Neu im Kino: „Winterreise“: Bruno Ganz postum in seiner letzten Rolle

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Peter Zander

Es ist immer etwas makaber, wenn Filme starten, deren Hauptdarsteller schon tot sind. Erst recht, wenn das schon eine Weile her ist. Das gilt auch für Bruno Ganz, der bereits im Februar 2019 starb und dessen letzter Film am Donnerstag ins Kino kommt. Kein großes Star-Kino wie „Ein verborgenen Leben“, sein vorletzter Film, der auch schon postum startete. Aber das nimmt auch im Rückblick noch für Ganz ein: dass er sich nie zu schade für kleinere Produktionen war.

„Winterreise“ ist eine familiäre Aufarbeitung des US-Radiomoderators Martin Goldsmith. Immer wieder hat der seinen Vater über dessen Vergangenheit befragt. Und der hat immer abgeblockt. George Goldsmith hieß eigentlich Günther Goldschmidt und war ein vielversprechender Flötist. Bis die Nürnberger Gesetze der Nazis seine Karriere jäh vereitelten.

Er konnte nur noch über den Jüdischen Kulturbund musizieren, lernte dabei seine spätere Frau kennen. Und erlangte 1941, nach einem Konzert in der US-Botschaft, eine der letzten Visa in die Freie Welt, während alle Verwandten im Holocaust umkamen. In den USA sprach Goldsmith nie darüber. Und musizierte nie wieder. Sein Sohn ließ aber nicht locker. Und schrieb darüber auch das Buch, „Die unauslöschliche Symphonie“.

„Winterreise“: der Trailer zum Film

Leonard Scheicher spielt den jungen Goldschmidt, in nachgestellten Szenen oder auch in alte Aufnahmen einmontiert.<span class="copyright">Realfiction</span>
Leonard Scheicher spielt den jungen Goldschmidt, in nachgestellten Szenen oder auch in alte Aufnahmen einmontiert.Realfiction

Der dänische Filmemacher Anders Østergaard hat das nun als Dokudrama verfilmt. Mit Goldsmith Jr. hat er die vielen Gespräche zu Dialogen geformt. Bruno Ganz spielt den Vater, während der echte Sohn aus dem Off, teils immer dr...

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