliminieren und sicherzustellen, dass Gaza nie wieder eine Bedrohung für die Bewohner Israels darstellt.)

Der einzige Grund, warum die Hamas in den vergangenen Tagen viele Geiseln freigelassen habe, sei der Druck gewesen, «den wir auf die Hamas ausgeübt haben, militärischer Druck und auch diplomatischer Druck», so Heinrich.

Israel vermutet, dass sich noch rund 145 Geiseln in Gaza befinden. Darunter sollen sich allerdings nur noch 15 Frauen und Kindern befinden. Deshalb war es fraglich, wie lange das bisherige Prozedere, bei der Frauen und Kinder im Gegenzug für eine Verlängerung der Feuerpause freikommen, fortgesetzt werden kann.

Verhandlungen über eine erneute Feuerpause könnten dadurch erschwert werden, dass die Hamas fortan einen höheren Preis für viele der verbleibenden Geiseln fordern könnte. Nach früheren Zahlen müssten noch etwa sechs Geiseln mit deutschem Pass in Gaza sein. Katar kann laut Außenamtssprecher Madschid Al-Ansari vom Dienstag die genaue Zahl der verbliebenen Geiseln nicht bestätigen. Ursprünglich waren laut israelischen Angaben rund 240 Geiseln verschleppt worden.

+++ Iran fordert Fortsetzung der Feuerpause +++

Nach der Wiederaufnahme der Kämpfe im Gaza-Krieg hat der iranische Außenminister Hussein Amirabdollahian eine Fortsetzung der Feuerpause gefordert. Es gäbe keine andere Lösung als die Aufrechterhaltung des Waffenstillstands, die massive Entsendung humanitärer Hilfe nach Gaza und eine Vereinbarung über den Austausch von Gefangenen, so der Minister auf der Online-Plattform X (vormals Twitter). «Gefangene werden durch Krieg nicht befreit, sondern durch Angriffe getötet», hieß es weiter.

Der Iran gilt als wichtiger Unterstützer der islamistischen Hamas im Gazastreifen, eine direkte Verwicklung in den Konflikt hat die Führung in Teheran jedoch vehement bestritten. Der Iran hatte sich bereits in den vergangenen Tagen für ein dauerhaftes Bestehen der Feuerpause ausgesprochen.

(deutsch: Es gibt keine andere Lösung als die Fortsetzung des Waffenstillstands und die massive Entsendung humanitärer Hilfe nach Gaza sowie eine Vereinbarung über den Austausch von Gefangenen. Gefangene werden nicht durch Krieg befreit, sondern durch Bombenanschläge getötet. [...] Stoppen Sie die Angriffe auf Gaza sofort, bevor es zu spät ist.)

+++ Hamas: Israel hat Vorschläge für Feuerpausen-Verlängerung abgelehnt +++

Nach Aussagen eines hochrangigen Hamas-Funktionärs hat Israel «mehrere Angebote, Initiativen und Vorschläge» für eine Verlängerung der Feuerpause abgelehnt. Chalil Al-Haja sagte dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira: «Wir waren bereit, uns mit drei Vorschlägen zum Austausch (von Geiseln und Gefangenen) zu befassen, aber die Besatzung (damit ist Israel gemeint) lehnte sie ab.» Israel habe sich stattdessen darauf vorbereitet, die Angriffe im Gazastreifen fortzusetzen.

«Wir standen bis heute Morgen mit den Vermittlern in Kontakt, aber die Gespräche über eine Feuerpause endeten, als die Bombenangriffe anfingen», so der Hamas-Funktionär.

Al-Haja warf Israel vor, den Vermittlern böswillig eine Liste mit Namen übergeben zu haben, die sich «allesamt als weibliche Soldaten» herausstellten. Israel habe sich außerdem geweigert, über den Austausch von erwachsenen palästinensischen Gefangenen gegen erwachsene Geiseln zu diskutieren.

Al-Haja sagte, die Hamas habe den Vermittlern mitgeteilt, sie seien weiterhin bereit, Geiseln gegen Gefangene auszutauschen, bis ein Waffenstillstand erreicht sei.

+++ Bericht: Angehörige schildern schlimme Erlebnisse der Geiseln +++

Angehörige der von der Hamas freigelassenen Geiseln haben israelischen Medienberichten zufolge von deren schlimmen Erlebnissen aus der Zeit der Gefangenschaft im Gazastreifen berichtet. Zwei 12 und 16 Jahre alte Jungen, die auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, sollen von Terroristen unter Drogen gesetzt worden sein, meldete die israelische Zeitung «Haaretz» unter Berufung auf ihren Onkel. Die Entführer hätten auch jeweils ein Bein der Jungen in ein Auspuffrohr eines Motorrads gesteckt, um so eine Markierung zu hinterlassen, damit sie im Fall einer Flucht identifiziert werden können. Beide seien in der Geiselhaft sehr schlecht behandelt worden.

Eine freigelassene französisch-israelische Frau wurde nach Schilderung ihrer Tante trotz Verletzung nicht angemessen medizinisch behandelt, hieß in dem Bericht der «Haaretz» weiter. Ein Tierarzt soll demnach die durch Schüsse verwundete Hand der jungen Frau operiert haben. Ihre Hand tue noch immer weh. Sie erzählt den Angaben nach kaum etwas aus der Zeit der Geiselhaft. Auf Fragen ihrer Verwandten zu antworten, falle ihr sehr schwer.

Der Vater eines neun Jahre alten israelisch-irischen Mädchens berichtete laut «Haaretz» zudem davon, dass seine Tochter und ihre 13 Jahre alte Freundin in einem Haus im Norden des Gazastreifens festgehalten wurden. Als Israels Armee sich genähert habe, seien die Kinder unter Beschuss in andere Häuser getrieben worden. Die Neunjährige hat nach Angaben ihrer Schwester auch die Tötung eines Mannes gesehen. Unklar ist, wer der Mann war und von wem er getötet wurde. Die Entführer hätten Essen mit den Mädchen geteilt. Mehr Details aus der Zeit ihrer Geiselhaft wurden nicht genannt.

Die Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

+++ UN-Nothilfebüro: Gazastreifen ist erneut «die Hölle auf Erden» +++

Das UN-Nothilfebüro OCHA fordert trotz der neuen Kämpfe im Gazastreifen freien Zugang für Hilfskonvois. «Die humanitäre Hilfe muss ohne Vorbedingungen weitergehen», schrieb die OCHA-Vertreterin vor Ort, Lynn Hastings, auf X (vormals Twitter). Ebenso müsse die Palästinenserorganisation Hamas bedingungslos alle Geiseln freilassen.

(deutsch: Heute sind Kinder, Frauen und Männer in #Gaza und #Israel wieder im Krieg aufgewacht. Die Vertragsparteien müssen Zivilisten schützen und humanitären Akteuren Zugang gewähren, damit sie über #Gaza je nach Bedarf gemäß #InternationalHumanitarianLaw liefern können. Die humanitäre Hilfe muss bedingungslos fortgesetzt werden. Geiseln müssen bedingungslos freigelassen werden. Die Vereinten Nationen werden weiterhin bleiben und Nahrungsmittel, Wasser, medizinische und andere wichtige Hilfsgüter liefern, um Leben zu retten.)

In den vergangenen Tagen der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas seien Tausende Tonnen an Nahrungsmitteln, Wasser, Treibstoff, Medizin und Decken für Palästinenser verteilt worden, berichtete OCHA-Sprecher Jens Laerke in Genf. Doch seit dem Morgen sei der Gazastreifen erneut «die Hölle auf Erden», sagte Laerke. Die Fortsetzung der Lieferungen sei nun ungewiss.

+++ UN-Chef Guterres hofft auf neue Feuerpause im Gaza-Krieg +++

UN-Generalsekretär António Guterres hat tiefes Bedauern über die Wiederaufnahme der Kämpfe im Gazastreifen ausgedrückt. «Die Rückkehr zu Feindseligkeiten zeigt nur, wie wichtig es ist, einen echten humanitären Waffenstillstand zu haben», schrieb er auf der Plattform X (vormals Twitter). «Ich hoffe immer noch, dass es möglich wird, die Pause, die eingerichtet worden war, zu erneuern», so Guterres.

(deutsch: Ich bedauere zutiefst, dass in Gaza erneut Militäroperationen begonnen haben. Ich hoffe immer noch, dass es möglich sein wird, die etablierte Pause zu erneuern. Die Rückkehr zu den Feindseligkeiten zeigt nur, wie wichtig ein echter humanitärer Waffenstillstand ist.)

Bereits am Donnerstag hatte Guterres einen «echten humanitären Waffenstillstand» zwischen Israel und der islamistischen Hamas gefordert. Zu dem Zeitpunkt bestand noch Hoffnung, dass Verhandlungen für eine verlängerte Feuerpause erfolgreich sein würden.

+++ UN-Kinderhilfswerk befürchtet weiteres «Blutbad» im Gazastreifen +++

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat die neuen Kämpfe im Gazastreifen nach dem Ende der Waffenruhe scharf verurteilt. «Heute haben die Machthaber entschieden, die Tötung von Kindern fortzusetzen», sagte Unicef-Sprecher James Elder. Neue Angriffe auf die Menschen in Gaza würden nur «ein neues Blutbad» anrichten, aber sonst nichts bewirken, sagte er in einer Videoschalte aus dem Gazastreifen.

(deutsch: Waffenstillstand in #Gaza beendet. Angriffe in der Nähe dieses Krankenhauses. Konsequente Bombenangriffe. Hat die Menschheit die Kinder von Gaza aufgegeben?!)

Laut dem Gesundheitsministerium im Gazastreifen sind seit Ausbruch des Konflikts etwa 15 000 Menschen in dem dicht besiedelten Küstenstreifen getötet worden. Laut den Angaben, die nicht unabhängig überprüft werden können, starben 6150 Kinder.

Etwa 1000 Kindern mussten Gliedmaßen amputiert werden, berichtete der oberste Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Gazastreifen, Richard Peeperkorn, unter Verweis auf die palästinensischen Behördenangaben. «Im Gazastreifen ist man vor diesen heftigen Angriffen nirgendwo sicher», sagte Peeperkorn.

+++ Baerbock setzt sich für Fortsetzung der humanitären Feuerpause ein +++

Nach der Wiederaufnahme der Kämpfe im Gaza-Krieg hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock eine internationale Anstrengung zur Fortsetzung der Feuerpause gefordert. «In diesen Minuten müssen wir alles dafür tun, dass die humanitäre Feuerpause fortgeführt wird», verlangte die Grünen-Politikerin in Berlin. Nötig sei dies «sowohl für die verbleibenden Geiseln, die seit Wochen in finsteren Tunneln auf Freilassung hoffen, als auch für die notleidenden Menschen in Gaza, die dringend mehr humanitäre Hilfe benötigen».

Das Leid sei für die Menschen in Israel wie für die Menschen in Gaza unerträglich, erklärte Baerbock zur aktuellen Lage. «Dieses Leid muss für alle endlich aufhören.» Israel werde niemals in Sicherheit leben können, wenn der Terror nicht bekämpft werde. Zugleich könne es nur Sicherheit für Israel geben, wenn auch die Palästinenser eine Zukunftsperspektive hätten.

Der tödliche Anschlag in Jerusalem am Donnerstag und die neuen Raketen auf Israel zeigten, dass dies nur gelingen könne, «wenn der Vernichtungsterror der Hamas keine Chance mehr hat, sich neu zu formieren», betonte Baerbock. Ohne arabische Länder ausdrücklich zu nennen, fügte sie hinzu: «Dafür müssen alle, die das Leid beider Seiten sehen und es für alle beenden wollen, darauf hinarbeiten, dass von der Hamas keine Existenzgefahr mehr für Israel ausgeht. Das hieße selbstverständlich auch, dass Hamas die Waffen niederlegen muss.» Nur so könne sich auch ein politischer Horizont für eine Zweistaatenlösung öffnen, «so unrealistisch das gerade heute Morgen auch erscheinen mag».

+++ Israels Armee zeigt Bewohnern im Gazastreifen neue Evakuierungszonen +++

Israels Armee hat mit der Wiederaufnahme der Kämpfe im Gazastreifen nach eigenen Angaben neue Sicherheitszonen für die Zivilbevölkerung veröffentlicht. Wie das Militär am Morgen bekanntgab, habe man «in Vorbereitung auf die nächste Phase des Krieges» im Internet eine interaktive Karte in arabischer Sprache mit Evakuierungszonen veröffentlicht. Diese unterteile das Gebiet nach erkennbaren Bereichen, um den Bewohnern zu ermöglichen, «sich zu orientieren, die Anweisungen zu verstehen und sich bei Bedarf von bestimmten Orten aus in Sicherheit zu bringen».

(deutsch: Die IDF veröffentlichte Informationen über die Evakuierung von Zivilisten aus Gaza zu ihrer Sicherheit in der nächsten Phase des Krieges. Die veröffentlichte Karte unterteilt das Gebiet von Gaza nach erkennbaren Gebieten in Zonen. Dies ermöglicht den Bewohnern von Gaza, sich zu orientieren und bei Bedarf bestimmte Orte zu ihrer Sicherheit zu evakuieren. [...])

Die Armee hatte zuvor nach Ablauf der einwöchigen Feuerpause die Kämpfe gegen die islamistische Hamas wiederaufgenommen. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium in Gaza wurden in den ersten drei Stunden der wieder aufgenommenen Kämpfe mindestens 32 Menschen in Gaza getötet. Diese Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Die Hamas warf Israel vor, sich die ganze Nacht über in den Verhandlungen über eine Fortsetzung der Feuerpause geweigert zu haben, sämtliche Angebote mit dem Ziel der Freilassung weiterer Geiseln anzunehmen, hieß es in einer Mitteilung. Man habe die Freilassung weiterer Geiseln, die Übergabe der Leichen einer israelischen Familie und die Freilassung von deren Vater angeboten.

+++ Katar: Erneute Kämpfe im Gazastreifen erschweren Verhandlungen +++

Nach Aussagen des Vermittlers Katars laufen die Verhandlungen zu einer möglichen Fortsetzung der Feuerpause im Gaza-Krieg trotz der erneuten Kämpfe weiter. «Das Außenministerium bestätigt, dass die Verhandlungen zwischen der palästinensischen und der israelischen Seite mit dem Ziel der Rückkehr zur Feuerpause fortgesetzt werden», hieß es in einer Erklärung. Die «anhaltenden Bombardierungen des Gazastreifens in den ersten Stunden nach Ende der Feuerpause» erschwerten jedoch die Verhandlungen. Katar forderte die internationale Gemeinschaft auf, schnell zu handeln, um die Kämpfe zu beenden.

(deutsch: Erklärung |Katar drückt sein tiefes Bedauern über die Wiederaufnahme der israelischen Aggression gegen Gaza nach dem Ende der humanitären Pause aus)

+++ «New York Times»: Israel lagen Angriffspläne der Hamas lange vor +++

Hinweise auf einen geplanten Großangriff der islamistischen Hamas lagen Israel laut einem Bericht der «New York Times» mehr als ein Jahr vor dem 7. Oktober vor. Demnach gab es einen umfassenden Austausch israelischer Behörden zu einem 40 Seiten langen Dokument mit dem Codenamen «Jericho-Mauer», das einen Gefechtsplan der Hamas skizzierte. Dieser soll bis ins Details dem Angriff geähnelt haben, den Hamas-Terroristen dann Anfang Oktober aus dem Gazastreifen heraus ausführten, berichtete die US-Zeitung am Donnerstag (Ortszeit).

Jener Entwurf soll demnach bereits «im vergangenen Jahr» - mehr als ein Jahr vor dem Angriff - in die Hände israelischer Behörden gelangt und dann in Militär- und Geheimdienstkreisen kursiert sein. Er sei letztlich aber von den Experten als zu anspruchsvoll und schwierig für die Hamas in der Ausführung abgetan worden.

Das Dokument, das der Zeitung nach eigenen Angaben übersetzt vorlag, habe zwar kein Datum für einen Angriff enthalten, aber einen genauen methodischen Überfall beschrieben, mit dem die Befestigungsanlagen um den Gaza-Streifen überwunden, israelische Ortschaften eingenommen und wichtige Militärstützpunkte, darunter eine Abteilungszentrale, gestürmt werden sollten. Vorgesehen waren laut Dokument Raketenbeschüsse zu Beginn, Drohnen, die die Überwachungskameras und automatisierten Maschinengewehre entlang der Grenze ausschalten, sowie Kämpfer, die in Massen mit Fallschirmen, Motorrädern oder zu Fuß nach Israel einfallen - ein Entwurf, dem die Hamas letztlich «mit erschreckender Präzision» folgte, wie die Zeitung schrieb.

Drei Monate vor dem tatsächlichen Angriff warnte laut von der «New York Times» gesichteten Mails eine Geheimdienst-Analystin der Decodierungs-Einheit, dass die Hamas ein Training absolviert habe, das dem «Jericho-Mauer»-Dokument sehr nahekomme. «Ich widerspreche entschieden, dass das Szenario imaginär ist», schrieb sie demzufolge einem Armeeoberst der Gaza-Einheit. «Es ist ein Plan, konzipiert, um einen Krieg anzufangen. Es ist nicht nur ein Überfall auf ein Dorf.» Doch der Militärkollege blieb bei der Einschätzung, dass die Hamas nicht imstande sei, einen solch umfassenden Plan tatsächlich auszuführen. «Kurz gesagt: Lass uns geduldig abwarten», hieß es demnach in seiner Antwort.

«Es gibt keinen Zweifel, dass der Angriff vom 7. Oktober ein Versagen unsererseits war. Natürlich war es ein Versagen», sagte Israels Regierungssprecherin Tal Heinrich in Bezug auf den Bericht dem US-Sender CNN in der Nacht (Ortszeit). Israel werde das Geschehene genau untersuchen und daraus lernen. Auf die Frage, inwiefern Israels Premier Benjamin Netanyahu von dem Angriffsszenario gewusst beziehungsweise die Dokumente gelesen habe, sagte Heinrich: «Wir werden Untersuchungen anstellen. Der Ministerpräsident hat auch darüber gesprochen. Wenn es an der Zeit ist, wird er mehr sagen.»

Die Nacht im Überblick

Israel hat kurz vor Ablauf der Frist für die Feuerpause nach eigenen Angaben einen Angriff aus dem Gazastreifen abgewehrt. Wie die israelische Armee am Morgen bekanntgab, habe die Luftabwehr eine mutmaßliche Rakete aus dem Gazastreifen abgefangen. Israel und die islamistische Hamas hatten eine bis Freitagmorgen (06.00 Uhr MEZ) befristete Feuerpause vereinbart. Das «Wall Street Journal» berichtete unter Berufung auf ägyptische Quellen, beide Seiten hätten sich auf eine nochmalige Verlängerung um einen Tag geeinigt. Eine Bestätigung Israels gab es zunächst nicht.

Wenige Stunden vor Ablauf der Frist entließ die israelische Gefängnisbehörde nach palästinensischen Angaben als Teil des Abkommens erneut 30 palästinensische Häftlinge, nachdem die Hamas am Vortag weitere acht israelische Geiseln freigelassen hatte.

Blinken mahnt Israel

US-Außenminister Antony Blinken forderte Israels Führung mit deutlichen Worten auf, die Zivilisten im Gazastreifen zu schützen. Sollte Israel den Krieg wieder aufnehmen und gegen den südlichen Gazastreifen vorrücken, um die Hamas zu verfolgen, sei es «zwingend erforderlich», dass sich Israel an das humanitäre Völkerrecht und die Regeln der Kriegsführung halte, sagte Blinken bei einem erneuten Besuch in Israel. Die zahlreichen Todesopfer in der Zivilbevölkerung und die Vertreibung in dem Ausmaß, wie man sie im nördlichen Gazastreifen gesehen habe, dürfe sich im Süden nicht wiederholen, mahnte er nach einem Treffen mit Regierungschef Benjamin Netanjahu.

(deutsch: Ich habe mich mit dem israelischen Minister @gantzbe getroffen, um Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit Israels, die Freilassung von Geiseln und Maßnahmen zur Minimierung von Schäden für Zivilisten zu besprechen. Es wurde auch über die Notwendigkeit gesprochen, die Ruhe entlang der Blauen Linie wiederherzustellen.)

Israel müsse vor der Wiederaufnahme größerer Militäreinsätze humanitäre Pläne zum Schutz der Zivilbevölkerung vorlegen, forderte Blinken. In den Plänen sollte etwa genau festgelegt werden, in welchen Gebieten Zivilisten im südlichen und zentralen Gazastreifen sicher seien. Die Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur wie von Krankenhäusern, Kraftwerken und Wasserversorgungsanlagen müsse vermieden werden. Sobald es die Bedingungen zuließen, müssten Zivilisten auch die Möglichkeit haben, wieder in den Norden des Gazastreifens zurückkehren zu können, forderte Blinken. Es dürfe keine dauerhafte Vertreibung innerhalb des Gazastreifens geben.

Die israelische Regierungssprecherin Tal Heinrich erklärte daraufhin am Morgen dem Fernsehsender CNN, man habe Blinken Pläne für sichere Zonen und mehr humanitäre Korridore vorgelegt. «Wir wollen also das Leiden der Zivilbevölkerung in Gaza lindern», sagte sie.

Hilfsgüter erreichen den Norden Gazas

Unterdessen berichtete der Palästinensische Rote Halbmond, dass seit Beginn der Waffenruhe 310 Lastwagen mit Hilfsgütern erfolgreich den Norden des abgeriegelten Küstenstreifens erreicht hätten. Auf diese Weise konnten wichtige Güter wie Lebensmittel, Babynahrung und Decken für Tausende Menschen in Not bereitgestellt werden, hieß es auf X (vormals Twitter). Allein am Vortag hätten 56 Lastwagen mit Hilfsgütern die Stadt Gaza und die nördlichen Gebiete des Küstengebiets erreicht. Insgesamt kamen demnach seit Beginn der Feuerpause mehr als 1000 Lkw mit Hilfsgütern im gesamten Gebiet an.

(deutsch: Heute lieferten PRCS-Teams 56 Hilfslastwagen in #Gaza City und die nördlichen Gebiete. Seit Beginn des Waffenstillstands haben sie erfolgreich 310 Hilfslastwagen im Norden des Gazastreifens verteilt und Tausende Bedürftige mit lebenswichtigen Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Babynahrung und Decken versorgt.)

Weitere Geiseln frei

Derweil ließ die Hamas aus dem Gazastreifen zunächst zwei israelische Frauen frei, am Donnerstagabend dann weitere sechs Israelis. Sie sollten medizinisch untersucht werden, bevor sie anschließend in Krankenhäusern ihre Familien treffen, wie das Militär mitteilte. Nach Angaben aus dem Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu handelte es sich um vier Frauen sowie eine 18-Jährige und ihren 17-jährigen Bruder. Die beiden arabisch-israelischen Geschwister waren aus einer Beduinenstadt im Süden des Landes entführt worden.

Auch weitere Palästinenser auf freiem Fuß

Die im Gegenzug von Israel auf freien Fuß gesetzten 30 Palästinenser seien in Ost-Jerusalem sowie im Westjordanland von ihren Familien empfangen worden, berichteten in der Nacht palästinensische Medien. Demnach handelte es sich um acht Frauen sowie 22 männliche Jugendliche unter 19 Jahren. Der Sprecher des katarischen Außenministeriums hatte zuvor auf der Plattform X von sieben Frauen sowie 23 männlichen Jugendlichen gesprochen.

(deutsch: 23 Minderjährige und 7 Frauen gehören zu den Palästinensern, die aus israelischen Gefängnissen freigelassen wurden)

Das Emirat Katar hatte gemeinsam mit Ägypten und den USA zwischen Israel und der Hamas die Feuerpause und den Austausch von zivilen Geiseln gegen palästinensische Gefangene vermittelt. Die ursprünglich für vier Tage vereinbarte Feuerpause war um drei Tage verlängert worden. Die in dem Konflikt vermittelnden Länder Ägypten und Katar bemühten sich um eine nochmalige Verlängerung der Feuerpause.

Israel vermutet, dass sich noch rund 145 Geiseln in Gaza befinden. Darunter sollen sich allerdings nur noch 15 Frauen und Kindern befinden. Deshalb war es fraglich, wie lange das bisherige Prozedere, bei der Frauen und Kinder im Gegenzug für eine Verlängerung der Feuerpause freigelassen werden, noch fortgesetzt werden kann.

Couragierter Zivilist nach Hamas-Anschlag in Jerusalem tot

Unterdessen starb ein Zivilist, der bei dem Terroranschlag in Jerusalem die Attentäter beherzt angriffen hatte und versehentlich von israelischen Soldaten beschossen worden war. Er sei einen Tag vor seinem 38. Geburtstag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, berichteten mehrere israelische Medien am Donnerstagabend.

Der Mann habe gesehen, wie die Attentäter an einer Bushaltestelle auf Menschen schossen, sei aus dem Auto gesprungen und habe mit seiner eigenen Waffe auf die Angreifer geschossen. Auch die Soldaten eröffneten das Feuer auf die Palästinenser, hielten jedoch auch den Mann irrtümlicherweise für einen Attentäter und schossen auf ihn, hieß es. Die Hamas reklamierte den Terroranschlag später für sich.

Soldaten und Einsatzkräfte am Tatort in Jerusalem.
Soldaten und Einsatzkräfte am Tatort in Jerusalem.