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Michelle Müntefering will für EU-Parlament kandidieren

Düsseldorf/Berlin (dpa) - Die Herner Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering (43) will sich nicht um den Vorsitz der nordrhein-westfälischen SPD bewerben. Die Ehefrau des ehemaligen SPD-Bundesvorsitzenden Franz Müntefering strebt vielmehr kommendes Jahr ein Mandat im EU-Parlament an.

«Dass sich einige gewünscht haben, dass ich mich in der Landesspitze der Partei engagiere, hat mich persönlich gefreut», sagte Müntefering der Deutschen Presse-Agentur. «Meine künftigen Aufgaben dabei sehe ich aber woanders.» Für ihre Kandidatur bei der Europawahl 2024 habe sie ihr Heimatvorstand der SPD Herne bereits einstimmig unterstützt.

Die NRW-SPD muss sich nach dem Rücktritt von Landesparteichef Thomas Kutschaty eine neue Führung suchen. Die SPD war bei der Landtagswahl im Mai 2022 auf einen historischen Tiefstand von 26,7 Prozent abgesackt. Rund zehn Monate später trat der 54-jährige Kutschaty zurück.

Der NRW-SPD empfahl Müntefering künftig eine Doppelspitze. «Die NRW-SPD muss sich im Team aufstellen, das kann und wird sie», sagte die 43-Jährige. Die SPD will die neue Führung bei einem Parteitag am 26. August wählen. Am 6. Mai will die Partei in Münster bei einem Strategie-Treffen zunächst über den weiteren Weg beraten. «Die Sozialdemokratie muss wieder stärkste politische Kraft in NRW werden», sagte Müntefering. Dabei wolle sie helfen.