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Mindestens sechs Tote bei Angriffen auf Kiew und Charkiw

Bei russischen Luftangriffen auf Kiew und Charkiw sind am Dienstagmorgen nach ukrainischen Angaben mindestens sechs Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew wurde nach Angaben der Stadtverwaltung mindestens eine Frau getötet. Bürgermeister Vitali Klitschko sagte, neun Menschen seien verletzt worden, darunter ein 13-jähriger Junge.

In Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, wurden nach Angaben des Gouverneurs zwei Frauen getötet und mindestens elf verletzt. Teile der Stadt sind derzeit ohne Strom und Wasser. Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, sagte, dass ein ganzer Teil eines mehrstöckigen Wohnhauses zerstört wurde und eine unbekannte Anzahl von Menschen darin eingeschlossen war.

Auch in der ukrainischen Region Dnipropetrowsk meldeten die Behörden Opfer. Gouverneur Serhiy Lysak sagte, dass in Pavlohrad eine Person getötet und eine weitere Person verletzt wurde.

Komplexer russischer Angriff nach dem Besuch von Tusk

Bei den jüngsten russischen Angriffen wurde offenbarversucht, Lücken in der ukrainischen Verteidigung zu nutzen. Eine große Anzahl von Raketen und Drohnen wurden eingesetzt, um die Luftabwehrsysteme zu überfordern.

Der Raketenangriff erfolgte einen Tag nach dem Besuch des polnischen Ministerspräsidenten Donald Tusk in der Ukraine. Tusk versprach, das Land weiterhin gegen die fast seit zwei Jahren andauernde russische Invasion zu unterstützen. Er kündigte ein neues Militärhilfepaket an, das ein Darlehen für den Kauf größerer Waffen enthält und die Zusage, Wege für einegemeinsame Waffenproduktion zu finden.

Bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew erklärte Tusk, man habe sich darauf verständigt, die Differenzen zwischen den beiden Ländern in Bezug auf Getreidelieferungen und LKW-Verkehr zu lösen. Diese Themen haben die Beziehungen zwischen den Nachbarn kürzlich belastet.