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Mitgliederschwund bei FDP und SDP beschleunigt sich

Berlin (dpa) - Die Umfragewerte seit Monaten im Keller - und auch bei der Mitgliederentwicklung scheint die Ampel-Koalition SPD und FDP nicht zu bekommen. Der Mitgliederschwund beider Parteien beschleunigt sich.

Zum 31. Dezember 2023 gehörten der Partei von Kanzler Olaf Scholz 365.190 Mitglieder an und damit 14.671 weniger als ein Jahr zuvor, wie ein Parteisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte, nachdem zuvor der «Tagesspiegel» berichtet hatte. Die FDP zählte zur Jahreswende noch 71.820 Mitglieder - 4280 weniger als ein Jahr zuvor. Zahlen der Grünen liegen noch nicht vor.

Die Entwicklung

Bei der SPD betrug der Rückgang 3,9 Prozent. 2022 hatte sie 13.866 Mitglieder verloren, 2021 waren es 10.578 gewesen. Der Wahlsieg 2021 konnte den Mitgliederschwund bei der SPD also weder stoppen noch bremsen. Im Gegenteil: In den ersten beiden Regierungsjahren der Ampel-Koalition 2022 und 2023 hat die SPD insgesamt mehr als 28.000 Mitglieder verloren. Zum Vergleich: In den vier Jahren zwischen 2018 und 2021, in denen die SPD Juniorpartner in einer Koalition mit CDU und CSU war, schrumpfte sie um knapp 50.000 Mitglieder.

Mitte der 1970er Jahre hatte die SPD für kurze Zeit noch über eine Million Mitglieder gehabt. Seit Anfang der 90er Jahre schrumpft sie kontinuierlich. Trotzdem war die SPD 2022 noch mitgliederstärkste Partei in Deutschland vor der ebenfalls schrumpfenden CDU mit 371 986 Mitgliedern. Für 2023 haben die Christdemokraten noch keine Zahl veröffentlicht.

Auch die FDP hatte bereits 2022 Mitglieder eingebüßt, jedoch fiel dieses Minus mit rund 900 noch relativ klein aus. Zuvor hatten die Liberalen mehrere Jahre lang einen Mitgliederzuwachs erfahren. Eine Parteisprecherin wies am Dienstag darauf hin, dass die Mitgliederzahl im Laufe der vergangenen sechs Jahre trotz der aktuell rückläufigen Zahlen um mehr als 7800 gestiegen sei.

Rücktritt bei der FDP

Außerdem gab Holger Zastrow, der von 1999 bis 2019 FDP-Landeschef in Sachsen war, seinen Parteiaustritt bekannt. Er begründete dies auf der Plattform X (einst Twitter) mit dem Kurs der Bundespartei und Bundestagsfraktion, den er nicht mehr mittragen und rechtfertigen wolle. Der 55-Jährige war zeitweise auch stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender.

Die Mitgliederentwicklung in den vergangenen beiden Jahren passt zu den Umfragewerten der Parteien. Die SPD liegt nur noch zwischen 13 und 17 Prozent. Bei der Wahl 2021 hatten die Sozialdemokraten noch 25,7 Prozent der Wählerstimmen erhalten. Die FDP rangiert in den Umfragen bei 4 bis 6 Prozent - nach einem Ergebnis von 11,5 Prozent bei der Bundestagswahl 2021.

Der SPD-Sprecher wies darauf hin, dass die Zahl der Parteieintritte im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf 9584 zugenommen habe. Der Frauenanteil sei auf 33,56 erneut gestiegen.

Während SPD und FDP umfrage- und mitgliedermäßig schrumpfen, legt die AfD in beiden Bereichen zu. Nach Angaben von Anfang Januar zählte sie zum Jahreswechsel 40.131 Mitglieder - rund 37 Prozent mehr als Ende 2022, als sie auf 29.296 Mitglieder gekommen war.