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Piloten bei Lufthansa-Tochter Discover streiken weiter

Im Kampf um einen Tarifvertrag wollen Piloten der Lufthansa-Tochter Discover Airlines auch heute weiterstreiken. Passagiere müssen sich noch bis einschließlich Montagabend auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Die Piloten der Lufthansa-Tochter Discover wollen einen Tarifvertrag. Weil die Gespräche stocken, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. (Bild: dpa)
Die Piloten der Lufthansa-Tochter Discover wollen einen Tarifvertrag. Weil die Gespräche stocken, ruft die Gewerkschaft zum Streik auf. (Bild: dpa)

Wie bereits gestern sollen auch heute etliche Verbindungen ausfallen, wie aus der online einsehbaren Abflugtafel des Frankfurter Flughafens hervorgeht. Dazu gehören etwa Flüge auf die Kanaren oder in die USA. Die von München aus geplanten Discover-Flüge sollten von der Lufthansa durchgeführt werden.

Viele Flüge auf der Kurz- und Mittelstrecke sollen abheben

Der Pilotenstreik bei der Discover Airlines trifft die Lufthansa-Tochter hart. Am Montag, dem zweiten Streiktag, waren in Frankfurt nur zwei von ursprünglich zwölf geplanten Abflügen möglich. Neun Flüge waren gestrichen und eine Verbindung nach Windhoek in Namibia wurde auf den nicht mehr bestreikten Dienstag verspätet. Auch am Sonntag waren 10 von 16 geplanten Abflügen des Ferienfliegers gestrichen worden.

Discover Airlines hat damit die selbst formulierten Ziele klar verfehlt, in Frankfurt 90 Prozent der Mittelstrecke und 30 Prozent der Langstrecke trotz Streiks anbieten zu können. Die von München aus geplanten Flüge im Auftrag der Muttergesellschaft Lufthansa sollten von dieser selbst angeboten werden.

Es ist bereits der dritte Ausstand nach einem fünfstündigen Warnstreik kurz vor Weihnachten und einem regulären Streik über einen ganzen Tag Ende Januar, nachdem die Piloten in einer entsprechenden Urabstimmung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) für Streiks gestimmt hatten.

Piloten wollen Tarifvertrag erkämpfen

Die Gewerkschaft hat die Piloten diesmal dazu aufgerufen, für 48 Stunden ihre Arbeit niederzulegen. VC streitet für einen Erst-Tarifvertrag bei der vor zweieinhalb Jahren gegründeten Fluggesellschaft, die 24 Flugzeuge betreibt. Die Gewerkschaft sieht die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber vorerst als gescheitert an.

Dieser kritisierte den neuen Streikaufruf. Man habe der Gewerkschaft angekündigt, bis zum 7. Februar ein verbessertes Angebot vorzulegen, sagte eine Sprecherin der Lufthansa-Tochter. "Die Tatsache, dass die VC nun, ohne das von ihnen geforderte neue Angebot des Arbeitgebers abzuwarten, zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen zum Streik aufruft, macht deutlich, dass es hier nicht um gute Lösungen für die Mitarbeitenden geht, sondern andere Interessen verfolgt werden." Die Gewerkschaft wollte sich zu diesem Vorwurf auf Anfrage nicht äußern.

Im Video: 27 Stunden Streik bei der Lufthansa - 100.000 Passagiere betroffen