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Lord Of The Lost beim ESC: Frauke Petry fühlt sich nicht repräsentiert

Die ehemalige AfD-Politikerin Frauke Petry stänkerte in einem inzwischen gelöschten Tweet gegen die deutsche Vertretung auf dem Eurovision Song Contest (ESC). Die Band sieht es gelassen – und hat zahlreiche Fürsprecher auf ihrer Seite.

Lord Of The Lost beim ESC-Vorentscheid
Beim Vorentscheid "Unser Lied Für Liverpool" hat die deutsche Band Lord Of The Lost ein Ticket für den Eurovision Song Contest gelöst. (Bild: Photo by action press - Pool/Getty Images)

Der inzwischen gelöschte Tweet, den Frauke Petry kurz nach dem ESC-Vorentscheid veröffentlichte, war wohl ein Eigentor: "Kann mir nicht vorstellen, dass normale Bürger von diesen pinken Herren 'vertreten' werden wollen", twitterte die ehemalige Politikerin – und bezog sich sicher nicht nur auf die extravaganten Outfits der Band, die Deutschland beim Eurovision Song Contest in Liverpool vertreten wird.

"Pinke Herren lassen sich nicht von braunen Frauen ärgern"

Die Band, die in der Gothic- und Metal-Szene zu Hause ist, kümmerte das herzlich wenig – und antwortete auf Facebook kurz und bündig: "Keine Sorge, Frauke, Euch 'normale Bürger' vertreten wir auch nicht. Haben wir nie, werden wir nie."

Im Interview mit "t-online" ergänzte Frontmann Chris Harms: "Pinke Herren lassen sich nicht von braunen Frauen ärgern." Wenn Petry auf diese Weise gerne Werbung für die Band machen wolle, sei das kein Problem. "Andere müssen für so viel Reichweite sehr viel Geld bezahlen."

Frauke Petry rudert kurz danach wieder zurück

Mit ihrem Kommentar hat Frauke Petry offenbar nicht nur bei den Fans von Lord Of The Lost für Empörung gesorgt – denn kurz nach Veröffentlichung war der Tweet schon wieder verschwunden und durch einen neuen ersetzt, in dem die Dresdnerin eilig zurückruderte:

"Hab meinen Tweet zum #ESC gelöscht. Ich wollte niemandem den Spaß verderben. Hab mir sogar #lordofthelost angehört, zu Bildungszwecken, trotz des Bühnengeschreis", twitterte sie und verwies – offenbar, um Vergleiche zu ziehen – auf die ESC-Gewinnerin von 1988: Céline Dion. In den sich unter dem Tweet entwickelnden Diskussionen demonstrierte Petry Einsicht: "Jeder soll die Musik hören, die er mag."

Die Einsicht kam aber wohl ein bisschen spät, wie viele Twitterer finden, die unter Petrys Post diskutierten. Unter anderem die saarländische Piraten-Partei kommentierte: "Vielleicht sollte man sich vorher überlegen, welche Äußerungen man öffentlich tätigt. Jedenfalls macht es ihr Tweet über das 'Geschreie' nicht besser. Er zeugt nur von Unverständnis. Und mangelndes Verständnis sowie fehlende Toleranz führen zu Hass."

Im Video: Eurovision Song Contest – früher galten andere Regeln