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Oxfam: Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer

430 Milliarden Euro - das Vermögen der fünf reichsten Persönlichkeiten Europas entspricht etwas mehr als der Hälfte des Bildungsbudgets der EU-Mitgliedstaaten.

Dies ist eine der Zahlen, die in dem am Montag veröffentlichten Oxfam-Jahresbericht über Ungleichheit genannt werden.

Demnach ist der Reichtum der Chefs von LVMH, Zara, L'Oréal, Ferrero und Lidl seit 2020 um 76 Prozent gestiegen, wobei sich das finanzielle Muster wiederholt.

Chiara Putaturo, Referentin für Ungleichheit und Steuerpolitik im Oxfam EU-Büro: "Diese Millionäre haben viel Geld verdient, oft dank der Windfall-Profite der Monopolunternehmen, die sie besitzen. Aber gleichzeitig sorgen sie mit ihrem Einfluss, dem Einfluss der Konzerne und der Milliardäre, dafür, dass das Wirtschaftssystem weiterhin so floriert, wie es ist, um sich selbst mehr und mehr zu begünstigen."

Laut Oxfam sind die Unternehmenssteuern von 32 Prozent im Jahr 2000 auf 22 Prozent im Jahr 2023 gesunken, was den multinationalen Unternehmen zugute kommt.

Dem Bericht zufolge ermöglicht es diese finanzielle Macht den reichsten Konzernen der Welt, die politischen Entscheidungsträger stärker zu beeinflussen als die Wähler.

Oxfam weist darauf hin, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, da 99 Prozent der europäischen Bevölkerung durch die sehr hohe Inflation der letzten Monate ärmer geworden sind. Aus diesem Grund befürwortet Oxfam das Prinzip einer Steuer für Milliardäre.

Putaturo: "Wir haben geschätzt, dass eine europäische Vermögenssteuer auf Multimillionäre und Milliardäre, also wirklich auf die reichsten Menschen in der EU und nicht auf die Mittelschicht, fast 290 Milliarden Euro einbringen würde, was etwa 40 Prozent des Geldes aus dem Konjunkturprogramm entspricht, das alle Mitgliedstaaten zahlen müssen."

Oxfam schlägt außerdem vor, eine Obergrenze für die Einkommen von Milliardären festzulegen, die Gewinne zu regulieren und öffentliche Beihilfen zu konditionieren.