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Rätsel um paralysierte Vögel

Tausende, wunderschöne Papageien fallen in Australien jedes Jahr vom Himmel. Für die meisten der Tiere endet das tödlich. Die Ursache ist für Ornithologen und Tierärzte seit Jahrzehnten ein Rätsel.

Regenbogenloris sind in Australien beheimatet. (Bild: Getty Images)
Regenbogenloris sind in Australien beheimatet. (Bild: Getty Images)

Bunter und schöner können Vögel kaum sein – das Gefieder der Regenbogenloris leuchtet hell in allen kräftigen Farben des Regenbogens. Die auffälligen Vögel leben in großen Schwärmen und sind an der Ostküste Australiens zuhause.

Leider ist eine Vielzahl dieser Papageien jedes Jahr zwischen Oktober und Juni von einer rätselhaften Krankheit, dem sogenannten Lorikeet Paralysis Syndrom (LPS), betroffen. Dadurch sind die Vögel plötzlich unfähig, sich zu bewegen und fallen zu Tausenden einfach vom Himmel. Je nach Schweregrad umfassen die Symptome Flugunfähigkeit, Lähmung aller Gliedmaßen und des Halses, Lähmung der Zunge, Unfähigkeit zu schlucken und sogar Unfähigkeit zu blinzeln.

Viele Loris finden ein schreckliches Ende

Gelähmt am Boden liegend bedeutet das für viele der Loris oft einen qualvollen Tod, da sie nicht in der Lage sind, vor Fressfeinden wie Raubtieren oder Ameisen zu fliehen. Einige sterben auch an den Symptomen, weil sie etwa unfähig sind, zu fressen oder sie werden von Autos überfahren.

Erste Fälle von LPS wurden in Australien bereits 1970 gemeldet, wie das Portal Odditycentral berichtet. Doch trotz aller Bemühungen sei es Forschern in all den Jahrzehnten nicht gelungen, die Ursache für die Krankheit zu finden, um den Tieren helfen zu können.

Auf Facebook rufen Tierschützer dazu auf, betroffene Vögel einzusammeln, warm zu halten Sydney Wildlife oder den Taronga Zoo zu informieren und dann mit den Papgeien zum nächsten Tierarzt zu fahren:

LPS ist nicht ansteckend und wird nicht durch Umweltgifte ausgelöst

Aber zumindest ist es den Wissenschaftlern gelungen, im Laufe der Jahre einige Dinge als Auslöser für die Krankheit auszuschließen. "Wir wissen, dass es sich nicht um ein Gift handelt, das durch Umweltverschmutzung entsteht, es ist kein Gift, das mit Pestiziden oder ähnlichem in Verbindung gebracht wird. Wir wissen auch, dass es keine ansteckende Krankheit ist“, sagte Professor David Phalen von der University of Sydney School of Veterinary Science dem Sydney Morning Herald.

Am weitesten verbreitet sei die Theorie, dass LPS durch eine Pflanze verursacht werde, von der sich die Regenbogenloris zwischen Oktober und Juni ernähren, so das Portal. Auch trete die Krankheit nur in bestimmten Regionen auf, dennoch liefen bisher alle Untersuchungen von Pflanzen ins Leere.

Bevölkerung soll Fotos machen

Weil es für die Vogelexperten so schwierig ist, den Grund für die unheimliche Krankheit der Vögel zu finden, haben sie sich nun an die Öffentlichkeit gewandt. Wer immer Loris beim Fressen einer Pflanze sieht, soll Fotos machen und einschicken. So hoffen die Forscher, immer mehr potentiell giftige Pflanzen von der Liste streichen zu können, der Lösung ein Stück näher zu kommen und den Regenbogenloris endlich helfen zu können.