Wegen Liebesbeweis: Mann verliert Führerschein

Eine Entscheidung aus Liebe machte einen Mann aus der US-Metropole Miami verdächtig. Denn nach der Hochzeit mit seiner langjährigen Partnerin Hanh Dinh im Jahr 2011 übernahm Lazaro Sopenta den Familiennamen seiner Frau, um deren vietnamesische Wurzeln zu ehren. Schließlich blicke die 32-Jährige auf eine dramatische Geschichte als Flüchtling zurück. Doch den Behörden in Florida erschien das äußerst suspekt:  Ein Mann, der den Namen seiner Frau annimmt? Das hatten die Beamten noch nie gehört. Seither wird Mr Dinh wie ein Verbrecher behandelt. 

Lazaro Sopena und Hann Dinh an ihrem Hochzeitstag (Bild: Reuters)Kurz nach der Hochzeit beantragte der 40-Jährige einen neuen Pass, eine neue Kreditkarte und ließ sein Konto auf den neuen Namen ändern – so wie es auch seine Frau getan hätte, hätte sie traditionellerweise den Familiennamen des Ehemannes angenommen. Natürlich sollte sein neuer Nachname auch seinen Führerschein zieren. Zunächst schien sich auch diese Änderung problemlos zu gestalten. Der Immobilienmakler reichte seinen Antrag mitsamt der Änderungsgebühr von 20 Dollar beim Verkehrsamt ein. „Es war ganz einfach“, erzählt Lazaro Dinh der Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn die Regierung Dir einen neuen Pass ausstellt, dann gehst Du davon aus, dass alles in Ordnung ist.“

Ein Jahr später dann die böse Überraschung. Im Dezember erreichte Dinh ein Schreiben, in dem er vom Hauptverkehrsamt in Floridas Hauptstadt Tallahassee beschuldigt wurde, sich durch Betrug eine Fahrerlaubnis erschlichen zu haben – mit der Folge, dass dieser betrügerisch erworbene Führerschein Ende des Monats eingezogen werde. „Ich dachte erst, es handle sich um einen Fehler“, staunt Dinh noch immer. Als er anmerkte, dass er seinen Namen wegen einer Eheschließung geändert habe, erhielt er die flapsige Antwort: „Das funktioniert nur für Frauen.“

„Offenbar hält der Bundesstaat Florida an der altmodischen Vorstellung fest, eine Frau sei lediglich ein Teil eines Mannes“, so Spencer Kuvin, der Anwalt Dinhs. Andersherum sei das nicht denkbar. Und in der Tat: Nur wenige US-Staaten haben ihre Namensänderungsregeln geschlechtsneutral gehalten, lediglich neun Bundesstaaten (Kalifornien, New York, Hawaii, Louisiana, Massachusetts, Oregon, Iowa, Georgia und North Dakota) erlaubten einem Mann ausdrücklich, nach einer Eheschließung den Nachnamen zu ändern.

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Auch das Verkehrsamt in Florida blieb hart. Wenn er die Anordnung anfechten wolle, müsse das auf dem Gerichtswege geschehen, so die Behörde. Ein Prozess, der sich über mehrere Monate hinziehen kann und voraussichtlich mindestens 400 Dollar verschlingt. „Ich verstehe das nicht. Ich werde behandelt wie ein Verbrecher“, klagt Dinh, der sich nach eigenen Angaben noch nie strafbar gemacht hat und nun fürchtet, seinen Beruf als Immobilienmakler nicht ausführen zu können. Bis die Klage erfolgreich durchgesetzt ist, muss sich Lazaro Dinh von seiner Frau und Freunden zu Wohnungsbesichtigungen fahren lassen.


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