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Protest gegen Fast Fashion: Mode aus Europa ist Plastikmüll in Ghana

"Kleider machen Müll" - mit diesem Slogan protestiert Greenpeace in Berlin gegen Fast Fashion. Die Umwelt-Aktvistinnen und -Aktivisten haben einen riesigen Berg von Altkleidern vor dem Brandenburger Tor aufgetürmt.

Viola Wohlgemuth ist Expertin für Ressourcenschutz bei Greenpeace. Sie erklärt im Gespräch mit Euronews: "Wir protestieren gegen den Abfallkolonialismus der Modeindustrie. Denn hinter mir liegen 4,6 Tonnen Mode- und Plastikmüll, die in Ghana in nur einer Woche auf dem Kantamanto-Markt landen. Es ist verrückt, dass unsere Textilien zu Plastikabfällen werden, die einfach in andere Länder exportiert werden."

Umdenken auch auf der Berlin Fashion Week?

Zum Auftakt der Berliner Fashion Week - die vom 5. bis zum 8. Februar stattfindet - fordert die Konsum-Expertin ein Umdenken.

Viola Wohlgemuth spricht von der "neuen Normalität": "Wir müssen dieses ganze Modell ändern. Die Alternative zum Kauf von Neuem, zur Produktion von Neuem muss zur neuen Normalität werden. Das bedeutet Ausleihen, Second Hand, Reparieren, Upcycling. Das muss die neue Normalität werden."

Auf dem Kantamanto Markt in Accra in Ghana landen offenbar auch Textilien von Herstellern, die in ihrer Werbung behaupten, die Stoffe würden recycelt. Doch wiederverwertet werden die synthetischen Fasern kaum.

In Ghana, dem größten Importland von Altkleidern, verschmutzt das Mikroplastik aus den Klamotten inzwischen Flüsse, Seen und den Boden. Ganze Landstriche sind mit weggeworfenen Kleidern aus anderen Kontinenten übersät.