Nur wenige Frauen führen Regie bei Hollywoods Top-Filmen

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Chloé Zhao gewann 2021 für "Nomadland" den Oscar, doch eine aktuelle Studie zeigt, wie selten weibliche Regisseurinnen bei Top-Filmen Hollywoods berücksichtigt werden. (Bild: 2021 Handout/Handout)
Chloé Zhao gewann 2021 für "Nomadland" den Oscar, doch eine aktuelle Studie zeigt, wie selten weibliche Regisseurinnen bei Top-Filmen Hollywoods berücksichtigt werden. (Bild: 2021 Handout/Handout)

Frauen waren auch 2020 in Hollywoods Schlüsselpositionen stark unterrepräsentiert, doch zumindest zeigte der Trend nach oben. Eine aktuelle Studie für das Jahr 2021 zeigt nun auf, dass der Aufwärtstrend jäh gebremst wurde. Erfolgreiche Regisseurinnen bleiben die Ausnahme.

2020 schrieb Hollywood noch Geschichte: In der Traumfabrik entstand eine Rekordzahl von Filmen mit Frauen auf dem Regiestuhl. Doch ein Jahr später folgte der Rückschritt: Wie aus dem Bericht "Celluloid Ceiling" hervorgeht, der jährlich vom Center for the Study of Women in Television and Film an der San Diego State University herausgegeben wird, wurden von den 250 umsatzstärksten Filmen 2021 lediglich 17 Prozent von Regisseurinnen inszeniert. Im Jahr zuvor waren es noch 18 Prozent. Blickt man nur auf die 100 erfolgreichsten Filme an den Kinokassen, fällt der Unterschied laut Branchenblatt "Variety" noch deutlicher aus: Bei lediglich zwölf Prozent führten Frauen Regie, 2020 waren es noch 16 Prozent.

Forscherinnen und Forscher glauben, dass die herausragenden Erfolge der jüngsten Zeit die Ausnahme bleiben. Auch, wenn die Studie zu einem Zeitpunkt veröffentlicht wurde, zu dem sich Jane Campion ("The Power of the Dog") und Maggie Gyllenhall ("Frau im Dunkeln") nach ihren Kinoerfolgen berechtigte Hoffnungen auf Auszeichnungen machen dürfen. Zudem führten Filmemacherinnen wie Chloé Zhao ("Eternals") sowie Nia DaCosta ("Candyman") bei Filmen Regie, die bei ihrem Erscheinen Platz eins der Kinocharts eroberten. Doch "der Schein kann trügen", erklärt Martha Lauzen, Geschäftsführerin des Center for the Study of Women in Television and Film und Autorin des Berichts, gegenüber "Variety".

Der Erfolg prominenter Frauen kann täuschen

"Während Chloé Zhao letztes Jahr den Oscar für die Regie von 'Nomadland' gewonnen hat und Jane Campion in diesem Jahr mit 'The Power of the Dog' ganz vorne im Rennen ist, ist der Prozentsatz der Frauen, die bei Filmen Regie führen, im Jahr 2021 tatsächlich zurückgegangen", so Lautzen. Es könne zu falschen Schlussfolgerungen über die Situation von Frauen in der Arbeitswelt führen, wenn man sich auf den wohlverdienten Erfolg weniger prominenter Frauen stütze.

Allerdings gab es auch kleinere Verbesserungen. 25 Prozent der Schlüsselpositionen der 250 umsatzstärksten Filme wurden mit Frauen besetzt - dazu zählen neben Regisseurinnen auch Autorinnen, ausführende Produzentinnen, Produzentinnen, Cutterinnen und Kamerafrauen. 2020 waren es noch 23 Prozent.

Wichtig zur Einordnung der Studie: Sie kann die Filmlandschaft nicht vollständig wiedergeben. So drehten Jane Campion und Maggie Gyllenhall ihre Filme etwa für Netflix. Der begrenzte Kinostart ohne veröffentlichte Einspielergebnisse sorgt dafür, dass sie unter den Filmen mit den höchsten Einspielergebnissen nicht auftauchen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie gingen die Menschen nur zögerlich ins Kino, weshalb zusätzlich auf die Liste der Top 20 Watched at Home der Digital Entertainment Group zurückgegriffen wurde. Aus dieser Liste wurden insgesamt 92 Filme berücksichtigt.

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