Werbung

OLED vs. QLED: Das sind die Unterschiede

Zwei Display-Technologien im Vergleich

Endlich Filme, Serien und Games auf einem richtig guten Fernseher zu Hause genießen. Aber zu welcher Display-Technologie soll man greifen: QLED oder OLED? (Symbolfoto: Getty Images)
Endlich Filme, Serien und Games auf einem richtig guten Fernseher zu Hause genießen. Aber zu welcher Display-Technologie soll man greifen: QLED oder OLED? (Symbolfoto: Getty Images)

Menschen in Elektrofachgeschäften werden von Fernsehern angezogen wie Motten vom Licht. Sicherlich hat auch schon der ein oder die andere einige Minuten zu viel vor einem 100-Zoll-Fernseher gestanden und sich gedacht, wie wundervoll die Natur mit all ihren Farben und Tieren doch ist.

Und obwohl oftmals keinerlei Handlung auf den TV-Bildschirmen in diesen Märkten stattfindet, fragt man sich zu Hause trotzdem, wie es dem kleinen, wirklich wahnsinnig grünen Chamäleon in dieser farbenprächtigen Natur wohl heute so geht.

Aber nicht nur an diesem wunderlichen Reptil kommt man nicht vorbei, auch zwei Display-Technologien konkurrieren um die Blicke der potenziellen Käufer*innen: OLED und QLED. Beide Technologien haben ihre Vor- und Nachteile. Aber was ist besser?

OLED – Organische Dioden, die selbst leuchten

Die Frage, um was es sich bei OLED handelt, kann kompliziert und einfach erklärt werden. Die einfache Lösung ist die reine Begriffserklärung: In OLED steckt das Wort LED.

In Anlehnung an die altbekannte LED haben die sogenannten Organic Light-Emitting Diodes, kurz OLEDs, ihren Namen erhalten. Es handelt sich dabei also um eine Art "organische" Leuchtdiode – ein selbst leuchtendes Display.

Dass im Namen das Wort LED steckt, kann irritierend sein, denn tatsächlich sind in OLED-Geräten keine klassischen LEDs für die Hintergrundbeleuchtung verbaut. Das Besondere an dieser Technik ist nämlich, dass OLEDs kein zusätzliches Licht für die Leuchtkraft und die Bilddarstellung des Geräts, in dem sie verbaut sind, benötigen.

So leuchten bei einem OLED-Fernseher die Bildpunkte selbst – was das "organic" im Namen erklärt –, denn hier ist jeder einzelne Pixel im OLED-Panel auch eine winzig kleine LED-Leuchte, die unglaublich dünn ist und sowohl Licht als auch Farbe in einem einzigen Element erzeugen kann.

In Horror-Filmen kann es gut und gerne mal sehr dunkel werden – auf einem gewöhnlichen Fernseher kann es schwerfallen, überhaupt etwas zu erkennen. Auf dem OLED-Display werden Schwarzwerte hervorragend dargestellt und verhelfen zum nötigen Kontrast. (Symbolbild: Getty Images)
In Horror-Filmen kann es gut und gerne mal sehr dunkel werden – auf einem gewöhnlichen Fernseher kann es schwerfallen, überhaupt etwas zu erkennen. Auf dem OLED-Display werden Schwarzwerte hervorragend dargestellt und verhelfen zum nötigen Kontrast. (Symbolbild: Getty Images)

Der größte Vorteil eines OLED-Fernsehers liegt deshalb auch in der Darstellung des hervorragenden Schwarzwertes. Der OLED-TV ist in der Lage, die Pixel, aus denen die dunklen Teile des Bildschirms bestehen, auszuschalten. Sie geben dementsprechend kein Licht und keine Farben mehr ab, sodass der Bildschirm so dunkel erscheint, als hätte man den Fernseher ausgeschaltet.

QLED – Quantum Dots sorgen für perfektes Weiß und großes Farbvolumen

Aber genug vom OLED – denn wer OLED sagt, muss auch QLED sagen, was für Quantum Light-Emitting Diode steht. Ein QLED ist eigentlich ein LCD-Fernseher mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung mit blauen LEDs und einer davorgesetzten Schicht, die die sogenannten Quantum Dots enthält.

Diesen Nanopartikeln verdankt das Display auch seinen Namen. Diese winzigen Punkte haben die Aufgabe, die Farben zu verstärken. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Hintergrundbeleuchtung in die genauen Grundfarben Rot, Grün und Blau umgewandelt wird.

Die Quantum Dots im QLED-Display verstärken die Farben und sorgen für einen Helligkeits-Boost. (Symbolbild: Getty Images)
Die Quantum Dots im QLED-Display verstärken die Farben und sorgen für einen Helligkeits-Boost. (Symbolbild: Getty Images)

Aus dieser Kombination entsteht ein weißes Vollspektrum-Licht, das nicht einmal ein einziges Nit (Maßeinheit zur Messung der Helligkeit von Bildschirmen) an Helligkeit verliert. Herkömmliche LCD-Bildschirme haben das Problem, dass immer ein leichter Blaustich zu erkennen ist. Weiß ist daher dort nie hundertprozentig Weiß.

Ein weiterer Vorteil dieser Quantum Dots ist ihre Fähigkeit, Farben präzise steuern zu können. Wenn Licht durch die Punkte hindurchdringt, strahlen die Nanopartikel das Licht in spezifischen Farben aus – je nachdem wie groß die Quantum Dots sind. Durch diese Technik entsteht ein breites Farbspektrum und zudem erhält der Fernseher dadurch einen Helligkeits-Boost.

OLED vs. QLED: Die Unterschiede

Einige Unterschiede sollten nun bereits klar sein – aber natürlich gibt es noch viel mehr. Wie gerade erwähnt, ist der QLED-TV in Sachen Helligkeit nicht zu übertreffen und kann ein höheres Farbvolumen darstellen, als herkömmliche OLED-Fernseher. Ein Nachteil: Um dunkle Motive darzustellen, setzen viele Firmen beim QLED auf "Local Dimming" – hierbei sind LEDs einzeln dimm- oder auch ausschaltbar– dadurch kann aber ein unschöner Grauschleier entstehen.

Außerdem leiden QLED-Fernseher, wie MediaMarkt berichtet, unter sogenanntem "Blooming": Hier strahlen "hell beleuchtete Bildteile in andere Bildteile über" – das fällt am stärksten bei kleinen hellen Bildpunkten vor dunklem Hintergrund wie zum Beispiel einem Sternenhimmel auf.

Weitere Unterschiede gibt es im Bereich der Reaktionszeit – das ist die Zeit, die ein Pixel benötigt, um von einem Zustand in den anderen zu wechseln. Die Reaktionszeit ist vor allem bei Action-Filmen wichtig, denn je schneller die Reaktionszeit, desto schärfer ist das Bild. Typische Reaktionszeiten variieren beim QLED laut Digitaltrends zwischen 2 und 8 Millisekunden. Klingt ganz gut, aber beim OLED liegt sie bei etwa 0,1 Millisekunden. Viele werden diesen Unterschied vielleicht gar nicht bemerken, aber für Gamer*innen könnte dieser Aspekt ausschlaggebend beim Kauf sein. Zudem punktet die OLED-Technologie mit einem niedrigeren Stromverbrauch und ist von Natur aus energieeffizienter, was alle Zocker*innen zusätzlich freuen wird.

Gerade für passionierte Gamer*innen könnte der OLED-Fernseher mit seiner geringen Reaktionszeit von Vorteil sein. (Symbolbild: Getty Images)
Gerade für passionierte Gamer*innen könnte der OLED-Fernseher mit seiner geringen Reaktionszeit von Vorteil sein. (Symbolbild: Getty Images)

Ein wichtiger Punkt bei der Anschaffung ist aber auch die Lebensdauer: Denn kauft man sich einen neuen, teureren Fernseher, will man natürlich auch lange etwas davon haben.

Samsung schreibt zu diesem Punkt: "Bei der OLED-Technologie ist nach ca. 20.000 Betriebsstunden ein organischer Verfall bei Farbe und Helligkeit zu beobachten. Bei Samsungs QLED Technologie ist dieser Verfall nach 20.000 Betriebsstunden nicht zu sehen." Und das ergibt auch Sinn, schließlich basiert QLED auf der klassischen LED-Technik, die sich als sehr langlebig erwiesen hat.

Was den Preis angeht, schenken sich die beiden Fernseher-Typen heutzutage auch nicht mehr viel. So handelt es sich sowohl bei OLED als auch bei QLED um Geräte aus dem Premium-Bereich, die im Vergleich zu "normalen" Fernsehern teurer sind. Im Schnitt sind QLED-TVs etwas günstiger, da die Produktionskosten bei OLED-Displays noch etwas höher sind.

Und welche Technik ist jetzt "besser"?

Eine klare Antwort, welche Technologie allgemein "besser" ist, gibt es nicht – auch online ist man sich hier uneins. So schreibt MediaMarkt beispielsweise: "OLED-Fernseher sind QLED-TVs in den meisten Kategorien überlegen", auf Hifi.de wird wiederum nach einem ausführlichen Test der beiden Technologien der QLED-Fernseher empfohlen.

Sowohl auf QLED-TVs als auch auf OLED-Fernsehern können Filme, Serien und Games in 8k- oder 4k-Auflösung dargestellt werden – wenigstens in diesem Punkt sind sich die beiden Technologien einig. Wenn man es ganz brutal herunterbrechen möchte, ist QLED wahrscheinlich der bessere Allrounder und OLED eher für Gamer*innen geeignet. Letztendlich muss aber jede und jeder selbst entscheiden, welche Display-Technik für einen selbst am meisten Vorteile bringt und mit welchem Fernseher man mehr Spaß haben könnte.

Infografik: Das ist den Befragten einer Umfrage beim Kauf eines TVs wichtig. (Credit: Civey)
Infografik: Das ist den Befragten einer Umfrage beim Kauf eines TVs wichtig. (Credit: Civey)

Wer sich nicht entscheiden kann, kann auch auf einen QD-OLED-Fernseher zurückgreifen. Das sind Hybrid-Displays, die die organischen Leuchtdioden des OLED mit den Quantum Dots des QLED vereinen. Sie versprechen alle Defizite beider Technologien zu eliminieren – sind aber sicherlich auch noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Wie man erkennen kann, haben beide ihre Stärken und Schwächen – es kommt also letztendlich auf die eigenen Bedürfnisse an! Wer gerne Horror-Filme schaut, sollte eher den OLED nehmen – dann kann man auch endlich mal bei besonders dunklen Szenen erkennen, wer eigentlich gerade hinter wem her ist. Ein absoluter Vorteil!