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100.000 von Lufthansa-Streik betroffen - Verdi bereit zu längeren Streiks

Wegen eines Streiks des Bodenpersonals geht für Lufthansa-Passagiere an den Flughäfen Frankfurt und München so gut wie nichts mehr - auch Berlin, Hamburg und Düsseldorf sind von dem Ausstand betroffen. An diesem Mittwoch wurden bis zu 1.000 Flüge gestrichen. Frankfurt, der größte deutsche Airport wird zusammen mit München am härtesten von dem seit vier Uhr Mittwochmorgen laufenden Ausstand getroffen.

Die Gewerkschaft Verdi meint, das Angebot der Lufthansa decke noch nicht einmal die Kosten der Inflation.

"Komplette Verweigerungshaltung am Verhandlungstisch"

Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky sagt: "Die Beschäftigten bei der Lufthansa zeigen, dass das so nicht funktioniert, wenn ein Arbeitgeber eine komplette Verweigerungshaltung am Verhandlungstisch signalisiert. Und deshalb braucht's diesen Streik, um den Arbeitgeber bewegt zu bekommen."

"Ein gutes Angebot"

Lufthansa-Personalchef Michael Niggemann sieht das ganz anders: "Ich bedaure die Eskalation der Verdi, Eskalation, die aus meiner Sicht nicht nötig gewesen wäre. Wir sind bereit, die Gehälter zu erhöhen, wir haben auch unseres Erachtens ein gutes Angebot gemacht - mit Steigerungen von 13 Prozent über die nächsten drei Jahre."

Auch Umbuchungen sind derzeit an den betroffenen Flughäfen nicht möglich. Die Schalter sind einfach nicht besetzt.

Etwa 100.000 Flugreisende sind von dem Streik betroffen. Laut Lufthansa ist erst am Freitag wieder mit einem normalen Flugbetrieb zu rechnen.

Claudia Kestel-Sanchez fliegt mit ihrem Mann in die Dominikanische Republik - mit Condor. Sie meint: "Dass man für seine Rechte einsteht, ist in Ordnung, aber es sind oft halt die normalen Leute betroffen, die viele, viele Monate auf nen Flug gewartet haben, der dann nicht stattfinden kann."

Im laufenden Tarifkonflikt fordert ver.di 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem soll es eine konzernweit einheitliche Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro geben. Die Gewerkschaft verweist auf die guten Zahlen, die Lufthansa zuletzt erwirtschaftet hat.

Die nächsten Verhandlungen gibt es am Rosenmontag. Doch Ver.di sagt, die Beschäftigten seien bereit zu längeren Streiks.