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"Rambo" war gestern: In diesem Netflix-Actionfilm schwingt Emilio Sakraya die Fäuste

Octavio (Emilio Sakraya) steht unfreiwillig vor einem Rennen gegen die Zeit. (Bild: Netflix / Reiner Bajo)
Octavio (Emilio Sakraya) steht unfreiwillig vor einem Rennen gegen die Zeit. (Bild: Netflix / Reiner Bajo)

Gefährlicher als jede Schusswaffe: Mit seinen Fäusten und Füßen lehrt Emilio Sakraya im Martial-Arts-Actioner "60 Minuten" fiesen Gangstern das Fürchten. Dabei will er im Netflix-Film doch nur mit seiner Tochter Geburtstag feiern.

Schon für Fatih Akins Kinofilm "Rheingold" packte Emilio Sakraya ordentlich Muskelmasse drauf. Doch so kraftstrotzend wie nun im Netflix-Actioner "60 Minuten" (ab 19. Januar) hat man den Nachwuchsstar wohl noch nie gesehen. Als MMA-Kämpfer Octavio muss der 27-jährige Berliner im 90-Minüter permanent wahlweise rennen, springen oder sich prügeln. Probleme mit der beinharten Vorbereitung scheint Sakraya aber nicht gehabt zu haben, wie er im RTL-Interview verriet: "Kampfsport war schon immer ein großer und bedeutender Teil meines Lebens. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass er definitiv der Ursprung meiner Disziplin ist."

Die brauchte er für den Actionstreifen von Regisseur Oliver Kienle (Head-Autor von "Bad Banks") auch. Schließlich verzichtete der Schauspieler auf ein Stuntdouble und drehte alle Actionsequenzen selbst. An denen mangelt es im größtenteils atemlos inszenierten Film wahrlich nicht. Im Ring, Octavios eigentlichem zweiten Zuhause, werden die Fäuste allerdings nicht geschwungen. Ehe sich Manager und Kumpel Paul (Dennis Mojen) versieht, macht sich Octavio kurz vor einem prestigeträchtigen Fight aus dem Staub.

Auf seine Kollegin Cosima (Marie Mouroum) kann sich Octavio (Emilio Sakraya) immer verlassen. (Bild: Netflix / Reiner Bajo)
Auf seine Kollegin Cosima (Marie Mouroum) kann sich Octavio (Emilio Sakraya) immer verlassen. (Bild: Netflix / Reiner Bajo)

Wie "Rambo" - nur mit den Fäusten als Waffe

Eigentlich hatte der Kämpfer nämlich seiner Ex-Partnerin Mina (Livia Matthes) versprochen, zum Geburtstag seiner Tochter Leonie (Morik Maya Heydo) zu kommen. Weil er sich mal wieder verspätet, setzt Mina Octavio die Pistole auf die Brust: Entweder er taucht binnen einer Stunde auf der Geburtstagsfeier auf oder sie beantragt das alleinige Sorgerecht.

In den titelgebenden 60 Minuten einmal durch Berlin zum Ort der Feier zu kommen, wäre unter normalen Umständen kein Problem. Weil Manager Paul zuvor aber einen krummen Deal mit der Wettmafia abgeschlossen hat, hetzt der um sein Geld betrogene Kriminelle Chico (Paul Wollin) Octavio seine Handlanger auf den Hals. Immerhin kann der sich auf seiner Hatz durch die Bundeshauptstadt auf die Hilfe seiner MMA-Freunde um Cosima (Marie Mouroum, Stuntfrau in "James Bond 007: Keine Zeit zu sterben") verlassen. So schlägt sich Octavio in "Rambo"-Manier, wenngleich nur mit seinen Fäusten und Füßen als Waffe, durch Berlin - zur Not auch effekthascherisch unterstrichen mit dem ein oder anderen testosterontriefenden Urschrei.

Zwar erfüllen die größtenteils aus Osteuropa stammenden Gangster das Stereotyp eines gewalttätigen Schlägers zu hundert Prozent, aber die Kampfszenen sind das große Pfund von "60 Minuten". Abgesehen von den toll gefilmten (Stichwort: Rave-Club) und gekonnt choreografierten Auseinandersetzungen fehlt zu einem gelungenen Martial-Arts-Drama aber doch einiges. Dem stoisch schweigenden Octavio mangelt es trotz der körperlichen Präsenz von Darsteller Emilio Sakraya an den nötigen Ecken und Kanten. Dazu trüben Logikfehler, von den Toten auferstandene Widersacher und das etwas zu sehr auf Hollywood-Action getrimmte Filmfinale das Bild.

Mit Paul (Dennis Mojen, rechts) verbindet Octavio (Emilio Sakraya) eine lange Freundschaft. (Bild: Netflix / Reiner Bajo)
Mit Paul (Dennis Mojen, rechts) verbindet Octavio (Emilio Sakraya) eine lange Freundschaft. (Bild: Netflix / Reiner Bajo)