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Russische Frauen sollten bis zu acht Kinder zu bekommen, um hohe Verluste im Ukraine-Krieg aufzufangen, fordert Putin

Präsident Wladimir Putin war während des 15. Russischen Weltvolkskongresses im Staatlichen Kremlpalast am 28. November 2023 in Moskau auf dem Bildschirm zu sehen. - Copyright: Contributor/Getty Images
Präsident Wladimir Putin war während des 15. Russischen Weltvolkskongresses im Staatlichen Kremlpalast am 28. November 2023 in Moskau auf dem Bildschirm zu sehen. - Copyright: Contributor/Getty Images

Der russische Präsident Wladimir Putin fordert russische Frauen auf, bis zu acht Kinder zu bekommen, nachdem viele Russen im Krieg gegen die Ukraine gestorben oder geflohen sind. In seiner Rede vor dem Weltrat des russischen Volkes am Dienstag in Moskau erklärte Putin, das Land müsse zu einer Zeit zurückkehren, in der große Familien die Norm waren. "Viele unserer Großmütter und Urgroßmütter hatten sieben, acht oder noch mehr Kinder", sagte er.

"Lassen Sie uns diese hervorragenden Traditionen bewahren und wiederbeleben. Große Familien müssen die Norm werden – eine Lebensweise für alle Menschen in Russland. Die Familie ist nicht nur das Fundament des Staates und der Gesellschaft, sie ist ein geistiges Phänomen, eine Quelle der Moral."

Russische Geburtenrate ist seit Jahrzehnten rückläufig

Er fuhr fort: "Die Erhaltung und Vermehrung der Bevölkerung Russlands ist unser Ziel für die kommenden Jahrzehnte und sogar für die kommenden Generationen. Dies ist die Zukunft der russischen Welt, des tausendjährigen, ewigen Russlands." Putins Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der die Geburtenrate in Russland seit Jahrzehnten rückläufig ist. Der negative Trend wurde durch den Einmarsch in die Ukraine und die anschließenden wirtschaftlichen Folgen noch verstärkt.

Der Krieg in der Ukraine hat dazu geführt, dass schätzungsweise 900.000 Menschen aus dem Land geflohen sind. Weitere 300.000 Menschen wurden für den Kampf in der Ukraine angeworben, wodurch sich der Arbeitskräftemangel in Russland weiter verschärft hat. Einer statistischen Analyse der russischen Medien Mediazona und Meduza aus dem Juli zufolge sind rund 50.000 russische Männer in dem Krieg gefallen. Im Oktober berichtete das britische Verteidigungsministerium, dass Russland wahrscheinlich bis zu 290.000 getötete oder verwundete Soldaten im Krieg gegen die Ukraine zu beklagen habe.

Russland hat heute weniger Einwohner als in 1999

Seit seinem Amtsantritt vor 24 Jahren versucht Putin, die Geburtenrate in Russland anzukurbeln, indem er eine Reihe staatlicher Anreize fürs Kinderkriegen eingeführt hat. Dazu zählen unter anderem Zahlungen für Familien, die mehr als ein Kind bekommen. Die Maßnahmen haben jedoch nur wenig bis gar keine Wirkung gezeigt. Nach Angaben von Rosstat, Russlands Statistikdienst, lag die russische Bevölkerung am 1. Januar bei 146.447.424 Personen – und damit unter dem Stand von 1999, als Putin zum ersten Mal Präsident wurde, wie "Le Monde" berichtete.

"Russland fehlt es an Arbeitskräften", sagte Alexei Raksha, ein Demograf, der früher bei der Statistikbehörde Rosstat arbeitete, im Februar zur Nachrichtenagentur AFP. "Es ist ein altes Problem, aber es hat sich durch die Mobilisierung und die Massenabwanderung verschlimmert", sagte er.

Wie der US-amerikanische Radioservice Radio Free Europe / Radio Liberty bereits im Jahr 2020 berichtete, sagten einige Russen, dass die von der Regierung versprochene wirtschaftliche Hilfe für kinderreiche Familien – zum Beispiel in Form von Grundstücken – nie zustande gekommen sei. Putin selbst hat Gerüchten zufolge sechs Kinder, hat sich jedoch nie öffentlich dazu geäußert.

Dieser Artikel wurde von Victoria Niemsch aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.