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Bei Markus Lanz: Diskussion zum Krieg - und Wirbel um Bütten-Rede

Der Angriffskrieg in der Ukraine hält die ganze Welt in Atem. In Deutschland ist auch die Bütten-Rede von Marie-Agnes Strack-Zimmermann ein Gesprächsthema. Der Ex-CDU-Generalsekretär verteidigte bei "Markus Lanz" nicht nur Friedrich Merz, sondern sprach auch über die Strategie im Krieg gegen Russland.

Im Gespräch mit Markus Lanz forderte Claudia Major die Lieferung deutscher Kampfjets. (Bild: ZDF)
Im Gespräch mit Markus Lanz forderte Claudia Major die Lieferung deutscher Kampfjets. (Bild: ZDF)

In den vergangenen Monaten wurde die deutsche Regierung und vor allem Bundeskanzler Olaf Scholz immer wieder dafür kritisiert, zu langsam zu reagieren und zu wenig militärische Hilfe im Krieg gegen Russland anzubieten. Nun sollen "Leopard 2"-Kampfpanzer geliefert werden, die Frage bleibt aber, ob die Unterstützung der Ukraine mit Waffen ausreichend ist. Bei "Markus Lanz" sprachen die Gäste am Mittwochabend offen über die Erfolgschancen der Ukraine mit Blick auf eine drohende russische Offensive. Militärexpertin Claudia Major forderte die Lieferung von Kampfjets, während CDU-Politiker Paul Ziemiak den Kriegsverlauf aus polnischer Sicht beleuchtete. ZDF-Moderator Markus Lanz begann die Sendung überraschend emotional und brachte sein "Unwohlsein" in Bezug auf die Zukunft der Ukraine zum Ausdruck. Vor allem das Ungleichgewicht des russischen und ukrainischen Militärs sei für ihn ein Grund zur Besorgnis.

Dazu sagte Militärexpertin Claudia Major jedoch: "Dieses Ungleichgewicht gab es am Anfang des Krieges auch. Wir dürfen uns von den rohen Zahlen nicht leiten lassen. Wir wissen nicht, wie viele Panzer aus russischer Sicht überhaupt einsatzfähig sind." Der Blick wurde daraufhin schnell zu einer möglichen Lieferung von Kampfjets gerichtet. "Meines Erachtens werden die Kampfjets kommen", erklärte Major. "Sie sind militärisch ableitbar, wenn man sagt, das Ziel der Unterstützung der Ukraine ist, dass sie ihr eigenes Territorium befreien können. Dann gibt es einen militärischen Bedarf an Luftunterstützung." Auch Munition und Ersatzteile würden benötigt, man müsse "ein großes Paket" schnüren: "Am Ende gewinnt der den Krieg, der die Löcher stopfen kann." "FAZ"-Journalistin Helene Bubrowski ergriff daraufhin das Wort und kritisierte die deutsche Regierung für die langsamen Waffenlieferungen in die Ukraine: "Von Führungsmacht kann bei uns keine Rede sein, wenn man immer Angst hat, voranzugehen."

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Bei "Markus Lanz" äußerte sich Paul Ziemiak unter anderem zur Bütten-Rede von Marie-Agnes Strack-Zimmermann. (Bild: ZDF)

Kritik von Ziemiak

Auch CDU-Politiker Paul Ziemiak stichelte gegen die Behutsamkeit von Olaf Scholz und schloss im Gespräch mit Markus Lanz eine Lieferung von deutschen Kampfjets nicht grundsätzlich aus: "Das ist der Fehler des Kanzlers gewesen, die ganze Zeit diese roten Linien zu ziehen." Gleichzeitig verurteilte Ziemiak den Umgang von Scholz mit Polen. "Der Kanzler ist über Polen zum ersten Mal in die Ukraine gereist. Er kam aber nie auf die Idee, einen einzigen Polen mitzunehmen. Das hat Spuren hinterlassen", so der Politiker. Ziemiak weiter: "Deutschland ist immer zu spät und zu zögerlich. Die Polen verstehen den Kanzler und seine Haltung nicht, weil er sich auch nicht erklärt."

Bubrowski kritisierte zudem Scholz' Reaktion auf Putins bereits mehrfach geäußerte Drohung mit einem Nuklearwaffen-Einsatz: "Ich finde es fatal, dass Olaf Scholz kurz nach Beginn des Krieges in einem Interview die Atombombe angesprochen hat. Ich halte die Verbreitung der russischen Drohung für fatal." Ob ein Atomkrieg denkbar wäre? Russland-Experte Michael Thumann hatte dazu eine klare Meinung: "Mit der ständigen unterschwelligen Drohung versucht Putin, uns zu bearbeiten. Es soll uns Angst machen und es soll die Russen rückversichern: Wir können das. Derzeit ist diese explizit nukleare Drohung jedoch eine wesentlich politische. Ich halte Putin für einen, der so eine Waffe zur Not einsetzen könnte, um bestimmte Wirkungen zu erzielen. Aber dafür muss er sich in Moskau bedroht fühlen."

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Bei "Markus Lanz" sprach Russland-Experte Michael Thumann über den potenziellen russischen Einsatz von Nuklearwaffen. (Bild: ZDF)

Auch Claudia Major stimmte zu und ergänzte: "Die Regime-Sicherheit in Moskau hängt zum großen Teil daran, wie es in der Ukraine weitergeht. Es geht Putin nicht darum, sich ein paar Gebiete zu schnappen. Er stellt die Eigenständigkeit der Ukraine an sich infrage. Diese Souveränität will er auslöschen. Solange es in Russland keine Abkehr von dieser Idee gibt, wird es in Europa keine Stabilität und Sicherheit geben."

Die als Vampir kostümierte Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei ihrer Bütten-Rede in Aachen. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)
Die als Vampir kostümierte Marie-Agnes Strack-Zimmermann bei ihrer Bütten-Rede in Aachen. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Wirbel um Bütten-Rede von Strack-Zimmermann

Zum Ende der Sendung machte Lanz noch einmal die Bütten-Rede von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, in der sie sich über Friedrich Merz lustig gemacht hatte, zum Thema. Darin hatte die FDP-Politikerin Merz unter anderem als "Flugzwerg aus dem Mittelstand" bezeichnet, für den "alle Klimaaktivisten nur noch Terroristen" seien. Ziemiak ließ sich im Gespräch mit Markus Lanz jedoch nicht aus der Reserve locken und verteidigte seinen Parteichef vehement: "Ich hab mir das selbst nur angeschaut und hab gesehen, dass Merz das nicht so witzig fand. Ich fand das auch nicht so lustig. Ich finde, das ist eine Aneinanderreihung von falschen Behauptungen garniert mit ein paar Beleidigungen."

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Bubrowski warnte daraufhin vor "hysterischen Männern" in der Politik, die bei eigenen Fehlern keinen Spaß verstehen würden und stellte klar: "Über Humor kann man immer streiten. Ich finde, man kann drüber schmunzeln oder gar nichts sagen. Wer Frau Strack-Zimmermann kennt, weiß, dass sie immer was raushaut. Sie ist eine Frau mit einer sehr spitzen Zunge. Ich kann es nicht verstehen, wie man jetzt derart unsouverän reagiert."

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