Nilam Farooq: Die Neue bei "Wer stiehlt mir die Show?"

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Nilam Farooq will Joko Winterscheidt bei Pro7 den Moderations-Job abjagen. Doch wer ist die 32-jährige Herausforderin eigentlich?

Nilam Farooq auf dem roten Teppich beim Lola - Filmpreis in Berlin.
Nilam Farooq auf dem roten Teppich beim Lola - Filmpreis in Berlin. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Die Berlinerin ist ein echtes Kind der Millenial-Generation. Schon 2010 begann sie mit 21 Jahren ihren ersten YouTube-Kanal. Unter dem Pseudonym "daaruum" gehörte die Tochter eines pakistanischen Vaters und einer polnischen Mutter zu den ersten echten YouTube-Stars der deutschen Szene.

Schauspielerei statt YouTube

Zwischenzeitlich wurde sie mit ihren Vlogs zu Lifestyle-Themen rund um ihr Leben sogar die beliebteste deutsche Youtuberin. 2016 benannte sie den Kanal dann in "Nilam" um, nachdem sie schon zwei Jahre zuvor ihren bürgerlichen Namen in einem Beitrag preisgegeben hatte. Nur ein Jahr später war allerdings nach sieben Jahren endgültig Schluss mit der YouTube-Karriere. Farooq wandte sich ihrem anderen Standbein zu, der Schauspielerei. Auf Instagram folgen ihr aber nach wie vor über 380.000 Fans.

Schon als Teenagerin hatte sie immer wieder in kleineren TV-Produktionen mitgespielt. Von 2013 bis 2019 war sie dann als Kommissarin Olivia Fareedi in der ZDF-Serie "SOKO Leipzig" zu sehen. Mittlerweile hat sie auch in diversen größeren Filmproduktionen mitgespielt. 2014 war sie im ARD-Drama "Die Briefe meiner Mutter" dabei, 2017 in der Kino-Tragikkomödie "Mein Blind Date mit dem Leben" mit Kostja Uhlmann und Anna Maria Mühe. Ihren größten Erfolg auf der Leinwand hatte Farooq 2020. Für ihre Rolle als Studentin in "Contra" an der Seite von Christoph Maria Herbst erhielt sie sogar den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin.

In einer ganz anderen Rolle war sie letztes Jahr auf Netflix war sie schon zu sehen. In "Du Sie Er und Wir" spielte sie Janina, die mit ihrem Freund Teil eines Paartausch-Experimentes ist. In diesem Frühjahr lief bereits ihr Film "Eingeschlossene Gesellschaft" im Kino. Und ab dem 1. September ist sie in der neuen Komödie von Doris Dörrie zu sehen. In "Freibad" geht es um den Mikokosmos Schwimmbad und um Vorurteile und Klischees zwischen Frauen. Im Trailer ist Farooq zu sehen, wie sie in einem Ganzkörper-"Burkini" ins Schwimmbad kommt und so eine Diskussion auslöst.

Das passt auch privat zu der Berlinerin. Denn neben ihrer vielseitigen Schauspielkarriere hat sich Farooq immer wieder öffentlich zu gesellschaftlichen Themen geäußert. Besonders das Thema Gleichberechtigung liegt ihr am Herzen. In einem Interview mit "watson" sagte sie dazu: "Das wird für immer wichtig bleiben. Ich glaube auch nicht, dass es diese Utopie oder diese Wunschwelt geben wird, in der eines Tages alles ok sein wird." Aber es sei "wahnsinnig wichtig" sich dafür einzusetzen, so die 32-Jährige. "Dadurch kommen wir zu einer neuen Normalität, die wir dann hoffentlich annehmen. Die wird nicht perfekt sein, aber so lange sie besser ist, als das, was bisher war, ist es gerade diesen Weg absolut wert."

Genervt von Klischee-Rollen

Ziemlich genervt ist sie auch von der stereotypischen Rollenbesetzung, die es in Deutschland immer noch gibt. Zum Beispiel, dass sie selten Rollen mit deutschen Namen bekommt. Im Interview mit "GQ" erinnerte sie sich an so eine Diskussion mit Filmproduzenten. Denen gegenüber habe sie sich auf ihren zweiten Vornamen berufen und gesagt: "Schaut mich an. Ich sitze vor euch und sehe aus, wie ich aussehe, und heiße Michaela, verdammt! Das ist doch realitätsfern, meiner Rolle einen deutschen Namen zu verbieten."

Stefan Raab als Vorbild

Sie selbst beschreibt, dass sie als öffentliche Person mit Äußerungen inzwischen ziemlich vorsichtig geworden sei. Im Internet werde alles auf die Goldwaage gelegt, sagte sie gegenüber der "Welt". "Ich sehe mich daher oft in der Position, nicht nur einmal über einen Post nachzudenken, sondern sechsmal – was die Sache nur verkompliziert. Es ist schwierig, die Balance zu halten." Ihr Privatleben versucht sie deshalb auch so gut es geht geheim zu halten. "Da habe ich viel von der älteren Generation gelernt – bestes Beispiel ist Stefan Raab, der es bis heute schafft, alles geheim zu halten," verriet sie der "Welt". Das wird in Zukunft wohl noch schwieriger, denn mit ihrem Aufritt bei "Wer stiehlt mir die Show?" dürfte ihre Bekanntheit noch einmal wachsen.

Vor dem Start der vierten Staffel von "Wer stiehlt mir die Show?" gab sich Farooq laut Pro7 jedenfalls siegessicher: "Joko, ich habe Dich zwar sehr lieb, aber die beste Show im deutschen Fernsehen werde ich Dir trotzdem stehlen. Danach können wir wieder Freunde sein."

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