Müllsäcke gegen das Coronavirus: In New York wird Schutzausrüstung knapp

Das Foto dreier New-Yorker-Krankenschwestern geht gerade viral. Darauf tragen die Fragen zu ihrem Schutz gegen das Coronavirus Mülltüten statt richtiger Schutzausrüstung.

Mangelware Schutzausrüstung: In New York arbeiten Pfleger und Pflegerinnen anscheinend in Mülltüten. Foto: Symbolbild / gettyimages / Morsa Images

Seit dieser Woche ist Nordamerika das Epizentrum der Coronavirus-Pandemie. Laut der Johns-Hopkins-Universität sind dort knapp 86.000 Menschen erkrankt und schon jetzt beinahe 1.300 Menschen gestorben (Stand: 27.03.2020, 10 Uhr). Dabei breitete sich in den USA das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verhältnismäßig spät aus.

Oder aber, es breitete sich lange Zeit unentdeckt aus. Auch weil Präsident Donald Trump bis zuletzt noch die Gefahr herunterspielte, indem er etwa sagte: „Es wird vorübergehen. Bleibt einfach ruhig.“ Jetzt trifft die Pandemie die Bevölkerung mit voller Wucht – vor allem in der Metropole New York, wo viele Menschen auf engstem Raum leben. Allein dort gibt es über 23.000 Infizierte und 365 Tote.

“Bittet spendet Schutzausrüstungen”

Was dazu führt, dass die Krankenhäuser derzeit massiv überlastet sind. Das zeigt nun angeblich ein Foto mit Symbolcharakter, das gerade um die Welt geht: Darin zu sehen sind drei Pflegekräfte eines Krankenhauses in Manhattan. Die drei Frauen tragen zu ihrem Schutz Müllsäcke. Dabei steht: „Im ganzen Gebäude gibt es keine Sicherheitskleidung mehr und auch keine Schutzmasken. Wir verwenden Einmalmasken mittlerweile mehrfach.“

Der Beitrag ist noch mit Hashtags versehen. Etwa: „#riskingourlivestosaveyours“ (wir riskieren unser Leben, um eures zu retten) oder „#pleasedonateppe“ (bittet spendet Schutzausrüstungen).

Laut Watson hat die New York Times (NYT) die Herkunft des Fotos versucht zu überprüfen. Eine Sprecherin des beschuldigten Krankenhauses sagte demnach, der Vorfall sei ihr nicht bekannt. „Die Sicherheit unseres Personals und unserer Patienten war noch nie so wichtig wie heute, und wir treffen alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen, um alle zu schützen.“

Menschen im Gesundheitssystem sind besonders gefährdet

Dennoch wird das Bild online rege diskutiert. Etwa von Hillary Clinton, die auf Twitter schrieb: „Krankenschwestern, die Müllsäcke als Schutzausrüstung tragen. Ein Pflegebereichsleiter ist in diesem Krankenhaus kürzlich an Covid-19 gestorben.“

Damit spielt sie auf Kious Jordan Kelly an. Wie die New York Post (NYP) schreibt, verknüpft nicht nur Clinton das Foto der Krankenschwestern in Müllsäcken, sondern auch zahlreiche Krankenhaus-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen in ganz New York, mit dem Tod des Pflegebereichsleiters Kelly.

Der war bereits vor zwei Wochen positiv auf Covid-19 getestet worden, er starb in der Nacht auf Mittwoch. Dazu zitiert die NYP eine namentlich nicht genannte Krankenschwester mit den Worten: „Kious hat das nicht verdient. Das Krankenhaus sollte dafür verantwortlich gemacht werden. Das Krankenhaus hat ihn getötet.“

Schon lange ein Problem mit der Versorgung

Das Problem ist, dass das amerikanische Gesundheitssystem schon lange nicht mehr mit der Versorgung von Schutzausrüstungen hinterherkommt. Die Coronavirus-Pandemie deckt diese Unterversorgung nun auf. Die NYP schreibt, viele Pflegekräfte würden ihre Schutzkleidung sogar nicht mehr wechseln zwischen der Behandlung von Coronavirus-Infizierten und nicht-infizierten Patienten und Patientinnen.