Wenn Otmar Issing als Ausweis von BoE-Diversität herhalten muss

·Lesedauer: 1 Min.

(Bloomberg) -- Der neue Chefvolkswirt der Bank von England hat in den sozialen Medien Kritik einstecken müssen, nachdem er in einem Interview behauptete, er bringe Vielfalt in die Geldpolitik ein, weil er einst mit Otmar Issing, dem legendären Falken unter den deutschen Zentralbankern, zusammengearbeitet habe.

Most Read from Bloomberg

“Ich denke, ich bringe Diversität in anderen Bereichen mit”, sagte Huw Pill, der im vergangenen Monat in die Zentralbank berufen wurde, gegenüber der Financial Times. “Ich bin mir nicht sicher, ob es viele andere Mitglieder des MPC gibt, die als Gefolgsleute von Otmar Issing bezeichnet werden wollen, während ich ziemlich stolz darauf bin.”

Pill, ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses, ist ein ehemaliger Mitarbeiter der Europäische Zentralbank, der dort tätig war, als der ehemalige Bundesbanker ihr Chefvolkswirt war.

Der ehemalige BoE-Ökonom Tony Yates nannte die Bemerkung auf Twitter “ein bisschen abgedroschen” angesichts “der Bedeutung des Grundrechtsaspekts des Diversity-Themas [der Frage, wer in der Karriere warum ausgebremst wird].”

Dario Perkins, Managing Director für Global Macro bei TS Lombard, meinte sarkastisch, dass es unter den Geldpolitikern offenkundig keinen “Mangel an Besorgnis über fiskalische ‘Verantwortung’ & Inflationserwartungen” gebe.

Die BOE stand bereits zuvor im Mittelpunkt der Diversitätsdebatte. Nur zwei Mitglieder des Gremiums, das die geldpolitischen Entscheidungen trifft, sind Frauen, obwohl die neun Personen umfassende Auswahlliste für den Posten des Chefökonomen aus fünf Frauen und vier Männern bestand.

Überschrift des Artikels im Original:BOE’s Pill Draws Criticism for Citing Issing in Diversity Remark

Most Read from Bloomberg Businessweek

©2021 Bloomberg L.P.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.