"Nomadland" im Kino: Schön, traurig, ausgezeichnet

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Szene aus
Szene aus "Nomadland". (Bild: Walt Disney)

Nachdem "Nomadland" bei nahezu jeder wichtigen Filmpreis-Verleihung ausgezeichnet oder wenigstens nominiert wurde und last, but not least drei Oscars abräumte (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin), ist das gefeierte Werk von Regisseurin Chloé Zhao seit dem 1. Juli endlich auch in den deutschen Kinos zu sehen. Und tatsächlich: Das Warten hat sich gelohnt!

Im Mittelpunkt von "Nomadland" steht die von Frances McDormand gespielte Witwe Fern, die ihr altes Leben hinter sich lässt und fortan durch den Südwesten der USA reist, von Job zu Job wechselt und dabei verschiedenen Menschen begegnet, die einen ähnlichen Lebensweg eingeschlagen haben. "Ich bin nicht obdachlos, ich bin nur ... hauslos", erklärt die fortan in ihrem Van lebende Fern einem Mädchen zu Beginn des Films. "Ist nicht dasselbe, hab ich Recht?"

Als Vorlage für Zhaos Film diente ein Sachbuch, Jessica Bruders "Nomaden der Arbeit - Überleben in den USA im 21. Jahrhundert", ein realer Stoff also, der sich bis hin zum Casting niederschlägt. So werden - im Gegensatz zur Figur der Fern - zahlreiche Charaktere, denen wir in "Nomadland" begegnen, nicht von professionellen Stars gespielt, sondern von Menschen, die tatsächlich solch ein Leben führen und im Film Alter Egos ihrer selbst verkörpern.

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Was Zhao aus diesem Stoff macht, hallt lange nach. Ihr Roadmovie handelt nicht nur von flüchtigen Begegnungen, sondern von der Flüchtigkeit des Lebens an sich. Wir sehen eine Stadt, die einst das Zuhause der Protagonistin war und nun zum trostlosen Ort verkommen ist. Wir erfahren von Leuten, die mit dem Verlust eines geliebten Menschen zurechtkommen müssen oder wissen, dass sie selbst dem Ende entgegensteuern. Es ist ein leiser, gleichermaßen schöner und trauriger Film, bei dem Aufbruch und Wehmut Hand in Hand gehen. Und es ist ein Film, der nicht zu letzt von seiner grandiosen Hauptdarstellerin McDormand lebt, die mit ihrer nuancierten, uneitlen Performance einmal mehr zeigt, dass sie zu den ganz Großen in Hollywood gehört.

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