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Neue Studie zeigt: Je mehr verarbeitete Lebensmittel ihr esst, umso höher ist euer Krebsrisiko

Hochverarbeitete Lebensmittel enthalten in der Regel nicht nur mehr als fünf Zutaten, sondern häufig auch Konservierungsmittel, Emulgatoren und Süßstoffe. - Copyright: happy_lark/Getty Images
Hochverarbeitete Lebensmittel enthalten in der Regel nicht nur mehr als fünf Zutaten, sondern häufig auch Konservierungsmittel, Emulgatoren und Süßstoffe. - Copyright: happy_lark/Getty Images

Wer viel hochverarbeitete Lebensmittel isst, hat einer Studie zufolge ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken.

Die Studie dauerte zehn Jahre und untersuchte fast 200.000 Teilnehmer im Vereinigten Königreich mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren. Die Forscher verglichen, wie viel hochverarbeitete Lebensmittel die Studienteilnehmer zu sich nahmen und wie häufig sie an einer oder mehreren von 34 Krebsarten erkrankten.

Zu den hochverarbeiteten Lebensmitteln gehörten in der Studie Produkte wie Softdrinks, industriell hergestelltes Brot, verpackte süße oder herzhafte Snacks, Müslis und Zerealien, Formfleisch – etwa Wurst oder andere gepökelte Fleischprodukte – und Fertiggerichte.

Nach Angaben der British Heart Foundation bestehen hochverarbeitete Lebensmittel "in der Regel aus fünf oder mehr Zutaten und enthalten Zusätze wie Konservierungsmittel, Emulgatoren, Süßstoffe sowie künstliche Farb- und Aromastoffe".

Dabei handelt es sich um die bislang aktuellste Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel und einem erhöhten Risiko für bestimmte Krankheiten herstellt.

Bereits vergangenes Jahr hatte eine US-amerikanische Studie ergeben, dass Männer mit dem höchsten Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln in ihrer Ernährung ein um 29 Prozent höheres Risiko für Darmkrebs haben.

Die Forscher der neuen britischen Studie kamen nun zu dem Schluss, dass Erwachsene mittleren Alters mit hohem Konsum an hochverarbeiteten Lebensmittel ein höheres Risiko tragen, an Krebs im Allgemeinen und speziell an Krebsarten wie Hirn- und Eierstockkrebs zu erkranken.

Jede zehnprozentige Zunahme hochverarbeiteter Lebensmittel in der Ernährung eines Teilnehmers war demnach mit einem um zwei Prozent höherem Krebsrisiko verbunden – für Eierstockkrebs sogar ganze 19 Prozent, betonten die Forscher.

Die Sterblichkeitsrate durch Krebs stieg ebenfalls, wenn jemand mehr hochverarbeitete Lebensmittel zu sich nahm. Jede zehnprozentige Steigerung war mit einem um sechs Prozent höheren Sterberisiko verbunden – bei Brustkrebs sogar 16 und bei Eierstockkrebs 30 Prozent.

Kiara Chang, eine der Autorinnen der Studie, die in der Zeitschrift "eClinicalMedicine" veröffentlicht wurde, sagte in einer Pressemitteilung: "Die Durchschnittsperson im Vereinigten Königreich deckt mehr als die Hälfte ihrer täglichen Energiezufuhr mit hochverarbeiteten Lebensmitteln."

"Hochverarbeitete Lebensmittel sind allgegenwärtig und werden mit niedrigen Preisen und attraktiven Verpackungen stark vermarktet, um den Konsum zu fördern. Das zeigt, dass unsere Esskultur dringend reformiert werden muss, um vor hochverarbeiteten Lebensmitteln zu schützen."

Wir brauchen noch mehr Forschung über hochverarbeitete Lebensmittel, fordert ein Experte

Tom Sanders, emeritierter Professor für Ernährungswissenschaften am King's College London, der nicht an der Studie beteiligt war, betonte die vielen statistisch signifikanten Unterschiede zwischen denjenigen, die am meisten und denjenigen, die am wenigsten hochverarbeitete Lebensmittel zu sich nehmen – ob sie rauchten beispielsweise, übergewichtig seien oder regelmäßig Sport machten.

Er sagte, diese Art von Studie könne zwar nützlich sein, um bestimmte neue Risikofaktoren für weitere Untersuchungen herauszufiltern, die Definition von hochverarbeiteten Lebensmitteln sei aber so vage, dass der Nachweis einer Kausalbeziehung problematisch sei.

Simon Steenson, ein Ernährungswissenschaftler der British Nutrition Foundation, der auch nicht an der Studie beteiligt war, bemerkte: "Es ist möglich, dass ein höherer Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln in der Ernährung ein Indikator für eine ohnehin schlechte Ernährung ist."

Schlechte Ernährungsgewohnheiten seien oft kalorienhaltiger, enthielten mehr gesättigte Fette, Salz und Zucker, bei geringerem Obst-, Gemüse- und Ballaststoffanteil und außerdem fehlten wichtige Nährstoffe – alles Faktoren, von denen bekannt sei, dass sie sich negativ auf die Gesundheit auswirkten.

Weiter führte er aus: "Ein Problem mit der Bezeichnung "hochverarbeitete Lebensmittel" ist, dass dazu auch gängige Lebensmittel wie abgepacktes Vollkornbrot oder zuckerarme Frühstückszerealien gehören können – und das, obwohl sie wichtige Nährstoffe wie Vitamine, wichtige Mineralien und Ballaststoffe enthalten."

Diese Lebensmittel "können ein wichtiger Bestandteil einer gesunden, ausgewogenen Ernährung sein und sind zudem bezahlbar und leicht erhältlich", betont er.

Dieser Artikel wurde von Jannik Rade aus dem Englischen übersetzt. Das Original lest ihr hier.