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"Die Oscars sollten sich schämen": Gedenkvideo sorgt für Aufregung

Bei der 95. Oscar-Verleihung wurde wie jedes Jahr verstorbenen Stars wie Olivia Newton-John (Bild) gedacht, nach Meinung vieler Zuschauer wurden aber zahlreiche Namen im Gedenkvideo vergessen. (Bild: Kevin Winter/Getty Images)
Bei der 95. Oscar-Verleihung wurde wie jedes Jahr verstorbenen Stars wie Olivia Newton-John (Bild) gedacht, nach Meinung vieler Zuschauer wurden aber zahlreiche Namen im Gedenkvideo vergessen. (Bild: Kevin Winter/Getty Images)

Das "In Memoriam"-Segment der Oscar-Verleihung sorgte schon oft für große Diskussionen. Dieses Jahr wurden knapp 20 verstorbene Stars nicht genannt. Auf Twitter hagelt es Kritik.

Es ist ein fester Bestandteil der jährlichen Oscar-Verleihung: Im "In Memoriam"-Segment gedenkt die Filmbranche all jenen Kolleginnen und Kollegen, die seit der letzten Verleihung verstorben sind. Dass dabei selten alle Namen genannt werden, sorgte in der Vergangenheit schon häufiger für Diskussionen. Dieses Jahr fällt das Versäumnis allerdings besonders groß aus: Insgesamt 19 Stars sollen vergessen worden sein.

Lenny Kravitz sang "Calling All Angels", während eine Videomontage an die verstorbenen Größen der Filmbranche erinnerte. (Bild: 2023 Getty Images / Kevin Winter)
Lenny Kravitz sang "Calling All Angels", während eine Videomontage an die verstorbenen Größen der Filmbranche erinnerte. (Bild: 2023 Getty Images / Kevin Winter)

Die Ansprache zu dem umstrittenen Programmpunkt hielt John Travolta: "Sie haben uns zum Lächeln gebracht und sind liebe Freunde geworden, denen wir immer hoffnungslos treu bleiben werden", sagte der 69-jährige Schauspieler mit brüchiger Stimme. Die Wortwahl "hopelessly devoted" ("hoffnungslos treu") ist als Anspielung auf die im August verstorbene Schauspielerin und Sängerin Olivia Newton-John zu verstehen: Mit ihr spielte Travolta in "Grease" (1998). Newton-John wurde durch den "Grease"-Song "Hopelessly Devoted to You" weltberühmt.

Vergessene Stars sorgen für Empörung

Zu der Videomontage mit den verstorbenen Stars und Filmschaffenden sang dann Lenny Kravitz "Calling All Angels": Gezeigt wurden Stars wie Angela Lansbury ( "Mord ist ihr Hobby"), James Caan ("Der Pate"), Kirstie Alley ("Cheers") oder Gina Lollobrigida ("Der Glöckner von Notre Dame"). Aber auch der Öffentlichkeit eher unbekannte Personen, darunter Kostümbildnerinnen, Szenenbildner oder Produzenten wurden genannt. Namhafte Stars wie Tom Sizemore ("Heat"), Paul Sorvino ("Goodfellas"), Tony Sirico ("Die Sopranos") oder der Comedian Gilbert Gottfried fehlten.

Auf Twitter reagierten Fans wie Experten schockiert. Vor allem die Tatsache, dass die bei einem tragischen Autounfall verstorbene Schauspielerin Anne Heche in der Aufzählung fehlte, wurde vielfach kritisiert: "Die Oscars sollten sich schämen, dass sie die zutiefst talentierte, oft unterschätzte Anne Heche nicht in ihre Montage eingebaut haben", twitterte ein Nutzer. "Ein wirklich großes Versäumnis", kritisierte ein anderer.

Eine Nutzerin machte sich die Mühe, alle Namen, die ihrer Erinnerung nach vergessen wurden, in einem Tweet zu nennen. Die Tatsache, dass eine nahezu vollständige Liste auf der offiziellen Homepage der verantwortlichen Academy for Motion Picture Arts and Sciences zu finden ist, ist für sie nur ein schwacher Trost: "Das führt nur zu einer gruseligen A-Liste gegen B-Liste Sache."

Weder im Video noch auf der Website genannt wird der kürzlich verstorbene Schauspieler Robert Blake. Der "Baretta"-Star wurde beschuldigt, seine zweite Ehefrau Bonny Lee Bakley 2001 nach einem gemeinsamen Restaurantbesuch im Auto erschossen zu haben. Ein Strafgericht befand ihn 2005 zunächst für unschuldig. In einem späteren Zivilprozess aber wurde Blake zu einer Zahlung von 30 Millionen Dollar an die Familie von Bakley verurteilt. Blake selbst hatte stets seine Unschuld beteuert.