Werbung

Das wird Nagelsmanns schwierigste Entscheidung

Liebe Fußball-Freunde, am vergangenen Donnerstag hat Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Kader für die anstehenden Testspiele der DFB-Elf gegen Frankreich und die Niederlande bekannt gegeben. Und ich muss ehrlich sagen: Ich finde alle Nominierungen nachvollziehbar.

Nagelsmann hat mit Waldemar Anton, Chris Führich, Deniz Undav und Maximilian Mittelstädt vier Jungs vom VfB Stuttgart nominiert, die es absolut verdient haben, weil sie auf Strecke sehr gute Leistungen gebracht haben.

Die einzige Personalie, über die wir ein bisschen reden können, ist Leon Goretzka, der seit Wochen sehr stabil ist, seine Form wiedergefunden hat und eine zentrale Rolle bei Bayern München spielt.

Auf der anderen Seite hast du ihn als Backup in der Hinterhand. Das gilt übrigens auch für Mats Hummels, der bei Dortmund nicht viel Spielzeit hatte. Die Entscheidung, den Dortmunder nicht zu nominieren, finde ich nachvollziehbar.

Bei diesem DFB-Kader greift das Leistungsprinzip

Mit Niclas Füllkrug hat Nagelsmann überhaupt nur einen Dortmunder nominiert. Dafür gibt es gute Gründe. Man sieht ja die Schwankungen des BVB in dieser Saison. Sie sind nie wirklich konstant gut, sondern haben immer Höhen und Tiefen. Das muss man an Spielern wie Süle und Schlotterbeck festmachen.

Sie haben es nicht geschafft, konstant gute Leistungen zu bringen. Dann kannst du sie auch nicht für die Nationalmannschaft nominieren.

Was mich freut: Wir haben auf der Stürmerposition, der Neun, wirklich mal ein bisschen Auswahl. Die hatten wir vor einigen Monaten nicht. Da haben wir nur über Füllkrug geredet. Jetzt haben wir einen Undav als Alternative oder sogar als zweiten Stürmer. Wir haben Beier, der sich ins Rampenlicht gespielt hat. Auch diese Nominierung ist völlig gerechtfertigt.

Bei diesem Kader greift das Leistungsprinzip, weil alle, die nominiert wurden, über Wochen und Monate hervorragende Leistungen gezeigt haben. Ich finde es übrigens auch gut von Julian, dass er direkt sagt: Ilkay Gündogan bleibt der Kapitän.

Zweikampf zwischen Neuer und ter Stegen

Spannend wird die Torhüterfrage. Marc-André Ter Stegen ist nach langer Verletzung wieder zurück, ist in Form, wird nominiert. Der Zweikampf zwischen ter Stegen und Manuel Neuer, das wird die schwierigste Entscheidung für Julian Nagelsmann.

Für die Nicht-Nominierten gilt: Bis zur EM-Nominierung musst du konstant gute Leistungen bringen, um dich noch mal ins Blickfeld zu spielen. Das zählt für einen Serge Gnabry, vielleicht auch für einen Leroy Sané. Das ist die Strecke, die du jetzt konstant gut spielen musst, um bei der EM dabei zu sein.

Bis bald

Euer Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 gehört der 55-Jährige zum festen Experten-Team des STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1.