Nach Putschversuch im Sudan: Dutzende Soldaten festgenommen

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Nach dem vereitelten Putsch im ostafrikanischen Sudan sind mehr als drei Dutzend Soldaten, darunter hochrangige Offiziere, festgenommen worden.

Zivile und militärische Kräfte wollen jetzt beim Übergang zur Demokratie enger zusammenarbeiten. Das sagte der Chef des Souveränen Rates, General Abdel Fattah Burhan, beim Besuch einer Militärbasis in Khartum.

Der General erklärte: "Wir werden den Sudan nicht ausliefern. Das Militär will den Sudan allmählich an zivile Parteien übergeben, die für die Sicherheit der Menschen und die Einheit des Landes sorgen können. An Parteien, denen das Wohlergehen der Bevölkerung am Herzen liegt. Wir hoffen, dass wir eng mit den zivilen Kräften zusammenarbeiten können, um dies zu erreichen. Um einen Sudan aufzubauen, von dem unsere Kinder träumen, einen Sudan der Freiheit, des Friedens und der Gerechtigkeit."

Am Dienstag hatte eine Gruppe innerhalb der Streitkräfte versucht, die Macht zu übernehmen. Die Putschisten sollen dem die ehemaligen Langzeitherrscher Omar al-Bashir nahestehen.

Sie hatten versucht, Straßen zu blockieren, die Ölproduktion zu stoppen und die Häfen im Land zu schließen. Auch Radio und Fernsehen waren offenbar kurz in der Hand der Putschisten. Ein Mann in Khartum, Al-Tayeb Abaidi erzählt: "Dienstag morgen wurde Militärmusik im Radio und im Fernsehen gespielt. Mich hat das überrascht. Auch als ich dann hörte, dass eine Gruppe von Soldaten putschen wollte. Ich finde das furchtbar. Wir wollen den Übergang zur Demokratie."

Abdel Hafez Al-Safi ist nicht so optimistisch. Er meint: "Wenn wir uns die wirtschaftliche Lage im Sudan anschauen, es sieht nicht gut aus. Dann auch noch jetzt dieser Putschversuch. Es herrscht Chaos, was die Sicherheit angeht, ich glaube, man muss auf alles gefasst sein."

Der Sudan wurde fast 30 Jahre lang von al-Baschir mit harter Hand regiert. Der Langzeit-Machthaber wurde im April 2019 durch monatelange Massenproteste und einen Militärputsch aus dem Amt getrieben. Daraufhin einigten sich das Militär und die zivile Opposition auf eine Übergangsregierung, die den Weg zu Wahlen binnen drei Jahren ebnen soll. Das Land im Nordosten Afrikas wird nun vom Souveränen Rat aus Militärs und Zivilisten sowie einem Kabinett regiert. Es befindet sich in einem schwierigen Übergangsprozess hin zur Demokratie mit noch unsicherem Ausgang.

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