"Mir platzt der Kragen!": "Promi Big Brother"-Bewohner genervt von Katys Ego-Show

Andreas Fischer
·Lesedauer: 4 Min.

Als würde Beef nicht reichen: Jetzt schnürt "Promi Big Brother" auch noch ein Bildungspaket. Allerdings nur ein klitzekleines. Wütend Prügel anzudrohen und die "fakeste" Person zu mobben, ist dann doch interessanter als mit Vorurteilen aufzuräumen.

Bildung ist eine feine Sache, das hat auch SAT.1 erkannt: Im "Promi Big Brother"-Märchenwald geben sich die Bewohner und Bewohnerinnen Nachhilfe. Themen: Toleranz und Erweiterung des Horizonts. "Warum reden schwule Männer manchmal normal, warum andere so wie ich?", fragte sich Aaron Königs und "Wer bestimmt denn, was normal ist?".

Anstatt weiter menschliche Trostlosigkeit demonstrativ zur Schau zu stellen, wollten die Kandidaten Vorurteile bekämpfen - am besten mit Wissen. Das allerdings schien der Regie an Tag 14 der Containershow nicht recht ins Konzept zu passen - so als hätten die Verantwortlichen Angst, das Publikum zu überfordern.

Überfordert wirkten freilich vor allem die Moderatoren Jochen Schropp und Marlene Lufen, die immer noch nach intelligenten Witzen suchen und nur Kalauer finden. Also ging es im Zusammenschnitt dann doch wieder nur um Klischees und Geschlechtsverkehr, um Männer, die alles nehmen, was bei drei nicht auf einem Baum ist und Partys im Darkroom. Die Klischees wurden so schnell abgehandelt, dass sich das Ansagerduo nicht weiter schämen musste und fix zu den wirklich relevanten Dingen überleiten konnte.

Wer ist am meisten Fake hier?

Wichtig zu wissen ist zum Beispiel, wer denn nun eigentlich authentisch ist im Märchenwald und wer ein Fake. Als würde nicht jeder jedem ständig was vormachen. Die Erkenntnis des Tages kommt dann auch von Mischa: "Das ist sehr schwer, für mich ist jeder real", seufzte er resignierend in die Runde, als die Tagesaufgabe verlesen wurde. "Wer ist am meisten Fake hier?", wollte die Redaktion wissen und verlangte zwei Rankings. Eins sollten die Frauen erstellen, eins die Männer.

Für jede Übereinstimmung in den Ranglisten wurde eine Belohnung versprochen. Einig waren sich die säuberlich getrennten Geschlechtergruppen lediglich bei einer Person: Kathy Kelly gilt allen als diejenige, die sich am wenigsten verstellt. Dass Mutter Courage "ganz feine Sensoren hat und jede kleine Gefühlsregung mitbekommt", musste Aaron schneller feststellen, als ihm lieb war.

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Wobei kleinste Regungen bei ihm Wasserfälle aus Tränen bedeuten. "Prince Charming", als letzter Nachrücker erst ein paar wenige Tage Teil der Truppe, landete bei den Damen nämlich auf Platz eins der Fakeliste. Und das machte ihn unheimlich traurig. "Ich fühle mich einfach manchmal sehr allein. Bei 80 Prozent der Gespräche kann ich nicht mitreden. Ich bin der Außenseiter", weinte er sich bei Kathy aus, die ihn mit mütterlicher Fürsorge tröstete.

Bei Emmy musste sie das nicht tun, obwohl sie von den Männern ebenfalls zur "fakesten" Person gewählt wurde. "Du versuchst das Blondchen dazustellen, aber wir finden alle, dass du super intelligent bist", begründete Mischa eine Entscheidung, die nicht für jedermann nachvollziehbar ist. Der Vorzeigeblondine war das ohnehin alles egal, sie bewunderte ihr Antlitz in einem kleinen Handspiegel und freute sich, endlich gelernt zu haben, was das Wort "eitel" bedeutet.

Emmy will's (wieder mal) wissen

Bildung muss manchmal kleine Schritte machen und darf dabei den Weg für körperliche Gelüste nicht versperren. Denn Emmy hatte ja endlich wieder Zeit für einen neuen Anlauf, den widerspenstigen Udo zu zähmen. "Die Chemie zwischen uns ist gut - ich mag es sehr, mit ihm zu kuscheln", flötete sie und schmiss sich mit allem, was sie hat, auf den armen YouTuber.

Dabei entdeckte sie, dass Udos Bart "wie Schamhaare im Gesicht" aussieht und das man sich für eine Social-Media-Karriere nicht unbedingt viel bewegen muss. "Mache doch mal Sport", empfahl Emmy, während sie Udo Bauchröllchen knetete. "Siehst du deine Eier überhaupt noch?"

Der Befragte ertrug Emmy weiterhin mit unbedarfter Gelassenheit, echauffierte sich aber heftig über Katy. "Mir platzt der Kragen. Die muss langsam gebremst werden, die geht mir auf den Sack", schimpfte Udo wütend los, als sich die extrovertierte Drag-Queen einmal mehr selbst zur Teilnahme am Märchen-Match bestimmt hatte. "Der muss man mal das Maul stopfen", polterte Udo weiter und man wunderte sich, woher dass entspannte Phantom die Energie nahm.

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Viele Freunde hat Katy jedenfalls nicht, ihr Ego-Show wird missbilligend zur Kenntnis genommen - von fast allen Kandidaten. Nur Werner Hansch hat einen Narren an Katy gefressen und prophezeite ihr eine glorreiche Karriere.

Die könnte nach Tag 14 von "Promi Big Brother" auch Mischa bevorstehen: Er sollte - nach einem sehr unterhaltsamen, wenngleich mäßig erfolgreichen Blindekuh-Spiel mit Kandidaten in Zwergengröße - einkaufen. Nachdem Emmy zuletzt Dauergast im Supermarkt war, musste Mischa nicht nur Kartoffeln und Karotten besorgen, sondern auch allen beweisen, dass auch Männer einkaufen können.

"Warst du schon mal einkaufen oder hast du wenigstens jemandem dabei zugeschaut?", fragte ihn Big Brother bange. Mischa stellte sich in der Tat ziemlich einfältig an der Kasse an. Dass er viel Zeit zum Üben verwendete, brachte Big Brother zwar an den Rand des Wahnsinns und stellte das Publikum vor eine harte Geduldsprobe. Aber die Unwissenheit hatte Kalkül: "Ich habe schön lange geübt, damit ich mir dabei einen Überblick im Laden verschaffen konnte." Clever, so bewies es Mischa, kann man auch sein, wenn der eigene Sender den Bildungsauftrag nicht allzu ernst nimmt.

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