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Notruf, Krankenwagen, Feuerwehr: In welchen Fällen rufe ich wen an?

Es wird schnell Hilfe benötigt, also nimmt man das Telefon und wählt - was eigentlich? 110 für die Polizei, 112 für die Feuerwehr oder lieber doch etwas ganz anderes? Wir klären auf, welche Nummer in welchen Fällen am meisten Sinn macht.

112
Ist die 112 immer die richtige Notfall-Nummer? (Symbolbild: Getty)

So viel vorweg: Es gibt drei zentrale Nummern, die man sich auf jeden Fall merken sollte. Die ersten beiden, sind die allseits bekannten 110 und 112, die dritte die weniger bekannte, aber auch sehr wichtige 116117 für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Aber was sind die Unterschiede zwischen diesen drei Nummern?

110: Die Nummer für die Polizei

Wenn man sich bedroht fühlt, in Gefahr oder einer Straftat ausgesetzt ist oder auch beobachtet, dass dies bei einer anderen Person der Fall ist, ist das der Moment, um die 110 zu wählen. Generell ist das die richtige Nummer für Situationen, die eine polizeilichen Einsatz erfordern - auch wenn Sie nur vermuten, dass eine solche Situation vorliegt, ist das ein Fall für die 110.

112: Die Nummer für Feuerwehr und Rettungsdienst

Wann sollte ich die 112 wählen? "Wenn es sich um eine plötzlich aufgetretene, lebensbedrohliche Situation handelt, die keinen Aufschub erlaubt, sondern die Hilfe sofort kommen muss", sagt Martin Massmann. Er ist Oberarzt in der Zentralen Notaufnahme der Schön Klinik Neustadt (Schleswig-Holstein).

Wer sich unsicher ist, wählt besser den Notruf. "Lieber einmal häufiger als einmal zu wenig", sagt Massmann. Denn die Fachleute in der Leitstelle folgen im Telefonat einem Fragebogen, der auf eine schnelle Einschätzung der Situation ausgelegt ist. Und sie entscheiden dann, was am besten zu tun ist - ob etwa ein Rettungswagen mit Notarzt oder Notärztin losgeschickt wird.

Notruf-Ausfall: Alternativnummern für 110 und 112 speichern

Um auch bei einem Ausfall der 110 oder 112 schnell Hilfe rufen zu können, ist das Speichern von Ersatz-Notrufnummern im Smartphone zudem sinnvoll. Allerdings muss man mögliche Nummern-Alternativen für seinen Wohn- oder Aufenthaltsort genau recherchieren.

In vielen Kommunen sei beispielsweise die Rettungsleitstelle des Deutschen Roten Kreuzes unter der jeweiligen Ortsvorwahl gefolgt von der 19222 erreichbar, heißt es auf dem Portal "Teltarif.de". Die örtlich zuständigen Dienststellen der Polizei sind telefonisch ebenso auf anderen Wegen erreichbar, ihre Nummern aber in jedem Ort unterschiedlich, heißt es weiter. Da helfe etwa das gute alte Telefonbuch weiter.

116117: Die Nummer für den ärztlichen Notdienst

Viele Notrufe sind leider keine echter Notfälle und verschwenden Zeit und Ressourcen der Notrufzentralen, weshalb es wichtig ist neben der 110 und der 112 auch die 116117, die Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu kennen. Hier kann man anrufen, wenn jemand umgehend ärztliche Hilfe braucht, die Situation aber nicht lebensbedrohlich ist.

Hinter dem Angebot steht die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Wählt man die 116117, erreicht man rund um die Uhr den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der Rat geben kann, was bei den entsprechenden Beschwerden am besten zu tun ist. Und zum Beispiel Bereitschaftspraxen vorschlägt, die man aufsuchen kann. Bei Bedarf kommt eine Ärztin oder ein Arzt auch zu Hause vorbei.

Auf der Webseite gibt es auch ein Patienten-Navi, das gesundheitliche Beschwerden online abfragt. Am Ende steht ein Rat, wie man nun am besten weiter vorgeht.

+49-6131-19240: Die Nummer für das Giftinformationszentrum

Eine weitere Nummer, die im Notfall wichtig sein kann, ist die des Giftinformationszentrums. Unter +49-6131-19240 sind Experten der Universitätsmedizin Mainz rund um die Uhr erreichbar, wenn Leben in Gefahr ist.

Sie bewerten Risiken, entscheiden, was getan werden muss, verhindern damit viele Bagatell-Einsätze der Rettungsdienste - und können aber auch immer wieder aufgeregte Anrufer beruhigen, wie GIZ-Leiter Andreas Stürer berichtet.

(mit dpa)

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