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Rufmord? Ex-Weltmeister stärkt Grammozis den Rücken

Für den 1. FC Kaiserslautern steht am Freitagabend zu Hause gegen Schalke 04 (Zweite Liga: 1. FC Kaiserslautern - Schalke 04, ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) ein ganz entscheidendes Spiel an. Und natürlich auch für Dimitrios Grammozis, den Trainer der Roten Teufel, der schon nach drei Ligaspielen ohne einen Punkt in die Kritik geraten ist. Anfang Dezember des vergangenen Jahres folgte der Grieche auf den beurlaubten Dirk Schuster. Doch außer einem Heimsieg im Pokal gegen den 1. FC Nürnberg (2:0) im ersten Spiel unter Grammozis steht noch nichts Positives auf der Habenseite der Pfälzer.

Unterstützung erfährt Grammozis vom früheren Nationalspieler Shkodran Mustafi, der kurzzeitig sein Spieler bei Schalke war. Bei den Königsblauen war Grammozis vor dem FCK als Trainer tätig. Im März 2022 wurde er bei S04 nach einem Jahr freigestellt.

Mustafi: „Sicherlich ungünstig für ihn gelaufen“

„Dimi hat eine klare Vorstellung davon, wie er Fußball spielen möchte, und man sollte ihm die nötige Zeit gewähren. Er ist erst seit Anfang Dezember beim FCK. Es ist sicherlich ungünstig für ihn gelaufen, da die Lauterer 2023 gut in die 2. Liga gestartet sind, dann aber nach unten abgerutscht sind“, sagt der 31-Jährige im Gespräch mit SPORT1. „Dimi kam genau in der Phase, als der Klub auf der Kippe stand. Inzwischen ist die Situation weiter verschlechtert, aber Dimi braucht kein Mitleid.“

Mustafi ergänzt: „Das gehört zum Job, und dafür wird er gut bezahlt. Als Trainer muss Dimi mit Kritik umgehen können, solange sie nicht unter die Gürtellinie geht und keine Lügen verbreitet werden. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen hinter ihm stehen und seine Spielidee in naher Zukunft auf dem Platz umgesetzt wird.“

Für Grammozis geht es am Freitag gegen seinen Ex-Klub vielleicht schon um seinen Job. Die Vorbereitung auf das Duell mit den Königsblauen wurde massiv von Falschmeldungen im Internet gestört.

Falschmeldungen über Grammozis im Internet

Am Wochenende machten Meldungen die Runde, wonach der Chefcoach bereits nach nur knapp anderthalb Monaten im Amt entlassen worden sei. Mehrere Spieler hätten bei den Verantwortlichen des FCK zur Revolte angesetzt, hieß es. Dabei wurde auch auf eine angebliche Nachricht des öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders SWR verwiesen, die es aber nicht gab.

„Ich bin keiner, der sich über öffentliche Kritik beschwert, weil ich weiß, dass das Teil des Jobs ist und dazu gehört. Aber die letzten Tage wurden Sachen berichtet, die absurd waren, Lügen, und einfach so in die Welt gesetzt wurden“, sagte Grammozis am Mittwoch auf der Spieltags-PK. „Das ist rufschädigend, das ist Rufmord, und das kann ich mir nicht gefallen lassen.“

Mustafi sieht das Trainerthema schon länger als schwierig an. „Wenn ein ehemaliger Spieler darüber nachdenkt Trainier zu werden und sieht, wie mit den Trainern umgegangen wird und wie sie leider zu oft zu schnell und zu intensiv kritisiert werden, oftmals ohne Hintergrundwissen, dann schreckt das natürlich extrem ab. Trainer brauchen Zeit, diese wird leider immer weniger für einen trainer um seine Spielidee auf den Platz zu bekommen.“

Und weiter: „Leider geschieht dies häufig ohne Hintergrundwissen. Dem Trainer wird oft sofort die Schuld gegeben, was ich nicht ganz fair finde. Auf lange Sicht braucht ein Trainer Zeit, um eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen. Bei Dimi ist das nicht anders.“