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Metal-Rockband Lord Of The Lost will beim ESC punkten

Hamburg (dpa) - Wo die Hamburger Metal-Rockband Lord of the Lost auftritt, steigt meist sofort die Stimmung. Die fünf Musiker aus Hamburg liefern eine mitreißende Live-Show mit Songs, die selbst Nicht-Metal-Fans durchaus ins Ohr gehen. Leicht hymnisch, mit eingängigen Melodien und dennoch harten Tönen.

Die Stimme von Sänger, Gründungsmitglied, Gitarrist und Cellist Chris Harms ist dabei angenehm tief und geht unter die Haut. Zudem bleiben sie auch durch ihre Aufmachung - mit auffällig dunkelrot-goldenen Leder-Outfits und passendem Glitzer-Make-up - in Erinnerung. Am 13. Mai treten sie mit ihrem Lied «Blood & Glitter» beim Eurovision Song Contest (ESC) in Liverpool für Deutschland an.

Mit Lord of the Lost kommt eine Band auf die große ESC-Bühne, die sich schon seit Jahren hervorragend auf Live-Auftritte versteht. Zur Darkrock-Band gehören noch Klaas Helmecke am Bass, Gerrit Heinemann am Piano, Niklas Kahl am Schlagzeug und π (Pi) an der Gitarre. Die deutsche Band hat nicht nur Musikfans mit Auftritten beim Wave-Gotik-Treffen, Wacken Open Air und M’era Luna Festival begeistert, das Quintett ist auch seit Jahren immer wieder auf Tour - sogar in den USA. Sie waren auch schon Support-Band von Iron Maiden.

Von Iron Maiden habe die Band gelernt, dass «man mit Höflichkeit und Bescheidenheit und Zurückhaltung und auch immer Freundlichkeit gegenüber seinen Kollegen und seiner Crew viel weiter kommt», sagte Chris Harms der dpa in Berlin. «Das leben die vor wie kaum eine andere Band. Das war sehr beeindruckend.» Die Maiden-Family drücke jetzt auch die Daumen für die Jungs beim ESC.

Vorfreude auf den ESC-Auftritt

Dass die Gruppe Lord of the Lost nun tätsächlich beim ESC antritt, kann die Band selbst noch immer nicht so recht fassen. «Das ist ganz verrückt. Aber ich glaube, dass so ein langsam fallender Groschen auch dabei hilft, das gut und portioniert zu verarbeiten und jetzt auch nicht abzuheben - sowohl positiv als auch negativ.»

Dabei sind die Hamburger im Musikbusiness alles andere als unerfahren, die Band gibt es seit fast 15 Jahren. Elf Alben sind bereits entstanden. Harms selbst hat eigenen Angaben zufolge schon mehr als 100 Lieder geschrieben. Dass sie nun durch den ESC abheben, glaubt Harms deshalb nicht. «Wenn du so organisch wächst, dann hast du so viel gesehen und erlebt und auch Opfer gebracht, dass du dem Ganzen mit Respekt, Demut und auch Vorsicht gegenüberstehst.»

Die Fachzeitschrift «Musikexpress» bezeichnete den Sound der Band als «abwechslungsreich. Es sei ein Klang, «der von brachialen Tracks bis hin zu stark melodischen Balladen» reiche. «Die Songs von Lord of the Lost zeigen, dass die Band keine Scheu vor musikalischen Experimenten hat und sich in vielen Genres zu Hause fühlt.»

Harms selbst beschreibt die Band so: ««Wir sind eine Band, die polarisiert, die auch provoziert. Wir erfahren selten Gleichgültigkeit. Und das finde ich aber gut und völlig in Ordnung.»

Mehr Feuer und Plateau-High-Heels

Für die Show in Liverpool verspricht Harms vor allem eine anständige Rockshow. «Wir versuchen, das in drei Minuten auf die Bühne zu bringen, was wir sonst in 90 oder 100 Minuten zeigen.» Zudem soll das Make-up noch intensiver werden, es wird mehr Feuer geben und Harms will es auch mit richtigen Plateau-High-Heels versuchen.

Kernaussage des Songs «Blood & Glitter» ist Harms zufolge, dass alle vom gleichen Blut sind. «Wir sind alle eins, sind alles Brüdern und Schwestern. Und es geht auch im den Mut dazu zu stehen, dass man jeden Tag ein anderer Mensch sein kann.»

Auf welchem Platz Lord of the Lost landen wird - darüber kann und will Harms nicht philosophieren. «Wir reden hier über Faktoren, die nicht messbar sind.» Falls es ein letzter Platz wird, dann werde die Band damit auch klar kommen. «Dann müssen wir damit leben. Dann hat es uns zumindest eine gute Aufmerksamkeit gegeben. Aber das darf ja nicht der Anspruch sein.»

Beim Vorentscheid hatte die Band knapp 40 Prozent der Zuschauer überzeugt und sich problemlos gegen die Konkurrenz, darunter Ikke Hüftgold, durchgesetzt. Sollte es doch ein schlechter Platz werden, würde ihn das jedoch auch ratlos zurücklassen, welche Art von Song dann wohl funktionieren würde. Deshalb hat Harms auch einen augenzwinkernden Appell: «Ikke, wenn wir Letzter werden - bitte tritt nochmal an.»