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Im "Ruhemodus": Wozu brauche ich noch die Corona-Warn-App?

Die Funktion der Corona-Warn-App wird nach dem 30. April deutlich eingeschränkt. (Bild: Zigres/Shutterstock.com)
Die Funktion der Corona-Warn-App wird nach dem 30. April deutlich eingeschränkt. (Bild: Zigres/Shutterstock.com)

Am heutigen 30. April endet eine kurze Ära, die die Smartphone-Welt in Deutschland jedoch in den vergangenen Jahren mitbestimmt hat. Die Corona-Warn-App verliert ab dem 1. Mai deutlich an Funktionsumfang. Ein Überblick darüber, wozu Nutzerinnen und Nutzer die App künftig überhaupt noch verwenden können.

Corona-Warn-App eine der kostenlosen Top-Apps der letzten Jahre

Erstmals im Sommer 2020 veröffentlicht, war die Corona-Warn-App von den Smartphones vieler deutscher Bürgerinnen und Bürger wenige Monate später kaum wegzudenken. "Unterstützt uns im Kampf gegen Corona", bat die Bundesregierung damals und viele folgten der Aufforderung tatsächlich. Auch wenn es gerade zu Beginn noch verstärkt Zweifel an der Wirksamkeit der Anwendung gab, mit der User Infektionen melden konnten, wurde die App innerhalb der ersten rund drei Wochen bereits 15 Millionen Mal auf Android- und iOS-Geräte heruntergeladen.

In Apples App Store führte die Corona-Warn-App Anfang Dezember 2020 die Bestenliste der für das iPhone meistgeladenen kostenlosen Apps des Jahres an. Ende des Folgejahres rangierte sie dann auf Rang vier der Top Ten - hinter der im Sommer veröffentlichten "CovPass"-App zur Verwaltung von Impfzertifikaten auf Platz eins und der ebenso 2021 erschienenen Kontaktnachverfolguns-App "Luca" auf der Zwei. 2022 konnte sich die Corona-Warn-App bei den kostenlosen Anwendungen auf den zweiten Platz hinter der "CovPass"-App zurückkämpfen. Die "Luca"-App war nach ihrem Aus in Sachen Nachverfolgung von Restaurantbesuchern komplett aus der Liste verschwunden.

Warum steht die Corona-Warn-App jetzt vor dem Aus?

Mehr als 48 Millionen Mal sei die Corona-Warn-App laut der Deutschen Bundesregierung in den vergangenen Monaten und Jahren heruntergeladen worden, die Deutschen teilten neun Millionen positive Testergebnisse. Trotzdem verabschiedet sich die Anwendung nun zumindest vorerst. "Grund für den baldigen Ruhemodus sind die gewachsene Immunität der Bevölkerung, eine stabile Infektionslage und die Rückkehr zu einem öffentlichen Leben ohne Corona-Maßnahmen. Dadurch entfällt derzeit der Bedarf für eine App zur Kontaktnachverfolgung", heißt es auf der Website der Regierung.

Was passiert am 30. April? Und was passiert am 1. Juni?

Der heutige 30. April ist der letzte Tag, an dem die Hauptfunktion der Corona-Warn-App genutzt werden kann. Heißt: Nutzerinnen und Nutzer mit positivem Testergebnis können andere noch warnen, dass ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Ab dem 1. Mai ist dies nicht mehr möglich. Am 1. Juni folgt dann zudem vorerst der bereits erwähnte "Ruhemodus".

Doch was bedeutet das genau? Ab Juni wird es für die Corona-Warn-App keine Updates mehr geben, sie wird also nicht mehr weiterentwickelt. Die Anwendung ist zudem nur noch bis zum 31. Mai in den Stores von Google und Apple erhältlich. Danach beantwortet das Team zudem keine eventuellen Nutzerfragen mehr.

Wie geht es weiter?

Befindet sich die App bereits auf einem Smartphone, bleibt sie dort und wird nicht automatisch gelöscht. Nach dem 1. Juni können Nutzerinnen und Nutzer weiterhin auf ihre hinterlegten Impfzertifikate zugreifen oder ihr Kontakttagebuch einsehen. Sie können aber keine neuen Zertifikate hinzufügen oder bereits hinterlegte aktualisieren. In der "CovPass"-App wird dies fürs Erste weiterhin möglich sein. Wer die Corona-Warn-App nicht mehr benötigt, muss sie manuell löschen. User können ihre Zertifikate und Einträge zuvor sichern. Wie dies jeweils funktioniert, erklären die Entwickler auf der Homepage des Projekts.

Benötige ich noch Corona-Apps?

In den vergangenen Monaten hat das Impfzertifikat auf dem Smartphone an Bedeutung verloren. Auch wer für einen Urlaub ins Ausland reist, muss in vielen Fällen keinen Impfnachweis mehr vorlegen. Es gibt aber Ausnahmen: Die US-Behörde CDC weist etwa darauf hin, dass Nicht-US-Bürger vor der Einreise aktuell noch nachweisen müssen, dass sie vollständig geimpft sind. Für Japan entfällt laut des Auswärtigen Amts beispielsweise am 8. Mai die entsprechende Nachweispflicht. Über die geltenden Bestimmungen informieren für gewöhnlich die Webseiten der jeweiligen Landesvertretungen.