Manipulation bei Gewinnspielen im TV

Auch auf Kindersendern locken die Call-in-Shows (Screenshot: Nickelodeon)

Zwei Männer werden verdächtigt, von 2004 bis 2010 in sogenannten Call-in-Shows im Fernsehen vorsätzlich betrogen zu haben. Stephan M. (43) und Peter S. (43) sitzen in Untersuchungshaft. Die beiden Männer waren sechs Jahre lang als Manager bei Produktionen verschiedener Gewinn-Shows beteiligt – in der Schweiz, Österreich und Deutschland bei der Sendung „Money Express“. Die Staatsanwaltschaft Wien prüft derzeit die Vorwürfe.

Die angebliche Masche: falsche Mitspieler, die sofort ins Fernsehstudio durchgestellt wurden und hohe Gewinne für einfache Aufgabenstellungen abräumten. Dafür bekamen sie ein pauschales Honorar von 500 Euro. Die echten Anrufer warteten währenddessen viele Minuten lang in teuren Hotline-Schleifen – so ergaunerten die zwei Betrüger insgesamt rund 24 Millionen Euro.

Wie viele Personen in die Machenschaften der TV-Betrüger verwickelt sind und, ob die betroffenen Sender die Manipulationen prüfen, ist derzeit noch unklar. Eine Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft sagte der Bild-Zeitung: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“