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Polen: 1. Platz im globalen Cybersicherheitsranking

Polen: 1. Platz im globalen Cybersicherheitsranking

Polen steht, was die Cybersicherheit angeht, auf Platz eins. Das hat der für verschiedene Staaten erhobene nationale Cybersicherheitsindex (NCSI) ergeben, der das Niveau der Cybersicherheit und der Prävention von Cyberbedrohungen in einem Land misst.

Zugleich ist das Land jedoch auch mitunter am stärksten von DDoS-Cyberattacken bedroht (Distributed Denial of Service), die darauf abzielen, den Server mit Anfragen zu überlasten und zum Absturz zu bringen.

Polen ist besonders stark von DDoS-Cyberattacken bedroht

Sprecher der Cyber Defence Army, Oberstleutnant Przemyslaw Lipczynski, erklärte:

"Unsere Analysen und die Informationen, die wir von unseren Verbündeten und Partnern erhalten haben, deuten darauf hin, dass Polen in Bezug auf eine bestimmte Art von Angriffen - DoS-Angriffe - eines der am meisten angegriffenen Länder der Welt ist und zeitweise sogar an der Spitze der Liste stand."

Die Mehrheit der Cyberangriffe stammt aus Russland

Experten haben bestätigt, dass die Mehrheit der Angriffe aus Russland stammt. Geopolitik spielt bei politisch motivierten Cyberangriffen eine wichtige Rolle.

Der Experte für Cybersicherheit bei CyberDefense24.pl sagte:

"Das Amt für Schienentransport, die Institution, die für die Regulierung des Eisenbahnverkehrs in Polen zuständig ist, wird 2.000 Mal am Tag angegriffen. Die Russen greifen eigentlich alles an, was möglich ist."

Solange der Krieg in der Ukraine andauert, wird sich dieser Trend fortsetzen.

Weiter sagte er: "Das ist 'GPS JAM', eine Art Website, die genau diese Art Störungen [im GPS] anzeigt. Wenn man sich die Karten anschaut, dann kann die einzige Quelle so weit westlich Kaliningrad sein. Darüber hinaus ist es erwähnenswert, dass wir Übergriffe über Estland, über Lettland und etwas weniger über Litauen haben. Aber solange der Krieg in der Ukraine andauert, wird sich dieser Trend fortsetzen."

Doch Cyberangriffe sind ein weltweites Problem. Nicht nur Polen, sondern ganz Europa erlebt eine erhöhte Anzahl von Angriffen.

Es ist zu bemerken, dass Europa sehr gut geschützt ist

Felix Aime ist Cyber-Threat-Analyst bei Sekoia.io. Er sagt, Europa sei gut geschützt gegen Cyberangriffe.

"Wir haben eine Zunahme von Angriffen gegen beispielsweise Akademiker und NGO-Mitarbeiter beobachtet, die sich auf die Umgestaltung der Politik konzentrieren. Es ist zu bemerken, dass Europa sehr gut geschützt ist - wir haben verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen, die den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten sicherstellen und dafür sorgen, dass sie die gleichen Standards für die Cybersicherheit haben."

Cyberattacken verursachen einen hohen finanziellen Schaden. Euronews-Reporterin, Magdalena Chodownik, gab einen Ausblick: " Letztes Jahr belief sich der Schaden durch Cyberkriminalität weltweit auf 18 Millionen US-Dollar pro Minute. Diese Kosten werden nach Berechnungen steigen und bis 2025 über 10 Milliarden Dollar jährlich erreichen."