Neue Studie behauptet: Die Wiege der Menschheit liegt in Europa

Forscherin Madelaine Böhme bei der Vorstellung der Studie. (Bild: dpa)
Forscherin Madelaine Böhme bei der Vorstellung der Studie. (Bild: dpa)


Bisher war die Forschung davon ausgegangen, dass unsere ältesten Vorfahren aus Afrika stammen. Eine neue Studie wirbelt diese Annahme nun etwas durcheinander.

Madelaine Böhme vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Paleoenvironment stellte ihre Forschungsergebnisse bei einer Veranstaltung in Tübingen vor. Sie und ihr Team hatten in Griechenland und Bulgarien Spuren gefunden, die die Vermutung aufwerfen, dass dort bereits vor sieben Millionen Jahren Vormenschen lebten. Dabei handelt es sich um einen Kieferknochen, gefunden in Griechenland, und einen Zahn aus Bulgarien.

Ein Zahn, der in Bulgarien gefunden wurde. (Bild: dpa)
Ein Zahn, der in Bulgarien gefunden wurde. (Bild: dpa)

Die Forscherin hatte zuvor geäußert, dass sie viel Widerspruch erwarte. Immerhin würden zwei Funde nicht dafür ausreichen, die komplette Geschichte der Menschheit einfach so umzuschreiben.

Die Reaktionen fielen dementsprechend skeptisch aus. Andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler äußerten Zweifel an der neuen Theorie. Die Anthropologin Susan Antón von der New York University meinte etwa, dass es nicht sinnvoll sei, angesichts der vielen Knochenfunde, die es bereits in Afrika gegeben hätte, alle Theorien über den Ursprung der Menschheit über den Haufen zu werfen.

Der Kieferknochen aus Griechenland. (Bild: dpa)
Der Kieferknochen aus Griechenland. (Bild: dpa)

Es gab aber auch positive Reaktionen. So fand James Cole, Archäologe an der University of Brighton in Großbritannien, dass die neue Studie aufzeige, dass man bisher zu fixiert auf Afrika gewesen sei und seinen Blickwinkel durchaus etwas erweitern dürfe.

Auch in Europa lasse sich mit Sicherheit einiges mehr über die Evolution der Menschheit erfahren, als man bisher angenommen hatte.

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